Hochansteckende Virusinfektion: Influenza

Pferd - HustenDiese Pferdegrippe ist eine Viruserkrankung, die schlagartig die Atemwege befällt. Benannt nach dem ersten deutschen Krankheitsfall bei einem Englischen Vollblut auf der Berliner Rennbahn, zeichnet sich der „Hoppegartener Husten“ durch plötzliches Fieber, Husten und mangelndem Appetit aus. Der Nasenausfluss ist klar, wässrig bis schleimig und die Bindehaut ist meist gereizt und entzündet. Die normale Atemfrequenz von 10 bis 20 Zügen pro Minute ist erhöht und die Pferde pressen häufig den Bauch. Das Pferd wirkt schlapp.

Anders als bei üblichen Atemwegserkrankungen besteht nur ein kurzer Infektionszeitraum von 12 bis 24 Stunden. Das Pferd inhaliert Viren. Diese vermehren sich in der Nüsternschleimhaut, reizen diese, was den Husten auslöst, und greifen die Atemwege an, sodass die Lunge infiziert wird. Das Fieber steigt über 39,5 Grad Celsius bis 42 Grad Celsius und trockener, schmerzhafter Husten macht sich bemerkbar. 

Für die ersten 14 Tage sollte das Pferd komplett ruhig gestellt werden. Die Fieberphase dauert gemittelt drei Tage, dann fällt die Temperatur für einige Stunden oder sogar Tage und erhöht sich dann erneut. In den Fieberpausen ist der Husten feuchter und weniger schmerzhaft. In der gesamten Zeit ist das Pferd sehr empfindlich gegenüber anderen Atemwegserkrankungen, Staub und Ammoniak. Zur Genesung werden oft Antibiotika, Vitamine und andere unterstützende Mittel verabreicht, allerdings sollte die Haltung optimiert und dem Pferd genug Zeit zur Erholung gegeben werden. Denn bei guten Stallverhältnissen und entsprechender Schonung kann die Viruserkrankung schon binnen zehn Tagen verschwinden. Pferde - Haltung

Vorsicht ist immer noch geboten!

Heilt die Erkrankung ab, ist die Lunge jedoch noch für rund vier Wochen geschädigt, weshalb das Pferd die nötige Ruhe zum weitern Auskurieren haben sollte. Wird dies nicht beachtet, kann es zu chronischem Husten führen und sogar zu Muskelschäden mit dem Resultat dauerhafter Leistungseinschränkungen. Darum ist vor allem in der Galopperszene diese ansteckende Infektion gefürchtet.

Vorbeugemaßnamen für Influenza

Eine artgerechte Haltung ist das A und O für die Immunität des Pferdes, vor allem weil immer wieder neue Varianten der Viren auftreten. Da Influenza eine Tröpfcheninfektion ist und über Husten übertragen werden kann, befällt es meist alle Pferde in einem Bestand gleichzeitig. Daher sollte auch der Stall für vier Wochen gesperrt werden. Stallwände, Geräte, Hänger und Zubehör sind zu desinfizieren. Währenddessen sollten die Pferde weder in Kontakt kommen mit Pferden aus anderen Ställen noch sollten neue Pferde eingestallt werden.

Spritze

Aufgrund dieser Ansteckungsgefahr besteht seit 2000 die Pflicht des Impfens auf deutschen Turnieren,Zuchtveranstaltungen und Distanzritten, die im Equidenpass einzutragen ist. Seit 2005 gilt dies auch für den internationalen Sport. Pferde, die älter als ein Jahr sind, können durch zwei Impfungen im Abstand von sechs bis zehn Wochen resistent gemacht werden. Nachimpfungen sind alle sechs bis acht Wochen.