Die Geschichte der Kutschen

Die ersten Kutschen wurden in einem kleinen ungarischen Dorf namens Kosci gebaut. Daher stammt auch das Wort Kutsche. Man versteht unter einer Kutsche einen offenen oder geschlossenen und gefederten Fuhrwagen, welcher von einem oder mehreren Pferden gezogen wird. Sie kann ein- bzw. zweiachsig sein und ein bewegliches Verdeck oder eine geschlossene Karosserie besitzen. Aufgrund der kleineren Vorderräder wurde der Wendekreis kleiner, ebenso waren sie leichter als andere Modelle. Droschken hingegen sind leichte, komplett offene Fuhrwagen für bis zu fünf Personen. Diese Wagen waren die Vorläufer des öffentlichen Verkehrsnetzes. 

Viele prächtige Kutschen wurden gebaut in dem goldenen Zeitalter

Das Goldene Zeitalter

Die Zeit zwischen 1750 und 1900 wird als das Goldene Zeitalter der Kutsche bezeichnet. Durch die Verbreitung der neuen Beförderungssysteme entstand eine Vielzahl sehr unterschiedlicher Erscheinungsformen der sogenannten Kutsche. Die Einsatzbereiche beschränkten sich nun mehr nicht nur auf den Personentransport, sondern auch auf den Informations- und Warentransport. Kommunikation war eines der wichtigsten Güter der damaligen Zeit, denn dadurch konnten Feldzüge geplant und gewonnen werden. Auch der konventionelle Postweg wurde vorangetrieben. Postkutschen waren zuverlässiger und pünktlicher als ihre berittenen Postboten. Zudem fuhren sie nach einem festen Fahrplan.

Prunkvoll mit Gold verzierte Kutschen wie dazumal

Das gestiegene Interesse an Kutschen nutzten auch die Königshäuser für sich. Sie bauten immer größere und prunkvollere Karossen, welche immer teurer in ihrer Herstellung wurden. Alles endete mit der Goldenen Karosse von Georg III. Diese prachtvolle, komplett vergoldete Kutsche war 7,3 Meter lang und 4 Tonnen schwer. Sie konnte nur von mindestens acht Schimmeln in Schritttempo gezogen werden. Die Bauzeit betrug zwei Jahre und verschlang eine hörende Summe an Geld. 

Kutschen als Statussymbol

Damals, wie auch heute, war die Kutsche nicht nur ein Fortbewegungsmittel, sondern auch ein Statussymbol. Die Entwicklung und der Bau von Kutschen und Wagen für die private Nutzung bekamen einen neuen Auftrieb. Die leichten und simpel gebauten Kutschen wurden weiter verbessert und mit Achsgehäusen und besseren Federungen ausgestattet. So ließen sich die reichen Leute nicht mehr rumkutschieren, sie fuhren ihre Karossen selbst. 

Gerne stieg der reiche Herr selbst auf den Kutschbock

Heute noch werden auf vielen Turnieren Wagenrennen und Schauen durchgeführt. Gewerblich genutzt werden Kutschen nur noch für Hochzeiten, Rundfahrten in großen Städten oder auf dem Land.