Reiterhöfe in Mecklenburg-Vorpommern haben im Herbst Hochkonjunktur

"Jeder einhundertste Gast ist Reiturlauber"

Die knapp 300 Reiterhöfe in Mecklenburg-Vorpommern haben im Herbst Hochkonjunktur. Ob Reitfeste, Planwagenfahrten oder Schleppjagden - mit zahlreichen Veranstaltungen rund ums Pferd halten Gastgeber in Mecklenburg-Vorpommern ihre Besucher auf Trab. In der Herbstsaison werden die Urlaubstage für Naturliebhaber und Pferdesportfreunde zum Abenteuer, wenn sie wildromantisch durch die Gischt der Ostsee stürmen oder durch herbstbunte Märchenwälder traben. Ob bei Paraden, auf der Pferdekutsche oder aktiv auf dem eigenen Vierbeiner - mit einem Reiturlaub in Mecklenburg-Vorpommern setzten Gäste auf das richtige Pferd. Das insgesamt 6.000 Kilometer umfassende Reit- und Fahrwegenetzes lädt zu immer neuen Entdeckertouren ein. Spätestens seit der Eröffnung der ersten Galopprennbahn auf dem europäischen Festland 1822 genießt Mecklenburg-Vorpommern einen guten Ruf als Pferdeland. Damen mit Hut und Herren in feinem Zwirn treffen sich hier noch immer jedes Jahr zum traditionellen Ostsee-Meeting. Bereits zehn Jahre vor der Ostseerennbahn, im Jahr 1812, wurde durch Herzog Friedrich Franz I. auch das geschichtsträchtige Landgestüt in Redefin gegründet. Jährlich locken hier Hengstparaden Pferdeliebhaber aufs Land. Unter http://www.reiten-in-mv.de sind eine Übersicht über Reitwege zwischen Ostseeküste und Seenplatte sowie eine Liste aller Reiterhöfe zu finden. Dazu erscheint im Herbst dieses Jahres der erste landesweite Reitkatalog als gemeinsames Projekt des Landestourismusverbandes und des Vereins Landurlaub. Darin präsentieren sich Reit- und Kutschfahrtanbieter aus ganz Mecklenburg-Vorpommern; sowohl Fern- als auch Rundwege werden verzeichnet sein. Außerdem wird die Broschüre ein umfangreicher Leitfaden für Pferdefreunde mit Hinweisen zur Ersten Hilfe oder zu rechtlichen Grundlagen. "Reiten ist zwar ein Nischenprodukt, aber immerhin jeder einhundertste Gast in Mecklenburg-Vorpommern ist ein Reiturlauber", erklärte Bernd Fischer, Geschäftsführer des Tourismusverbandes. Bislang seien die Informationswege und die Vernetzung der Angebote aber noch unzureichend ausgebildet. "Die Vermittlung läuft bisher nicht selten über Mundpropaganda oder dezentral im Internet. Man könnte also sagen, das Gelände muss kartiert werden", so Fischer weiter. Bis zum Ende 2010 laufe dazu das entsprechende Kooperationsprojekt vom Tourismusverband und vom Verein Landurlaub. Reiterferien auf dem größten Gestüt des Landes
Ein eigenes Pony? Den Herzenswunsch vieler Kinder können Eltern während der Herbstferien jeweils für sechs Tage erfüllen. Dann nämlich bietet das Gestüt Ganschow Reiterferien für Kinder an. 350 Pferde zählt das Gestüt in der Nähe von Güstrow in Nordwestmecklenburg. Mecklenburgische Trakehner und Deutsche Reitponys werden hier seit 1962 gezüchtet. Jedes Kind hat für die Ferienzeit sein eigenes Pony. Zwei Mal am Tag werden Ausritte über die 300 Hektar großen gestütseigenen Weiden und Äcker gemacht. Dazwischen bleibt genügend Zeit, um die Tiere zu füttern, zu streicheln oder zu striegeln. Das Mindestalter der Kinder ist acht Jahre.
Kontakt: Gestüt Ganschow, Tel.: 038458 20 226, Fax: 038458 20 227 http://www.gestuet-ganschow.de  Mit Pferd und Planwagen durch Mecklenburg
Im 1-PS-Tempo durch den Müritz-Nationalpark: Beim so genannten Nationalpark-Trekking können Urlauber mit dem Planwagen abseits der Bundesstraßen über Kopfsteinpflaster und einsame Feldwege fahren und selbst die Zügel in den Händen halten. Die Reise dauert je nach Buchung beim Anbieter Strelitz-Reisen fünf oder sechs Tage. Vorher gibt es eine Einweisung zum Umgang mit dem Wagen sowie Tipps und Tricks zur Pflege der Vierbeiner. Zwischen 15 und 25 Kilometern Strecke liegen zwischen den einzelnen Etappen. Nach jedem Abschnitt erreichen die Teilnehmer feste Stationen. Kontakt: Strelitz Reisen, Tel.: 03981 442248, Fax: 03981 441762, http://www.nationalparktrekking.de 
Vom 30. Oktober bis 2. November 2008 findet auf Gut Dalwitz das diesjährige Criollo-Treffen statt. Mittlerweile 66 Exemplare dieser südamerikanischen Pferderasse leben auf dem Gut in der Mecklenburgischen Schweiz, deren Besitzer sich neben der Pferdezucht vor allem der biologischen Rinderzucht verschrieben haben. Vorab besteht die Möglichkeit am 29. und 30. Oktober an einem Rinder- und Cattlepenningkurs teilzunehmen, in dem die Rinderarbeit mit Pferden erlernt werden kann. Ziel ist es, auf dem Rücken eines Pferdes eine Kuh gezielt durch eine Bahn zu lenken. Wer kein eigenes Pferd hat, kann sich ein Criollo vom Gut bestellen. Am 31. Oktober haben alle Gäste ab 9.00 Uhr die Möglichkeit für den "Playday" am Samstag zu üben. Im Anschluss finden das Fohlenbrennen und die Stuteneintragung sowie die Vorstellung aller Verkaufspferde statt. Am Samstag ab 9.00 Uhr geht es mit dem Umtrieb der Rinder weiter. 400 Kühe werden in einem etwa fünfstündigen Prozedere auf die Winterweide getrieben. Urlauber können dieses Wild-West-Spektakel auf einem eigenen Pferd oder einem Leihpferd verfolgen. Zum Abschluss findet am Sonntag der so genannte "Playday" in der Reithalle statt, an dem alle Reiter teilnehmen können. Anmeldungen nimmt die Rezeption Gut Dalwitz, Caroline Brauer: 039972-56140 gern entgegen. Schleppjagden mit Schlussgalopp
Der Mecklenburger Hunting Club lädt vom 24. bis 26. Oktober auf die Burg Schlitz in der Mecklenburgischen Schweiz ein. Am Freitag werden die Gäste um 19.00 Uhr im Gewölbekeller begrüßt. Der Samstag beginnt um 10.30 Uhr mit der Hubertusmesse in der Karolinenkapelle. Im Anschluss erleben die Gäste die gesamte Zeremonie der traditionellen Treibjagd auf Burg Schlitz. Am Abend wird zum Cocktail im Gartensalon und zum jagdlichen Diner im Rittersaal mit anschließendem Tanz geladen. Der Sonntag klingt mit einer Clubjagd aus. Nach dem Abritt vor dem Schlossportal und dem Mittagessen im Gewölbekeller treten die Jagdfreunde die Heimreise an. Anmeldungen unter: Schlosshotel Burg Schlitz, Tel.: 03996 12700, Fax: 03996 127070, http://www.burg-schlitz.de  Zur Rösserschau nach Redefin
Längst kein Geheimtipp mehr: Die Redefiner Hengstparaden ziehen Jahr für Jahr tausende Besucher in den Bann. Mit einem Picknick-Pferde-Sinfonie-Konzert werden die Hengstparaden mit Kompositionen von Boulez, Bruckner und Beethoven am 6. September musikalisch eingeleitet. Der Tag darauf sowie die weiteren Wochenenden bis zum 27. September stehen dann ganz im Zeichen der Rösserschau. Dabei werden den Gästen in einem vierstündigen Programm insgesamt 20 Schaubilder präsentiert. Haflingerhengste galoppieren über den Platz, römische Kampfwagen donnern vorbei und Reiter zeigen atemberaubende Akrobatik. Für Freunde des Fahrsports werden eine Tandem- und eine Sechserzugquadrille sowie Hindernisfahren geboten. Das wohl eindrucksvollste Schaubild ist dann der 16-Spanner, den die Reiter sicher über das Gelände manövrieren. Kontakt: Landgestüt Redefin, Tel.: 038854 6200, Fax: 038854 62011, http://www.landgestuet-redefin.de  Informationen und Buchung unter http://www.auf-nach-mv.de  und Tel.: +49 (0) 180 5000 223 (0,14 Euro/min aus dem deutschen Festnetz).
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  • Autor: Manuel Müller
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