Landesschau 2009 – Vergabe der Staatsprämienanwartschaft

PRESSEMITTEILUNG
25.06.2009

Landesschau 2009 – Vergabe der Staatsprämienanwartschaft

In einheitlichem grau mit gelegentlichen Schauern präsentierte sich das Wetter am 19. und 20. Juni auf der Olympia-Reitanlage in München-Riem. Pferd und Mensch trotzten aber dem Wetter und zeigten sich von ihrer besten Seite.
Die weiblichen Zuchthoffungen der Rassen Haflinger, Süddeutsches Kaltblut und Bayerisches Warmblut waren an diesen Tagen zur Staatsprämienschau auf die Olympia-Reitanlage geladen. Insgesamt 189 Stuten der drei Rassen waren zur Schau zugelassen. Die begehrten Tickets nach Riem wurden zuvor bei den regionalen Stutbucheintragungen vergeben. Die Auszeichnung als Staatsprämienanwärterin auf der Landesschau stellt die erste Stufe auf dem Weg zur Staatsprämienstute dar, denn erst nach erfolgreich abgelegter Leistungsprüfung und einer Abfohlung ist eine Stute berechtigt, diesen begehrten Titel zu tragen. Auch die geladenen Gastrichter waren mit den Stutenjahrgängen der drei Rassen äußerst zufrieden und kommentieren nachstehend die Sieger- und Reservesiegerstuten. Auszug aus dem Kommentar von Gastrichter Claus Schridde, Warmblut: Der Sieg ging an die Dunkelfuchsstute mit dem bezeichnenden Namen Madame Couleur, eine Tochter des Fürst Grandios aus einer Don Primero-Rasso-Mutter, gezogen aus einem reinen Vollblutstamm. Sehr weiblich, viel Volumen, in allem passend, harmonisch und mit energischem Auftreten setzte sie sich auf dem Endring durch.

Gleich zwei Töchter des Pasolongo, einem Vertreter der leider schmal gewordenen Linie des Pik As xx, schafften den Sprung in den Endring, darunter die Reservesiegerin Lady Kelly, die bereits vierjährig und ansonsten der I a-Preisträgerin zumindest ebenbürtig war. Wunderschön in der Gesamtaufmachung, mit geschmeidigen Bewegungen, guter Körperaufteilung und viel Noblesse, kurzum: eine Stute, die am Anfang der Kollektion stand und von der der Chronist die ganze Schau hindurch gefesselt war mit der hohen Erwartung des Auftritts auf dem Endring, wo sie ihre überragende Form erneut bestätigte. Pasolongo-Weltmeyer-Silvio I-Akzent II-Freiherr-Admiral I-Lavendel-Agram, so der leistungsstarke Pedigree-Unterbau, optisch klar geprägt durch den Muttervater Weltmeyer. Der Stamm ist vor allem bei Josef Wernke in Cloppenburg stark verbreitet, aber Peter Kelberger (Bad Birnbach) hat mit dieser Stutenlinie in den letzten Jahren eine eigene Strategie entwickelt und schon zahlreiche Erfolge einfahren können.

Beste Springstute wurde auf der I c-Position eine Rarität aus dem Haupt- und Landgestüt Schwaiganger: Astra, eine Tochter des Asti Spumante aus einer Mutter von Law Society xx-Rasso-Kadi-Komet/T. Trocken und markant, locker und mit viel Schub ausstaffiert, schob sie sich in die vorderste Phalanx. Von vier Stuten aus Schwaiganger wurden drei mit der Staatsprämie bedacht. Astra erfährt ihre besondere Note durch den Muttervater Law Society xx, der ansonsten nur in der Vollblutzucht zum Einsatz gekommen ist.
Auf dem Endring gingen weiterhin unrangiert Töchter der Hengste Florestan I, Samarant, Wolkenstern, Lizarazu, Unée, Carlando I, Candillo, Stedinger, Contendro I und als einzige direkte Vollbluttochter eine Stute von French Buffet xx.

Insgesamt war die Staatsprämienschau ein beeindruckender Querschnitt durch die Arbeit der bayerischen Warmblutzüchter, und es war für mich als Gastrichter besonders beeindruckend zu sehen, dass sich einstige Siegerfohlen bei Championaten oder Schauen, die ich seinerzeit habe richten dürfen, nun auch in der Creme de la Creme ihres Jahrgangs behaupten konnten.

Auszug aus dem Kommentar von Gastrichter Dr. Friedrich Marahrens, Süddeutsches Kaltblut und Haflinger: Süddeutsches Kaltblut

Zur diesjährigen Landesschau wurden auf den verschiedenen Auswahlterminen 64 Stuten eingeladen. Wie schon vor drei Jahren von mir erwähnt, wurden die hervorragend gemusterten Stuten von Züchtern vorgeführt, deren Passion und Engagement eine besondere Erwähnung verdienen.
14 Stuten kamen in den Endring, von denen drei rangiert wurden. Den dritten Platz erreichte die Anja von Ganimedes, eine sehr korrekte und großlinige Stute, die auch über genügend Bewegungspotential verfügt. Allerdings blieb sie nach Aussage der Richter unter ihren Möglichkeiten, die sie bei der Auswahl angedeutet hatte. Die Reserve-Siegerstute Desiree von Rubinstein war sicherlich das kompletteste Pferd, das auf der Landesschau bei den Kaltblütern konkurrierte. Die 166 cm große Stute bestach hinsichtlich Typ, Großlinigkeit und Bewegungsgüte. In der Summe der Bewegungsnoten noch besser war die Siegerstute Mella von Vandino, die allerdings in Größe und Substanz der Zweitplatzierten unterlegen war. So war es ein Abwägen der Kommission, wo die Schwerpunkte liegen sollten, die Entscheidung fiel zu Gunsten der Grundgangarten aus. Haflinger/Edelbluthaflinger

Bei den Haflingern und Edelbluthaflingern wurden insgesamt 49 Stuten zur Landesschau eingeladen. Es war eine weise Entscheidung der Verbandsführung, die beiden Rassen gemeinsam zu richten und nur die Qualität der vorgestellten Pferde zu berücksichtigen. Die gesamte Kollektion war in diesem Jahr sehr elegant und mit der gewünschten Großlinigkeit ausgestattet.

Die Widerristhöhe hatte bei den zwölf Endringstuten ein Durchschnittsmaß von 147,7 cm, was ein deutlicher Hinweis auf die Forderung des Marktes nach größeren Stuten ist. Allerdings ist darauf zu achten, dass im Turniersport nach wie vor die Grenze bei 148 cm liegt.

Rangiert wurden auf dem Endring drei Stuten, die Drittplazierte Little Moon von Nitendo war schon vierjährig. Zwei gute Grundgangarten zeichneten die bildschöne Stute aus, die in ihrem weiblichen Charme kaum zu überbieten war. An zweiter Stelle ging die Navina von Andiamo, eine insgesamt noch unfertig wirkende Stute mit ebenfalls ungemein viel weiblichem Ausdruck. Der Trab war gekennzeichnet durch viel Elastizität, die die Bewegungen besonders federnd erscheinen ließen. Der Schritt war fleißig und geregelt, allerdings hätte er noch etwas gelassener und raumgreifender sein können. Unumstrittene Siegerstute war die Overa K von Niron, ein Stutenmodell, das man nicht alle Tage zu Gesicht bekommt. Hinsichtlich Ausstrahlung, Körperharmonie und Bewegungsgüte kam sie dem Zuchtziel sehr nahe.