Eiweißüberversorgung

Eiweißüberversorgung

Im Überschuss aufgenommenes Nahrungseiweiß muss abgebaut werden, da der Körper zwar Engergie (in Form von Fett. z.B.) speichern kann, aber keinen dem Fettdepot entsprechenden Speicher für Eiweiß besitzt.
Beim Abbau wird das Nahrungseiweiß zunächst in seine Bausteine zerlegt und die dabei freiwerdenden Aminosäuren werden dann abgebaut.
Dabei entsteht als Zwischenprodukt das Zellgift Amoniak, der von der Leber möglichst rasch in den ungiftigen Harnstoff übergeführt werden muss, der wiederum letztendlich über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden wird.
Überhöhte Eiweißaufnahme belastet insofern den Energiestoffwechsel, die Leber und die Niere und führt über den Mehranfall an Harn auch zu größeren Wasser- und Elektrolytverlusten.
Aber nicht nur überhöt aufgenommenes Nahrungseiweiß, sondern auch eine Unterversorgung an Eiweiß oder essentiellen Aminosäuren führt zur selben Situation, wenn z.B. vermehrt Muskelmasse abgebaut werden muss, weil der Körper zum Schutz lebenwichtiger innerer Organe oder Stoffwechselenzyme im Versorgungsmangel sich selbst "an die Substanz" gehen muss.
Fehlt eine essentielle Aminosäure, so wird diese beim Muskelabbau zwar frei und kann an zentral bedeutender Stelle zur Eiweißsynthese herangezogen werden, die restlichen Aminosäuren müssen aber nutzlos endverstoffwechselt werden, weil mit ihnen wegen des Fehlens einer essentiellen Aminosäure keine vollwertige körpereigene Eiweißstruktur mehr gebildet werden kann.