Achtung: Zecken können bei Pferden Borreliose auslösen

Achtung: Zecken können bei Pferden Borreliose auslösen

Jetzt im März beginnt die Zeckensaison. Bis Oktober können diese Plagegeister Menschen und Tiere Ärger bereiten. Zecken können Borreliose übertragen, das ist eine gefährliche bakterielle Infektion, die schwer zu diagnostizieren ist.

Weltweit gibt es etwa 890 Zeckenarten, aber bei uns spielt vor allem der „Gemeine Holzbock“ als Krankheiterreger eine Rolle. Wenn eine Zecke, die Borrelien in sich trägt, einen Wirt sticht, gelangen die Bakterien in die Blutbahn. Oft lässt sich nicht erkennen, dass ein Pferd infiziert ist. Frühestens drei Tage nach dem Stich treten die ersten Symptome auf. Oft kommt es aber auch gar nicht zum Ausbruch der Krankheit, weil das Immunsystem des Vierbeiners stark genug ist.

Symptome
Die Symptome der Krankheit sind sehr vielfältig: Fieber, geschwollene Lymphdrüsen, wechselnde Lahmheiten und auch Lähmungen an verschiedenen Beinen, Rückenschmerzen, Steifheit, Verdauungsprobleme und auch Koliken. Da diese Symptome auch auf andere Krankheiten hinweisen können, ist es für Tierärzte oft schwer, auf eine Borreliose-Erkrankung zu schließen. Es besteht die Möglichkeit, dem Pferd Blut zu entnehmen und auf Antikörper gegen Borrelien testen zu lassen. Allerdings liefern diese Tests auch keine handfesten Beweise. So kommt es vor, dass Pferde unter eindeutigen Symptomen leiden, obwohl sich in deren Blut keine Antikörper befinden. Andere Vierbeiner hingegen weisen erhebliche Werte auf, zeigen aber überhaupt gar keine Beschwerden.

Normalerweise verläuft diese Krankheit in mehreren Schüben. Die Bakterien breiten sich immer weiter im Körper des Vierbeiners aus und befallen verschiedene Organe. Im fortgeschrittenen Stadium greifen die Borrelien die Gelenke und auch das Nervensystem an. Einige Veterinäre vermuten, dass die aggressiven Bakterien auch das zentrale Nervensystem (also Gehirn und Rückenmark) zerstören könne. Es gibt viele Berichte von Pferdebesitzern, deren betroffene Pferde sich im Verlauf der Krankheit zu Headshakern entwickelten.

Behandlung
Die Krankheit lässt sich am besten im frühen Stadium heilen. Die meisten Tierärzte behandeln Borreliose mit hochdosiertem Antibiotika über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen. Viele Pferde reagieren allerdings auf Antibiotika sehr empfindlich. Eine Alternative gibt es jedoch nicht. Oft wird die Darmflora geschädigt, aber es gibt einige Mittel (Probiotika) um diese nach der Behandlung wieder aufzubauen. Am besten dies alles genau mit dem behandelnden Tierarzt durchsprechen. Die alternative Medizin bietet einige Behandlungen, um das geschwächte Pferd wieder langsam aufzubauen, z.B. Akupunktur, Kräuter, Massagen oder Bewegungstherapie.

Vorbeugung
Am gefährlichsten ist eine Ausritt im Wald, denn dort können überall Zecken lauern. Nach jedem Ausritt sollte man sich und sein Pferd genau untersuchen. Besonders gern sitzen die Plagegeister an Pferdebeinen, oder sie saugen sich an der Brust fest. Wer eine Zecke entdeckt, sollte sie möglichst schnell entfernen, denn bereits 24 Stunden, nachdem sich das Insekt festgebissen hat, überträgt es die ersten Borrelien. In der Apotheke oder beim Tierarzt gibt es spezielle Zeckenzangen. Damit greift man die Zecke möglichste weit vorne und zieht sie heraus. Man sollte Zecken übrigens nicht mit Öl ertränken wollen, denn im Todeskampf sondern sie besonders viele Borrelien ab.
Ein Impfstoff gegen eine Ansteckung gibt es leider weder für Pferde noch für Menschen.
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