Ein junges Pferd ausbilden: Grundlagen
Träumen Sie auch davon, ein
junges Pferd auszubilden? Die Vorstellung, einen jungen Vierbeiner die Grundlagen der Dressur, des Springens und des Geländereitens beizubringen, übt einen besonderen Reiz aus. Der Vorteil liegt auf der Hand: ein junges, noch nicht eingerittenes Pferd, hat noch keine schlechten Erfahrungen gemacht, ist noch vollkommen unverbraucht. Wem es gelingt, diesen Vierbeiner solide auszubilden und eine feste Vertrauensbasis zu schaffen, wir voraussichtlich einen treuen Kameraden für die kommenden Jahre haben.
“Solide Ausbildung“ ist hingegen ein wichtiger Punkt, der die Nachteile andeutet. Jeder, der sich auf das Abenteuer einlässt, ein junges Pferd auszubilden, sollte dies auch können. Nicht umsonst heißt es in Reiterkreisen: junges Pferd, erfahrener Reiter - altes, erfahrenes Pferd, junger Reiter. Es macht keinen Sinn, wenn Reiter und Pferd „Anfänger sind“. Wer schon im Reiten fortgeschritten ist, kann sich von einem qualifizierten Ausbilder helfen lassen. Ansonsten gehört die Ausbildung eines jungen Pferdes in die Hand eines Profis.
Ziel der Grundausbildung eines jungen Reitpferde
Oft werden junge Pferde als Hoffnungsträger für den Dressur- Spring oder Westernsport angepriesen. Pferdekenner werden innerlich lächeln. Denn sie wissen, dass zu Beginn erst einmal jedes junge Pferd eine
Grundausbildung absolvieren muss. Dafür ist eine Menge Pferdeverstand, Einfühlungsvermögen und vor allem Zeit notwendig. Erst wenn das Pferd die Grundlagen der Dressur, des Springens und der Arbeit im Gelände erfahren hat, ist an eine Spezialisierung zu denken.
Der berühmte Reiter Reiner Klimke schreibt in seinem Buch: „Die Grundausbildung des jungen Pferdes":
Das
Ziel der Grundausbildung des jungen Reitpferdes ist erreicht, wenn das Pferd an alle Einflüsse gewöhnt ist, die im Zusammenhang mit seiner Verwendung auftreten (Stall, Reitbahn, fremde Umgebung, Dressurviereck, Springparcours), mit den Hilfen des Reiters vertraut gemacht ist und diese zu befolgen gelernt hat (vor allem: Gewichts-, Schenkel- und Zügelhilfen), soviel Vertrauen, Gewandtheit, Kraft und Ausdauer erlangt hat, dass es eine Dressuraufgabe Kl. A ohne grobe Mängel, einen Springparcours Kl. A in guter Manier und einen Geländeritt Kl. A im vorgeschriebenen Tempo sicher gehen kann.
Eine umfassende Grundausbildung ist für alle Reitpferde wichtig, egal ob sie nur als Freizeitpferde dienen oder auf den Turniersport vorbereitet werden sollen. Den durch die
Grundausbildung wird das Pferd gymnastiziert und die Muskeln werden gebildet – eine wichtige Voraussetzung, um die Gesundheit des Vierbeiners für ein ganzes Leben zu erhalten. wem 30.09.2009