Doping bei Pferden

Leistungssteigerung auf Kosten der Gesundheit

Unter Doping bei Pferden versteht man die Anwendung körperfremder Substanzen bzw. ihrer Umwandlungsprodukte mit dem Ziel, die Leistung eines Pferdes bei Wettkämpfen zu steigern oder auch zu dämpfen.
Es wird zwischen dem Doping auf Sieg, auf Niederlage und zur Widerherstellung der normalen Leistungsfähigkeit unterschieden.

1. Doping auf Sieg
Beim Doping auf Sieg wird der autonom geschützte Leistungsbereich eines Pferdes mobilisiert. Dieser kann normalerweise nur in lebensbedrohlichen Situationen verbraucht werden. Wenn diese Leistungsgrenze durch Medikamente beseitigt wird, kann der Vierbeiner gesundheitlichen Schaden davon tragen oder sogar sterben.

2. Doping auf Niederlage
Im Rennsport kann es für Trainer und Besitzer manchmal von Interesse sein, dass ein Pferd das Rennen verliert. Dann werden Neuroleptika (Nervendämpfungsmittel) und Ataraktika (Beruhigungsmittel) verabreicht. Diese Substanzen bewirken z.B., dass der Muskeltonus abnimmt.

3. Doping zur Wiederherstellung der normalen Leistungsfähigkeit
Es werden u.a. Substanzen verabreicht, die Schmerzen beseitigen, damit das Pferd z.B. nicht mehr lahmt – z.B. Substanzen mit entzündungshemmender Wirkung. Dann gibt es noch die Möglichkeit, den Schmerz lokal zu betäuben, die sogenannte Lokalanästhesie.

Doping mit körpereigenen Substanzen
Weit verbreitet ist aber auch das Doping mit körpereigenen Substanzen, z.B. mit Blut. Dadurch wird die Sauerstoffversorgung in der Muskulatur verbessert und der Vierbeiner ermüdet nicht so schnell. Wenn ein Pferd sehr schwitzt, verliert es Mineralien. Zum Ausgleich darf dem Verbeiner kochsalzhaltiges Wasser angeboten werden. Es ist aber verboten, den Tieren Elektrolyte mit Hilfe einer Injektion oder Infusion zuzuführen. Vitamine und Glucose dürfen nur über das Futter verabreicht werden.

Physikalisches Doping
Auch ein sogenanntes physikalisches Doping ist nicht erlaubt. Dazu gehört u.a.: elektrische Reize, Eispackungen und das Anbringen von spitzen Gegenständen am Sattel, an Peitsche oder Reitstiefel.

Gesetze und Bestimmungen
Das Verbot von Doping basiert auf unterschiedlichen Gesetzen, Verordnungen und Bestimmungen, u.a. auf § 3 des Tierschutzgesetzes. Danach ist es verboten, Pferde durch Dopingsubstanzen oder durch mechanische Einwirkung zu einer erhöhten Leistung anzutreiben.

Die Dopingprobe
Die zu untersuchenden Pferde werden entweder aufgrund ihrer Platzierung oder nach dem Losverfahren bestimmt. Der Vorgang der Probeentnahme ist streng vorgeschrieben. Das Pferd wird zunächst eindeutig identifiziert und dann wird eine Codenummer zugeteilt. Es werden ausschließlich sogenannte Testkits verwendet, die alle nötigen Utensilien enthalten. In einem abgetrennten Bereich entnimmt der Turniertierarzt oder eine beauftragte Person in Begleitung eines Verantwortlichen der Wettkampfleitung und einen für das Pferd Verantwortlichen die Urinproben. Kann nach einer festgesetzten Zeit (halbe Stunde laut FN) kein Urin gewonnen werden, darf statt dessen eine Blutprobe vom Tierarzt entnommen werden. Bei einem Verdacht auf Doping wird immer auch eine Blutprobe entnommen. Die Urin- oder Blutprobe wird in zwei Behälter (Probe A und B) aufgeteilt, versiegelt und innerhalb von meist 24 Stunden an ein festgelegtes Dopinganalyselabor versand.

(Quelle: www.vetion.de)
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