Kampf der Mauke

Kampf der Mauke

Jetzt im Winter erkranken viele Pferde an Mauke. Es beginnt ganz harmlos: Erst rötet sich die Haut in der Fesselbeuge, dann wird sie warm und platzt schließlich auf. Bläschen und kleine Knötchen bilden sich. Im weiteren Krankheitsverlauf entsteht eine nässende, wunde Oberfläche mit übel riechendem, schmierigen Belag. Schließlich entwickelt sich eine dicke Kruste, die nicht ein Zeichen für die Heilung ist, sondern die Krankheit weiter voran treibt. Für ein Pferd ist das alles sehr schmerzhaft, manche Pferde lahmen sogar. Wenn die Mauke nicht behandelt wird, kann sie chronisch werden. Die Haut verhornt und bildet warzenähnliche Krusten. Diese Form der Erkrankung wird deshalb Warzenmauke genannt.
Manchmal kommt es auch zu einem Einschuss und das ganze Bein schwillt an. „Auf einmal war das ganze Bein von Luzern dick“, erzählt Manfred Bolduan. Der Werbekaufmann hatte die kleine nässende Stelle in der Fesselbeuge seines Hosteiner Wallachs zunächst gar nicht bemerkt. „Der Tierarzt sagte dann, dass Luzern Mauke hat. Daran hatte ich überhaupt nicht gedacht.“
Mauke wird durch bakterielle Infektionen, Pilze, aber auch durch Milben hervorgerufen. Ursache für diese langwierige Hauterkrankung ist meistens Nässe auf Paddocks und im Stall. Wenn Pferde gerade jetzt in der nassen Jahreszeit stundenlang im Matsch stehen, der noch von Pferdeäpfeln und Urin durchsetzt ist, hat die Mauke ein leichtes Spiel. Auch Ställe, die nicht regelmäßig gemistet werden, bieten einen idealen Nährboden für Keime. Wer die Beine seines Pferdes jeden Tag mit Wasser abspritzt, kann ebenfalls Probleme mit dieser hartnäckigen Krankheit bekommen.  Anfällig sind besonders Pferde mit weißen Beinen und Kaltblüter. Eine Untersuchung der Tierärztlichen Hochschule von Hannover ergab, dass bei allen Kaltblutrassen die „Mauke ein ernsthaftes Problem“ darstellt. Der Grund: Der starke Fesselbehang dieser Rasse ist ein idealer Schmutzfänger.
Um Mauke zu vermeiden, kommt es vor allem auf eine gute Vorbeugung an:
  • Pferde nicht zu lange im Matsch stehen lassen.
  • Nach dem Abspritzen die Fesselbeuge gründlich abtrocknen.
  • Schlamm möglicht antrocken lassen und dann vorsichtig abtrocken.
  • Langhaar an den Fesseln nicht abschneiden. Es schützt die Fesselbeuge vor Nässe.
  • Auf eine saubere, trockene Box achten.
  • Eine ausgewogene Ernährung unterstützt den Heilungsprozess.
Trotz aller Pflege, kann die Mauke trotzdem ausbrechen. Welche Behandlungsmethoden sind dann geeignet?
Im Anfangstadium, wenn die Haut erst gerötet und warm ist, lässt sich die Mauke natürlich am besten behandeln. Dann hilft es zunächst, die Fesselbeuge gründlich mit warmen Wasser zu waschen und eine entzündungshemmende Creme (Zink-Lebertran-Salbe, Calendula-Salbe oder Sulfononamid-Lebertran-Salbe) auf die erkrankten Hautstellen aufzutragen. Manche Pferdebesitzer haben auch mit Aloe-Vera-Produkten und Ingwerwurzeltinkturen gute Erfahrungen gemacht. Aber Achtung: Sobald die Wunden zu nässen beginnen und sich eine Kruste bildet, sollte ein Tierarzt hinzugezogen werden.
Ist die Mauke bereits weiter fortgeschritten ist folgende Behandlung angezeigt:
  • Ein- bis zweimal wöchentlich mit warmen Wasser und milden Shampoos, die Schwefel oder Salizylsäure enthalten waschen.
  • Danach werden die betroffenen Hautstellen mit dreiprozentiger Wasserstoffperoxyd-Lösung oder Betaisadona-Lösung behandelt.
  • Um die Kruste zu lösen, können auch Angußverbände mit Rivanol helfen.
  • In machen Fällen ist eine Behandlung mit Antibiotika erforderlich.
  • Spaziergänge mit dem Pferd, um die Durchblutung zu fördern
Bei der Warzenmauke helfen diese Behandlungen allerdings nicht. Die Wucherungen müssen operativ entfernt werden, und auch dann ist eine Heilung nicht garantiert.

Quellen: St. Georg Ausgabe vom Februar 2004 / „Untersuchung zur Prävalenz von Mauke bei deutschen Kaltblutpferderassen“, Tierärztliche Hochschule Hannover, Klinik für Pferde.

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