Hufbeschlaggesetz - Streit!

Streit um das verabschiedete neue Hufbeschlaggesetz

“No hoof – no horse“, übersetzt:  „Kein Huf – kein Pferd“ – so lautet ein englisches Sprichwort. Gesunde Hufe und gepflegte Hufe sind für die Vierbeiner lebensnotwendig. Deshalb hat unter Pferdebesitzern ein guter Hufschmied einen sehr hohen Stellenwert. Das sieht die Bundesregierung ebenfalls so. Mit den Stimmen von CDU/CSU, SPD und FDP hat der Deutsche Bundestag in Berlin Mitte Februar ein neues Hufbeschlaggesetz beschlossen. „Wir haben rechtliche Klarheit geschaffen und sorgen nun für ein einheitliches, hohes Niveau in der Hufbehandlung“, so Dr. Wilhelm Priesmeier (Rahden), Tierschutzbeauftragter der SPD-Bundestagsfraktion und Mitglied im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) hatte sich im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens ebenfalls für das neue Gesetz ausgesprochen.
Das zum kommenden Jahr in Kraft tretende Gesetz löst eine Regelung aus dem Jahr 1940 ab. „Eine Neufassung war überfällig“, so Priesmeier.
Nach dem alten Gesetz war zur Ausübung „des Huf- und Klauenbeschlags die Anerkennung als geprüfter Hufbeschlagschmied“ erforderlich.
Menschen, die bei Pferden alternative Hufpflege oder Huftechnik ausüben, durften dies bislang ohne gesetzliche Einschränkungen. Nach dem neuen Gesetz dürfen diese Hufpfleger und Huftechniker nicht mehr ihre Tätigkeit ausüben.

Mit dem neuen  Gesetz soll den Anforderungen des modernen Hufbeschlags entsprochen werden. Danach darf „der Huf- und Klauenbeschlag nur von geprüften und staatlich anerkannten Hufbeschlagsschmieden oder Hufbeschlagsschmiedinnen ausgeübt werden“. Auch die Ausbildung wird neu geregelt. Die bisherige Ausbildungszeit soll von einem auf zwei Jahre angehoben werden. Zur Vertiefung der theoretischen und praktischen Ausbildung sollen zudem Teile der Ausbildung an Hufbeschlagsschulen stattfinden. Diese Hufbeschlagsschulen dürfen nur betrieben werden, wenn sie staatlich anerkannt sind. Der Gesetzgeber begründet den Neuentwurf damit, dass der Huf- und Klauenbeschlag für den Tierschutz, die Gesundheit und die Erhaltung der Leistungsfähigkeit von Huf- und Klauentieren von erheblicher Bedeutung sei.

Hufpfleger und Huftechniker sind fest entschlossen, gegen das neue Gesetz vorzugehen. Sie befürchten in Zukunft eine erhebliche Einschränkung ihrer beruflichen Tätigkeit. Deshalb haben sich verschiedene Organisationen (Deutsche Huforthopädische Gesellschaft, Deutsches Hufregister in der BESW Hufakademie, Gesellschaft der Huf- und Klauenpflege und das Institut für Hufheilkunde und ganzheitliche Pferdebehandlung) zusammengetan. „Wir klagen vor dem Verfassungsgericht gegen das neue Hufbeschlagsgesetz“, bestätigt Dr. Alexander Wurthmann von der BESW Hufakademie auf Anfrage von Pferde.de.
Dr. Priesmeier glaubt nicht, das Hufpfleger und Huftechniker durch das neue Gesetz benachteiligt werden: „Wir haben durch eine angemessene Übergangsfrist für Planungssicherheit gesorgt. Außerdem erhalten alle bereits als gewerbliche Hufpfleger tätigen Männer und Frauen einen erleichterten Zugang zu den erforderlichen Qualifikationen. Auch besteht in Zukunft die Möglichkeit, über die Ausbildung zum Hufbeschlagschmied hinaus weitere Qualifikationen in der Hufbehandlung zu erlangen und mit diesen zu werben.“

Der Gesetzesentwurf steht hier als PDF-Dokument zur Verfügung.
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