For ever young: Anti-Aging für Pferde (Teil 3)

For ever young: Anti-Aging für Pferde (Teil 3)

Wer durch einen Stall geht, kann sich oft wundern. Viele Pferde, die dort stehen, sind krank. Die Pferdebesitzer sehen ihren Tierarzt öfter als ihren Reitlehrer. Für Menschen, die viel Geld und Zeit für ihr Hobby „Reiten“ aufbringen, ist das ein ganz schöner Frust.
Andererseits gibt es Pferde, die bis ins hohe Alter super fit sind. Theoretisch können die Vierbeiner bis zu 35 Jahre alt werden. Solche Pferde sehen den Veterinär nur, wenn eine Wurmkur oder eine Impfung notwendig ist. Und sie arbeiten auch mit 20 Jahren freudig mit und buckeln vor lauter Lebensfreude, wenn sie nach draußen oder auf die Koppel dürfen.
Dabei ist das Anti-Aging-Programm für Pferde ganz einfach:
  • Gesunde Ernährung mit allen notwendigen Vitalstoffen.
  • Viel Bewegung in frischer Luft.
  • Erholung nach anstrengender Arbeit.
  • Kein Dauerstress.
  • Zuwendung und Lebensfreude.
Über gesunde Ernährung und Bewegung haben wir in den ersten zwei Teilen gesprochen.

Erholung nach anstrengender Arbeit
Dauerstress laugt den Organismus der Pferdes aus. Wenn ein Vierbeiner Leistung erbracht hat, also z. B. auf einem Turnier gestartet ist, muss eine Phase der Erholung folgen. Das Programm nach dem Turnierwochenende: ein gemütlicher Schrittausritt oder raus auf die Koppel oder das Paddock.
Wenn sich ein Pferd nach anstrengender Arbeit nicht regenerieren kann, wird es auf lange Sicht krank. Das Pferd ist ein Pflanzenfresser, bekommt also keinen Herzanfall. Dafür aber vielleicht ein Magengeschwür.

Zuwendung und Lebensfreude
Wir Menschen haben das Pferd zu unserem Partner gemacht. Wir halten die ehemaligen Steppentiere in Ställen und füttern sie mit Heu und Kraftfutter. Fast jeder Mensch möchte, dass es seinem Vierbeiner gut geht. Allerdings fühlt sich ein Pferd anders wohl als ein Mensch. Ein Pferd fühlt sich nicht unbedingt in einer Box, die kuschelig warm ist, wohl. Lieber toben die meisten Pferde mit ihren Artgenossen draußen in der frischen Luft. Schließlich sind Pferde vor allem Flucht- und Herdentiere. Das heißt sie müssen sich bewegen und mit ihren Artgenossen zusammen sein, um sich wohl zu fühlen. Jeder Pferdebesitzer sollte dies bedenken, wenn er möchte, dass ihn sein vierbeiniger Freund viele Jahre begleiten kann.

Wenn ein Pferd seine Bedürfnisse nicht ausleben kann, bedeutet dies Dauerstress. Die Folge: Krankheiten, Neurosen (Koppen und Weben) und sogar der Tod. Je mehr die physischen und psychischen Grundbedürfnisse des Pferdes erfüllt werden, desto mehr ist der Vierbeiner auch bereit mitzuarbeiten.

Viele Pferde müssen jeden Tag 23 Stunden in der Box stehen, denn sie werden von ihrem Besitzer maximal eine Stunde am Tag bewegt. Sie verschlingen in Windeseile ihr Futter und verbringen die restliche Zeit damit, sich zu langweilen. Allerdings heißt „artgerechte Haltung“ auch nicht, dass ein Vierbeiner in Gruppenhaltung den ganzen tag auf einer Koppel herumlaufen muss. Vielmehr bedeutet dies, dass die Haltung den natürlichen Bedürfnissen gerecht werden muss.

Dies beginnt schon mit dem Stall. Viele Pferde leiden unter Atemwegserkrankungen, weil in einigen Ställen die Luft viel zu staubig ist. „Luft herein“ sollte die Devise in den Ställen lauten. Lieber die Vierbeiner eindecken, als vorhandene Fenster bei Kälte schließen. Außerdem sollten sich Pferde viel bewegen, auch im Winter - und zwar nicht allein, sondern am besten mit den Artgenossen.
(Quelle: „Siege werden im Stall errungen – Das Anti-Aging-Programm für Sport- und Freizeitpferde von Monika Krämer, FN Verlag). Teil 1    Teil2
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