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Grundausstattung - Zaumzeug, Halfter und Trense

Pferd mit Zaum und Zügeln

Zaumzeug und Zügel

Wer hat das noch nicht gehört, sich zügeln oder im Zaum halten oder jemanden an die Kandare nehmen – alles Formulierungen aus dem Reitsport! Zaum, Halfter und Zügel dienen der Lenkung von Pferden und anderen Zug- und Reittieren. Ein Zaumzeug samt Zügel ist daher eine der wesentlichen Grundanschaffungen, dabei ist ausschlaggebend, welche Disziplin in Zukunft geritten wird. Grundsätzlich ist hier ebenso wie beim Sattel die Passform des Zaumes sehr wichtig, um dem Pferd beim Reiten keine Schmerzen oder Verletzungen zu zufügen. Elementare Bestandteile des Zaumes sind das Halfter und Kandare oder Trense – allerdings gibt es auch gebisslose Zäume wie das Hackamore. An dem Kopfgestell sind die Zügel befestigt. Bei der Bodenarbeit nennt man diese Lenkhilfen Longenleine, beim Fahrsport werden sie als Leinen bezeichnet. Über die Zügel oder Leinen können Druckpunkte im Maul, am Kinn und im Genick angesteuert und das Pferd entsprechend navigiert werden. Zügel unterscheiden sich in Material, Gewicht und persönlicher Vorliebe für schmale oder breite Ausführungen, offene oder geschlossene Zügel, zudem wird unterschieden zwischen Gurtzügeln, schmalen Kandarenzügeln, runden Baumwollzügeln oder schweren Lederzügeln. Beim Klassischen Reiten werden geschlossene Zügel verwendet, beim Westernreiten offene, meist schwere, breite Lederzügel, sogenannte Split Reins. Das Westernpferd wird grundsätzlich am langen Zügel geritten, die Lenkung erfolgt hauptsächlich über Kreuz- und Schenkelhilfen. Nur bei speziellen Kommandos kommen die Zügel kurzfristig zum Einsatz.

Verschiedene Zäume und Halfter

ZäumeBei jungen und daher meist noch ungestümen Pferden kommt häufig der sogenannte Kappzaum ohne Gebiss bei der Longenarbeit zum Einsatz, um das Pferd im sensiblen Maulbereich nicht zu verletzen. Daneben gibt es spezielle Varianten wie Fahr-, Spring- oder Westernzäume. Das Reithalfter ergänzt den Zaum, die älteste bekannte Form ist das Deutsche Reithalfter. Bis vor kurzem war in Deutschland vor allem das Hannoversche Reithalfter verbreitet, das besonders für Pferde wie Hannoveraner mit langer, gerader Kopfform oder auch bei leichtem Ramskopf geeignet ist. Dies wurde verdrängt vom Kombinierten Reithalfter, einer Mischung aus englischer und deutscher Variante mit zusätzlichem Sperrriemen über der Nase. Dieser muss exakt liegen, nicht zu tief auf der Nase um die Atmung über die Nüstern nicht zu behindern, aber auch nicht zu hoch, da es sonst zu Scheuerstellen bis hin zu Knochenentzündungen auf dem Jochbein kommen kann.

Welche Trense für mein Pferd?

Zaumzeug-FrieseDie Trense ist lediglich das Gebissstück des Zaumzeugs mit zwei seitlichen Ringen, an denen die Zügel befestigt werden. Es kommen  unterschiedliche Materialien zum Einsatz, die sich in Geschmack und Abnutzungsdauer unterscheiden: Metalle, auch mit Legierungen, Gummi, Kunststoff, Schaumstoff oder Leder. Leder gilt als besonders geeignet, ist aber auch pflegeintensiv. Die Trense wirkt direkt im Pferdemaul. Alles in allem gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sein Pferd aufzuzäumen, dabei wird grob unterschieden zwischen Zäumungen mit Gebiss wie zum Beispiel das Hannoversche Reithalfter mit Trensenzaum oder der Westernzaum, oder ohne Gebiss wie beispielsweise das Hackamore. Je nach Dicke, Beschaffenheit und Hebeltechnik wirken die Gebisse schärfer oder feiner auf das Pferdemaul. Eine Wassertrense schiebt die zwei Gebissteile beim Zügelzug zusammen gegen den Pferdegaumen, genannt Nussknackereffekt, was ein doppelt gebrochenes Gebiss verhindert. Stangengebisse liegen flach im Maul, haben jedoch je nach Länge und Form der außenstehenden Hebel eine große Wirkung bei nur kleinen Zügelkommandos wie zum Beispiel die Trense aus Gummi oder Leder.

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