"Magengeschwüre" - Tipp von Taimi Pimentola-Heikkinen
Taimi Pimentola-Heikkinen aus Ristiina in Finnland hat uns freundlicherweise einen tollen Tipp zu unserem Thema "Magengeschwüre" geschickt:
herzlichen Dank für Ihren informativen Artikel. Auch ich habe (schon wieder!) mit meinem Pferd "Elbrus" Erfahrungen auf diesem Gebiet gemacht. Als er vor fast zwei Jahren zu mir kam, litt er an massiven Störungen bei der Futteraufnahme. Er war bis dahin in einem recht grossen Stall gewesen, mit ca. 19 anderen Pferden auf einer Stallgasse, ein ständiges Kommen und Gehen, enorm laute Boxentüren, seine langwierige Erkrankung. Das alles hatte seine Spuren hinterlassen. Er war untergewichtig und frass wärend des Tages keine seiner Futterrationen ausser den Karotten und dem getrockneten Roggenbrot. Nachts wurde dann ein Teil verzehrt, der Rest blieb im Trog. Sein Futter bestand damals hauptsächlich aus Müsli.
Nachdem ich schon vor seinem Umzug auf das Problem aufmerksam wurde, fing ich an mich nach geeigneten Besserungs- bzw. Heilmethoden umzuhören, da eine Spiegelung zu diesem Zeitpunkt für ihn nur noch mehr Stress bedeutet hätte. Von bekannten Traber-Besitzern erhielt ich dann folgendes Rezept:
Mann gebe zu jeder Kraftfuttergabe ausser Karotten auch ca. einen Liter Leinsamenschrotbrei. Dieser wird zubereitet, indem man ca. 7dl Leinsamenschrot mit kochendem Wasser mit dem Schneebesen verrührt und auf eine Gesamtmenge von ca. 10l aufgiesst. Der Brei hat hierbei zwei verschiedene Funktionen:
Zum einen hat der Schleim, der sich bildet, eine heilende Funktionauf die Schleimhaut des Magendarmtraktes. Zum anderen kleidet der Schleim beim Durchwandern des Verdaungstraktes diesen mit einer Schutzschicht aus und verhindert so ein Stauen von jeglichem Futter und wirkt so auch aktiv kolikpräventiv. Er behindert aber nicht das Resorbieren der Nährstoffe.
In unserem Stall bekommen alle Pferde mindestens einmal täglich eine Gabe Leinsamenschrotbrei. Unsere beiden Pferde, der bereits erwähnte 13jährigeTrakehnerwallach sowie die 16jährige Friesenstute meiner Tochter, erhalten morgens wie abends davon, seitdem sie bei uns sind.
Auch als Vorbeugung gegen altersbedingte Koliken ist der Brei eine sehr günstige und wohlschmeckende Massnahme. Bei uns werden die Tröge ausgeleckt und es hat in den letzten vier Jahren keine einzige Kolikerkrankung gegeben.
Ich kann dieses einfache, preiswerte Heilmittel allen privaten wie professionellen Pferdehaltern/besitzern nur wärmstens ans Herz legen. Ich
bin überzeugt, dass es so manchem Pferd das Leben nicht nur erleichtert
sondern auch verlängert.