Morning Show: Halterpferde und ihre Vorsteller

Morning Show: Halterpferde und ihre Vorsteller

Sie sind am frühen Morgen die Ersten im Stallzelt. Sie waschen, putzen, striegeln, pudern, ölen, kämmen, flechten. Sie sind auch die Ersten in der Showarena, oft kaum von den Zuschauern beachtet. Halterpferde und ihre Vorsteller sind die Frühaufsteher auf allen Turnieren. Bewundert werden sie dafür wenig. In Deutschland erscheinen die Halterprüfungen oft als Randerscheinung.

Die Ausbildung eines Halterpferdes aber ist mindestens ebenso aufwändig, wie die eines Reitpferdes. Schon die Kleinsten müssen lernen was Disziplin heißt und wie man sich präsentiert. Ihre Vorsteller brauchen neben viel theoretischem Wissen rund um Exterieur, Bewegungsabläufe und Fütterung auch viel praktische Trainingserfahrung, Geduld und Gefühl. Bis ein Weanling wie ein Million Dollar Pferd glänzt, mit kurzer Mähne, mit kurzem, aber seidigem Schweif korrekt und bündig in der Bahn steht, müssen alle Beteiligten viel arbeiten.

Das AQHA Regelbuch definiert Halter als eine Zuchtprüfung, bei der die Ausgewogenheit und die Korrektheit des Exterieurs, die Bemuskelung, die Rasse- und Geschlechtscharakteristika bewertet werden. Conformation: die körperliche Erscheinung, bestehend aus einer Kombination von Muskulatur, Knochenaufbau und anderen Körpermerkmalen. Ziel dieser Klasse ist, den Typ des American Quarter Horse durch die Auswahl von Pferden in der Reihenfolge ihrer Ähnlichkeit zum Rasseideal zu erhalten, das die möglichst positive Kombination aus den Rassemerkmalen, ausbalanciertem Gebäude, Bemuskelung, korrektem Fundament (Struktur) und Geschlechtstyp ist.Das ideale American Quarter Horse, vorgestellt am Halfter, ist ein Pferd, das folgende Merkmale aufweist:
  • Ein typvoller Ausdruck als Ergebnis aus einer Mischung aus einem attraktiven Kopf,
  • guter Ganaschenfreiheit,
  • wohlproportioniertem, gut angesetzten Hals,
  • langer schräger Schulter,
  • großer Gurttiefe
  • kurzem Rücken,
  • guter Anbindung zur Kruppe,
  • gut ausgeprägter und muskulöser Kniepartie, (untere Kruppemuskulatur),
  • gut ausgeprägten äußeren Schenkelmuskeln, (gaskin),
  • muskulösen Unterarm, (forearm und muskulöser Brust(chest).
Diese Merkmale sollten mit geraden und korrekten Beinen und Hufen verbunden sein, die frei von Fehlern sind. Das Pferd sollte ein balancierter Athlet sein, der überall gleichmäßig bemuskelt ist. Das Pferd wird außerdem in Schritt und Trab vorgestellt, so dass die Richter die Gangqualitäten oder eventuelle Lahmheiten erkennen können. Kritiker der Halterprüfungen aber sind der Meinung, dass gerade diese vernünftigen Kriterien nicht klar eingehalten werden. Die Pferde, so heißt es oft, sind hoch gefüttert und unreitbar. Das mag in einigen Fällen sicher stimmen, denn vor allem in Amerika werden längst Halterspezialisten gezüchtet, die tatsächlich nur in diesen Prüfungen vorgestellt werden. Für das deutsche Pferdeverständnis ist das nur schwer nachvollziehbar und so sieht man hier in den Halterprüfungen meist Reitpferde mit entsprechendem Exterieur und Erscheinungsbild.

Der Ablauf der Klasse
Die Pferde werden einzeln im Schritt dem Richter vorgeführt. Wenn das Pferd sich dem Richter nähert, tritt dieser zur rechten Seite weg (links vom Pferd aus gesehen), um dem Pferd die Möglichkeit zu geben, geradeaus zu einer 15 m entfernt aufgestellten Pylone zu traben. An der Pylone soll das Pferd nach links abbiegen, wobei es im Trab bleibt und zur linken Wand oder Zaun trabt. Nach dem Traben werden die Pferde Kopf an Schweif aufgestellt zur individuellen Inspektion. Der Richter soll das Pferd von beiden Seiten sowie von vorn und hinten beurteilen.

Offensichtliche Lahmheit ist ein Grund zur Disqualifikation. Die Lahmheit muss konsistent im Trab unter allen Umständen zu beobachten sein (nach: American Association of Equine Practitioners) Disqualifiziert werden außerdem Pferde mit einem Überbiss - kein direkter Kontakt zwischen den oberen und unteren mittleren Schneidezähnen (englisch: Parrot Mouth) und Cryptorchiden (Hengste mit nur einem sichtbaren Hoden).

Grand und Reserve Champions werden aus den Erst- und Zweitplatzierten aus den verschiedenen Altersklassen und in jeder Geschlechtsklasse gekürt. Auf jeder approved Show muss Grand- und Reserve-Champion bestimmt werden. Pferde werden nach Alter absteigend sortiert Kopf an Schweif aufgestellt. Die Inspektion der Pferde erfolgt dann lediglich im Profil, nicht mehr vorne und hinten.

Korrektes Fundament
Manche Pferde, die kein korrektes Fundament haben, bleiben lahmfrei ihr ganzes Leben - Aber: die meisten Pferde, die lahm werden, haben kein korrektes Fundament.
Das Richten von Halter Klassen ist eine positive Evaluierung:
der Balance
der Bemuskelung
des korrekten Fundaments
des Geschlechtstyps

Zusammenfassung

Das ideale American Quarter Horse:
Ein typvoller Ausdruck als Ergebnis aus  einer Mischung aus einem:  
attraktiven Kopf,
gute Ganaschenfreiheit,
wohlproportioniertem, gut angesetzten Hals,
langer schräger Schulter,
langer Gurttiefe,
kurzem Rücken,
guter Anbindung zur Kruppe,
gut ausgeprägter und muskulöser Kniepartie (untere Kruppenmuskulatur),  
gut ausgeprägten äußeren Schenkelmuskeln (gaskin),
muskulösem Unterarm (forearm),
und muskulöser Brust (chest),

In jedem Fall wird ein korrektes Haltertraining einer späteren Reitkarriere nicht schaden. Der Youngster hat dann schon früh Erfahrungen sammeln können, vieles gesehen und gelernt. Er akzeptiert angebunden zu sein, Menschen die ihn berühren, kennt die Fahrten mit dem Hänger, fremde Boxen in fremder Umgebung, neue Geräusche auf dem Turnier und andere Pferde ängstigen ihn nicht mehr und, last but not least, er weiß, wann er sich wie zu benehmen hat. Schließlich sind auch für einige AQHA Champion Titel Halterpunkte notwendig. Für die All-Around Reiter ist die Halterklasse ein Muss und bei einer guten Platzierung in der Klasse schaffen die gewonnenen Punkte ein solides Polster in der All-Around Wertung für die Show, auf dem dann die Reitpunkte zusätzlich verdient werden können.

Und was Hänschen gelernt hat, kann das älter werdende Pferd selbstverständlich auch weiterhin zeigen und die Halterkondition ist in den Pleasure- und Westernridingklassen sicher kein Nachteil. Die Basis für ein effektives Training bilden Vertrauen, Routine und Konsequenz. Der Schlüssel zum Erfolg liegt - wie in den Reitklassen -in der geduldigen und konsequenten Arbeit zu Hause. Pferde haben Vertrauen in eine starke Führung und haben sie das einmal vom Boden aus gelernt, vergessen sie es auch als Reitpferde nicht mehr.

Expertenstimmen:

Helga Hommel

Über das im AQHA-Regelbuch definierte Ideal eines Halterpferdes hinaus, ist für mich ein gutes Halterpferd eines, das auf den ersten Blick eine starke Persönlichkeit sichtbar werden lässt. Es sollte eindeutig eine feminine oder maskuline Ausstrahlung haben und über einen harmonischen, balancierten Körper verfügen. Persönlich gefallen mir besonders "mächtige" Halterpferde mit sehr feinem Genick. Halterpferde ganzjährig in "good Shape" zu halten und in guter Halterkondition, verlangt viel Erfahrung, viel Sorgfalt und Fingerspitzengefühl in Fütterung, Haltung und Umgang. Ich habe dazu noch den Anspruch, den Halterpferden ganzjährig täglich freien Auslauf zu bieten. Die Ausbildung erfordert von dem Trainer viel Disziplin und Konsequenz, wie wohl jede professionelle Ausbildung.

Sicherlich ist die Berichterstattung in den gängigen Szenemedien eher unterrepräsentiert. Meines Erachtens zu Unrecht, da die Startzahlen der Halterklassen international hoch sind. Welche große Bedeutung die Halter und die damit erreichten Punkte für die AQHA haben, ist schon an der Notwendigkeit für Championtitel zu sehen. Wenn Halter nicht ausreichend wahrgenommen wird, dann liegt das an der mangelnden Berichterstattung. Dies liegt m.E. unter anderem an dem mangelnden Sachverstand der Berichterstatter. Für diese scheint die Halterbewertung ein Buch mit sieben Siegeln zu sein. Vergessen scheint dabei auch, dass die AQHA und DQHA ein Zuchtverband ist und die Ergebnisse in den Halterprüfungen über die Qualität des Quarter Horses Auskunft gibt. Wir sollten also auf dem Laufenden gehalten werden. Die einen starten ihre Pferde in der Halter, um notwendige Punkte für Titel zu sammeln, andere, um ihre Pferde an die Showatmosphäre zu gewöhnen. Der beste Grund ist sicherlich, weil es einfach Freude macht.

Hubertus Lüring
Ein gutes Halterpferd sollte in jedem Lebensalter sehr korrekt gebaut sein, gut ausbalanciert sein, gerade Knochen, gute Oberlinie und einen guten Charakter besitzen. Ein Rezept gibt es natürlich auch hier nicht und eine gute Portion Glück bei der Aufzucht spielt natürlich auch mit, denn Mutter Natur hat ja auch ein wenig mitzureden. Die meisten Leute denken ein Halterpferd muss nur kräftig gefüttert werden, dann klappt es schon. Aber es ist vom Fohlen an mit sehr viel Arbeit verbunden. Vielleicht würde es mehr Leute in der Halter geben, wenn es darüber mehr Infos geben würde,denn die meisten wissen nicht, wie sie es anstellen müssen. Ich persönlich würde mich sehr freuen, wenn es mehr Interesse geben würde.

Sicherlich wird die Halter von vielen Leuten belächelt und unterbewertet, da bei vielen Leuten nur das Reiten zählt, aber gerade diese Pferde sollen ja auch einmal gute Reitpferde werden und viele vergessen dabei, dass schon die Fohlen, angefangen bei den Fohlenschauen über die vielen Haltershows schon sehr geprägt werden und es ist immer ein gutes Training für die Tiere. Die Tiere kennen viel, sind sehr cool und umgänglich und das macht sich hinterher beim Anreiten sehr sehr bezahlt. Abgesehen von diesen ganzen Vorteilen ist es natürlich für den Züchter selbst eine Gewissheit, wenn er über mehrere Turniere bei verschiedenen Richtern gute Platzierungen hat (wenn mehrere in der Klasse sind) und ein gutes Zuchtergebnisse bis dahin hat. Ich hoffe, ich konnte weiterhelfen.  Bei Fragen rund um Halter gebe ich gerne noch weitere Auskunft und Tipps.

Marko Dumeier
Ein gutes Halterpferd hat im Wesentlichen dieselben guten Punkte wie ein Reitpferd. Wichtig ist Balance, ein guter Halsansatz, gerade Beine, die frei von Fehlstellungen sein sollten, eine gute Grundmuskulatur und ein geschlechtstypischer Kopf und Phänotyp allgemein. Soll heißen, eine Stute soll aussehen wie eine Stute und nicht wie ein Hengst.

Für mich hat ein gutes Halterpferd eine gute Größe (ca. 1,60 bis 1,65 als Endmaß) und eine gute Grundsubstanz(Knochen und Hufe), damit das Gewicht auch gut getragen werden kann. Besonderen Wert lege ich auf einen guten Hals, eine gute Ganaschenfreiheit ist natürlich essenziell. Der Kopf muss geschlechtstypisch sein, mit einer recht kurzen Nase und großen, freundlichen Augen. Der Rücken sollte kurz sein und die Winkelung der Hinterhand nicht allzu stark. Wichtig ist auch hier die Bemuskelung des Rückens und der Hinterhand, die schon in einer guten Ausprägung vorliegen sollen, damit sie durch das Training gut ausgebildet werden können.

Wichtig ist mir, dass die Pferde den „Look" haben, der sie als ein besonderes Pferd kennzeichnet, denn diese Pferde können einen Richter bei einer knappen Entscheidung oft überzeugen. Ich möchte an dieser Stelle mit einem alten Vorurteil aufräumen. Es gibt kein Geheimrezept, keine magische Lotion, kein Wunderfutter und kein Medikament, um Halterpferde fit zu machen. Haltertraining ist eine harte Arbeit für Pferd und Trainer. Das Training von Halterpferden umfasst nicht nur die Fütterung, sondern auch die Pflege der Pferde und den Work-Out. Haltertraining stellt an den Horseman besondere Herausforderungen. Wichtig ist, mit einem kritischen Auge immer wieder zu beobachten, in welche Richtung sich das Pferd entwickelt. Wichtig ist es, das Alter des Pferdes, eventuelle Wachstumsschübe und das Geschlecht des Pferdes zu beachten.

Auch hier möchte ich mit einem Vorurteil aufräumen, Fett ist nicht fir. Es ist wichtig, dass die Pferde ausreichend gefüttert werden, damit genug Substanz vorhanden ist, aus der die Muskulatur gebildet werden kann.

Ja, Halter wird falsch bewertet und Nein, Halter wird nicht ausreichend wahrgenommen. Eine Statistik der AQHA aus dem Jahre 2004 zeigt, dass rund 25% aller Starts in AQHA Klassen, Halterstarts sind. Dieses Bild wird konterkariert von den Bildern aus Deutschland - leere Klassen und leere Ränge. Während meiner Besuche auf großen Shows in USA konnte ich feststellen, dass die Halterklassen ein echter Publikumsmagnet sind und Pferde Scharen von Fans anziehen und auch die Klassen mehr zelebriert werden.

Natürlich hat die Halterklasse in USA eine andere Tradition als in Deutschland. Dennoch denke ich, dass auch die Halterprüfungen in Deutschland in einem anderen Licht wahrgenommen werden sollten. Da wir keine reinen Showhorses haben, also Pferde, die nie geritten werden und nur Halterpferde bleiben, sondern in der Regel die Pferde als 3-Jährige unter dem Sattel gestartet werden, bildet das Haltertraining eine solide Basis, um junge Pferde an das Turniergeschehen  und die Turnierroutine zu gewöhnen.

Für Züchter ist die Halterklasse ein zweiter Maßstab, neben der qualifizierten Beurteilung durch die DQHA Zuchtrichter, das Pferd objektiv beurteilen zu lassen. Die oft angeführte Differenz in den Urteilen zwischen DQHA Zuchtrichtern und AQHA Richtern hat sich, wie die Statistiken beweisen, als Luftblase erwiesen. Ein gutes Pferd ist eben einfach ein gutes Pferd. Es ist die Gelegenheit, die Produkte der Zucht in der Öffentlichkeit vorzustellen, potentielle Interessenten für Deckhengste zu gewinnen und eventuelle Käufer für die Nachzucht zu aquirieren. Auch hat der Züchter eine Erfolgskontrolle, wenn er seine Pferde vorstellt. Denn er kann von mehreren unabhängigen Richtern sein Zuchtmaterial und seine Nachzucht bewerten lassen und daraus seine Schlussfolgerungen ziehen. Den Jugendlichen und Amateure, die nicht die Zeit und die Mittel haben, ein Pferd im professionellen Training zu lassen, wird durch die Halterklassen die Möglichkeit gegeben, am Turniergeschehen teilzunehmen und den Spaß am Showen von Quarter Horses zu genießen bzw. zu entdecken. Auch hier sieht man einen interessanten Trend aus USA. Oft werden Pferde von Amateuren in Halterklassen vorgestellt, die Pferde lieben und an Shows teilnehmen wollen, aber nicht die notwendige Zeit haben, sich intensiv auf die Reitklassen vorzubereiten. Eine Entwicklung, die hoffentlich auch noch nach Deutschland kommen wird.

Nun für diejenigen, die gerne sehr früh aufstehen (zu diesen Leuten gehöre ich ehrlicherweise nicht), ist die Halterklasse eine Offenbarung. Alle anderen müssen sich sehr früh aus dem Bett quälen, um die Pferde für die Prüfung vorzubereiten. Hufe blacken, Mähne einflechten und das Pferd makellos putzen macht einfach Spaß und wenn dann das Pferd richtig herausgeputzt in die Prüfung geht, dann entschädigt dies für das frühe Aufstehen.

Circle L Ranch, Volker Laves
Die Auswahl und Beurteilung für ein Pferd, das in den Halterklassen vorgestellt werden soll, ist nichts anderes als die Auswahl und Beurteilung für ein perfektes Reitpferd. Da es in Europa fast keine richtigen „Halterpferde" gibt, (mit Ausnahme einiger Züchter in Italien), können hierzulande hochwertige Quarter Horse Reitpferdetypen konstant in den Halterklassen gewinnen. Im Allgemeinen geht die Tendenz auch bei der AQHA wieder zu einem Performance Halterpferd. Hier muss das Pferd im Verhältnis: Körpermasse-Knochenausbildung-Hufausbildung, wieder in einem vernünftigen Verhältnis stehen. Grundsätzlich sollte jedes Pferd, das in Halterklassen gezeigt wird, sehr korrekt auf den Beinen sein und muss dem Rassetyp (Keilkopf, freies Genick, balancierte Oberlinie, Bemuskelung, lockere Bewegungen) entsprechen.

Die Grundlage des Zuchtgedankens der Quarter Horses ist ein optimal gebautes Reitpferd zu züchten. Hier gilt der Grundsatz „Form to Function" auch heute noch, in Europa ist dies auch das Kernprinzip der Halter-Prüfungen. In den USA hat sich die Halter-Prüfung in ihrer Spezialität, aufgrund der Masse auf den falschen Weg begeben. Dieses Vorurteil kann man nicht auf die Halterklassen in Europa übertragen, wie es sich in der Vergangenheit gezeigt hat.

Durch die Organisation der Turniere bedingte frühe Startzeit der Halter Prüfungen, gibt es leider nicht so viele Zuschauer, als wenn die Klassen später am Tag wären. Jedoch ist mit Freude festzustellen, mit wie viel Elan die Teilnehmer ihre Pferde zur frühen Morgenstunde vorbereiten und mit welchem Stolz sie ihre Pferde dem Richter präsentieren.

Für das Erlangen eines AQHA Titels, Register of Merit, AQHA Champion, sind auch Halterpunkte notwendig, um diese Titel für ein All Around Pferd zu erzielen. Weiterhin ist es ein gutes Gewöhnungs-Show-Training für junge Pferde, die Turnieratmosphäre im Rahmen der Halterprüfungen schon in jungen Jahren zu erleben, was sie später als Reitpferd viel besser handhaben lässt.

Gleichfalls ist es auch für die Jugendlichen und Amateure eine gute Erfahrung, wenn sie am Boden stehend in Halter und Showmanship dem Richter das Pferd präsentieren, um damit entsprechende Sicherheit zu gewinnen, was natürlich ein gut trainiertes Pferd voraussetzt. Somit ist hier ein optimaler Einstieg für Mensch und Pferd gegeben.

Tina Ulbrich
Ich lege viel Wert auf Balance und eine entsprechende Bemuskelung, wobei diese angemessen sein soll. Beides sind für mich maßgebliche Kriterien für die spätere Verwendung als Reitpferd. Des Weiteren achte ich auf gute, korrekte Gliedmaßen, allerdings ohne zum Fehlergucker zu werden. Ein gutes Halterpferd sollte außerdem noch über charakteristische Geschlechtsmerkmale verfügen und auch ein bisschen hübsch sein. Ein Champion ist für mich das Pferd, das darüber hinaus noch über eine gewisse Ausstrahlung verfügt. Die ist schwer zu erklären, aber es gibt einfach Pferde, die man lieber zweimal anschaut. Last but not least, auch ein Halterpferd sollte charakterlich einwandfrei sein und über Kooperationsbereitschaft verfügen.

Ein Pferd für eine Halterklasse richtig und auf den Punkt vorzubereiten, bedeutet harte Arbeit, konsequentes, regelmäßiges Vorbereiten und Trainieren und auf einer Show meist frühes Aufstehen. Nicht ganz unwichtig ist auch eine ausgewogene Fütterung. Einfach nur viel bringt erhebliche Probleme mit sich. Gerade wenn man Pferde haltern möchte, die noch im Wachstum sind, muss unbedingt darauf geachtet werden, dass die Pferde nicht zu schwer für ihre Beine werden.

Einige Leute belächeln sicherlich die Halterklassen und den Aufwand, der damit in Zusammenhang steht, aber wenn ein Pferd dann sein ROM in Halter hat, finden das viele dieser Leute durchaus erwähnenswert, da diesem Pferd dann bescheinigt wird, ein korrektes, balanciertes und durchaus schönes Quarter Horse zu sein. Letztendlich wird eine Halterklasse nach den gleichen Maßstäben gerichtet wie eine Fohlenschau oder eine Körung. Über den Sinn oder die Bewertung wird in diesem Zusammenhang nicht so viel debattiert. Die AQHA ist nun mal in erster Linie ein Zuchtverband und damit sollten die Zuchtprodukte auch im Hinblick auf ihr Exterieur bewertet werden.

In der Regel wird die Halterklasse auf einem Turnier sicherlich nur von Insidern wirklich wahrgenommen, da viele Leute auch gar nicht wissen, nach welchen Gesichtspunkten die Pferde bewertet werden. Ein weiteres Problem ist sicherlich, dass die Halterklassen auf einem Turnier hauptsächlich morgens stattfinden, so dass sich viele Leute scheuen Halterklassen anzusehen. Aber es gibt auch Ausnahmen, ich denke da an die Wahl des Champion of Champions im vergangenen Jahr im Rahmen der Futurity. Da standen Halterpferde im Mittelpunkt des Interesses.

Ich denke, es gibt unterschiedliche Gründe in eine Halterklasse zu gehen. Zum einen natürlich, um ein gutes Pferd zu zeigen und es durch Halterpunkte und Titel bekannter und wertvoller zu machen. Zum anderen kann man Halterklassen gut nutzen, um junge Pferde relativ stressfrei an den Turniertrubel zu gewöhnen. Außerdem können Einsteiger ihre Pferde durch Halterklassen durchaus schon auf Turnieren vorstellen, die sich noch nicht trauen zu reiten.
Das QHJ bedankt sich bei Sabine Gresens für die umfassende Unterstützung. Die erklärenden Grafiken finden Sie in der Juni-Ausgabe des Quarter Horse Journals.
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  • Autor: Manuel Müller
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