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Reitartikel: Reithelme

Reithelme, unter Reitern auch gern "Helmut" genannt, erfreuen sich keiner großen Beliebtheit. Der Kopfschutz ist für Reiter genau so wichtig wie Sattel und Zaumzeug. Dennoch tragen viele Reiterinnen und Reiter beim Reiten keinen Helm, meistens aus Eitelkeit. Reiten ist jedoch ein gefährlicher Sport. Jährlich ereignen sich 90000 Reitunfälle. Aber wie findet man die perfekte Reitkappe? Die Stiftung Warentest prüfte im Jahr 2005 verschiedene Modelle. Dabei wurde unter anderem die Stossdämpfung und die Passform der Helme unter die Lupe genommen. Das überraschende Ergebnis: Der teuerste Helm (GPA Pikeur Titium, 350 Euro) erhielt die Nore ausreichend (3,6), ein einmaliges Aktionsangebot von Aldi erhielt die Note gut (2,0).

Auf den ersten Blick sehen fast alle Kappen gleich aus. Schutz vor Verletzungen versprechen nur nach Norm geprüfte Modelle, zu erkennen an der Aufschrift „nach DIN EN 1384“. Ein guter Helm muss vor allem bei einem Sturz aus der Höhe gut dämpfen. Im Falle eines „Falls“ darf der Kopf höchstens der 250fachen Erdbeschleunigung ausgesetzt werden. Außerdem muss ein Helm auch beim Sturz perfekt sitzen und darf nicht seitlich abrutschen.

Moderne Reithelme bestehen aus zwei Teilen: einer abgepolsterten Polystyrol-Innenschale und einer härteren Plastik-Außenschale. Drei- oder Vierpunktriemen und Verschluß sorgen für einen festen Sitz unter dem Kinn. Kinnschalen sind seit einigen Jahren nicht mehr im Handel. Es zeigt sich nämlich, dass sie schwere Verletzungen wie durchtrennte Unterlippen verursachen.

Der Schirm als Sonnenblende sollte elastisch und nachgiebig sein. Feste Schirme können beim Aufprall weh tun. Wenn ein Reithelm einen Schlag abbekommen hat, sollte er ausgewechselt werden. Denn das Risiko, dass Risse und Verformungen entstehen, ist zu groß. Reithelme, die diese Voraussetzungen erfüllen, sind perfekt. (wem, 19.09.2009)