Reitshops - Sicheres Online-Shopping

Sicheres Online-Shopping für Pferdefreunde

Bald ist Wochenende. Laut Wettervorhersage wird es regnerisch und stürmisch. Wie wäre es dann mit einer gemütlichen Shopping-Tour im Internet? Hier finden Reiter richtig gute Angebote und Schnäppchen. Ein weiterer Vorteil: Die Online-Shops laden rund um die Uhr zum Stöbern ein. Viele fragen sich aber immer noch, ob das Einkaufen im Internet auch wirklich sicher ist? Hier ein paar Kriterien, anhand derer Sie erkennen können, ob Sie es mit einem seriösen Anbieter zu tun haben. Übrigens: Morgen erscheint hier ein Artikel mit tollen Einkauf-Tipps.

Wer ist der Verkäufer?
Käufer müssen wissen, mit wem sie es "auf der anderen Seite" zu tun haben. Zumindest sollte der Name und die Anschrift des Unternehmenssitzes einzusehen sein. Neben der E-Mail muss der Verkäufer auch per Telefon erreichbar sein. Zudem sollten die Verkäufer den Handelsregistereintrag bzw. dessen Nummer angeben. Diese  Informationen müssen in einem leicht zugänglichen und druckbaren Impressum der entsprechenden Internetpräsenz veröffentlicht sein.

Transparenz beim Einkaufen
Der Einkauf im Internet läuft immer nach dem gleichen Prinzip ab. Über die einzelnen Produktkategorien, zum Beispiel „Pferdedecken“, gelangen Sie zu den einzelnen Produkten. Um einen Artikel auszuwählen, wird er per Mausklick in den sogenannten „Warenkorb“ abgelegt. Damit ist aber noch keine Bestellung zustanden gekommen. Der Warenkorb dient vielmehr zunächst dazu, interessante Artikel zu sammeln. Erst, wenn man nach Überprüfung der dort enthaltenen Waren ein oder mehrere Bestellschritte ausgeführt hat, und die Bestellung dann absendet, hat man den Inhalt seines Warenkorbs bestellt.
Dabei müssen die einzelnen Schritte des Verkaufvorgangs erkennbar sein. Eine in Sachen Sicherheit optimale Bestellung erfolgt allgemein in vier Schritten:
1. Unverbindlicher Bestellvorgang mit übersichtlichen Warenkorb und allen Preisangaben.
2. Eingabe von persönlichen Daten mit deutlich erkennbarer Trennung von Pflichtangaben und freiwilligen Informationen.
3. Bewusste Bestellung, die dem Kunden durch eine zusätzliche Sicherheitsabfrage deutlich gemacht wird und die er bestätigen muss.
4. Bei einer Bestellung muss der Käufer eine Empfangsbestätigung erhalten. Sie muss zu drucken sein und per E-Mail dem Käufer zugehen.

Gütesiegel
Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kann der Käufer nicht hundertprozentig sicher sein, ob er bei einem Verkäufer an der richtigen Adresse ist. Die Internet-Wirtschaft hat das Problem erkannt und eine Eigeninitiative mit dem Namen D21 gestartet. Dahinter verbirgt sich eine Zertifizierung für seriöse Anbieter mittels so genannter Qualitätssiegel. Das Bekannteste darunter dürfte das Trusted-Shops-Siegel sein. "Trusted Shop" bedeutet so viel wie "vertrauenswürdiger Laden". Das Trusted-Shop-Siegel bekommt nur der Online-Verkäufer, der ausreichend finanzielle, technische und organisatorische Kapazitäten hat, um einen Online-Shop zu betreiben. Vor der Zertifizierung stehen zahlreiche Testkäufe und Besuche vor Ort. Das Siegel muss jedes Jahr neu errungen werden, und bei Verletzung der strengen Qualitätskriterien erfolgt innerhalb von zehn Tagen der Entzug des Siegels, sollten die Mängel bis dahin nicht beseitigt worden sein.

Widerrufsrecht
Beim Kauf per Mausklick gelten grundsätzlich die Vorschriften über Fernabsatzverträge, d. h. in der Regel steht dem Verbraucher ein zweiwöchiges Widerrufsrecht zu. Die Widerrufsfrist beginnt erst zu laufen, wenn die Ware beim Verbraucher angekommen ist. Wird die Ware aber direkt bezahlt oder liegt im Wert unter 40 Euro, dann ist ein Widerruf nicht mehr möglich. Sollte allerdings der Händler nicht eindeutig auf das Widerrufsrecht aufmerksam gemacht haben, dann verlängert sich die Rückgabefrist wiederum auf sechs Monate.
Man sollte darauf achten, dass man beim Bestellen deutlich auf das bestehende Widerrufsrecht hingewiesen wird. Erfolgt die Belehrung nicht oder falsch, kann der Verbraucher unbefristet lange widerrufen. Leider kommt es in der Praxis nach wie vor sehr häufig vor, dass Händler nicht oder aber fehlerhaft belehren. Mindest sechs Monate lang kann der Verbraucher von seinem Widerrufsrecht Gebrauch machen, wenn der Händler Informationspflichten nach § 312c verletzt.

Bezahlung
Vorabüberweisung
Immer wieder Probleme bereitet das Bezahlen bei Online-Käufen. Leider liefern manche Händler nur gegen Vorabüberweisung des Kaufpreises, in den meisten Auktionsplattformen hat sich diese Zahlungsweise sogar als Standard etabliert. Man sollte sich gut überlegen, ob man sich darauf einlässt. Eine einmal getätigte Überweisung kann nicht mehr rückgängig gemacht werden. Kommt es zu Problemen, weil die Ware nicht geliefert wird oder mangelhaft ist, so muss man – notfalls gerichtlich – auf Rückzahlung klagen. Gerade bei hohen Preisen sollte man sich dieses Risikos bewusst sein und von dieser Zahlungsweise Abstand nehmen.

Nachnahme
Es besteht die Möglichkeit per Nachnahme zu bezahlen. Dies ist jedoch in den meisten Fällen auch nicht empfehlenswert. Zum einen ist diese Versandweise (man zahlt den Kaufpreis bei Anlieferung) kostenintensiv und umständlich (wenn man nicht genügend Geld zuhause hat, muss man die Ware in der Postfiliale abholen). Zum anderen bezahlt man auch in diesem Fall die Ware, bevor man sie prüfen konnte. Ist also eine andere Ware in dem Paket als die bestellte oder ist die Ware sonst mangelhaft, steht man vor den gleichen Problemen wie bei der Vorabüberweisung.

Lastschrift
Wesentlich besser ist es, die Ware per Lastschrift zu bezahlen, dem Händler also eine Einzugsermächtigung zu erteilen. Diese Form der Bezahlung hat den Vorteil, dass die Lastschrift über einen Zeitraum von mindestens sechs Wochen (Allgemeine Geschäftsbedingungen der Bank beachten!) wieder zurückgebucht werden kann. Man hat in diesen Fällen also die Möglichkeit, das Geld zurück zu holen. Der Nachteil: man muss seine Bankverbindung angeben. Was die Sicherheit übermittelter Daten betrifft, so sollten Anbieter eine verschlüsselte Datenübertragung ermöglichen, was eine Einsicht durch Dritte erschwert. Meist geschieht dies mit dem Verschlüsselungsverfahren "SSL": Spätestens bei Absendung des ausgefüllten Bestellformulars sollte der Browser eine Meldung anzeigen wie "Sie haben ein geschütztes Dokument angefordert..." oder "Sie sind im Begriff, sich Seiten über eine sichere Verbindung anzeigen zu lassen...". Außerdem erscheint in diesem Fall ein "s" hinter dem "http" in der Adresse, und das kleine "Vorhängeschloss" im unteren Bereich des Browsers bzw. in der oberen Symbolleiste schließt sich (wenn man hierauf klickt, werden zusätzliche Informationen zur Sicherheit angezeigt). Wer häufig auf diese Weise bezahlt, sollte regelmäßig seine Kontoauszüge auf unberechtigte Abbuchungen überprüfen.

Rechnung
Am sichersten und verbraucherfreundlichsten bezahlt man gegen Erhalt einer Rechnung. In diesem Fall kann man die Ware in Ruhe prüfen und überweist erst dann den Kaufpreis. Diese Form der Bezahlung ist natürlich für den Händler mit größeren Risiken verbunden. Dennoch lassen sich viele Unternehmen darauf ein, zumindest wenn es sich nicht um einen Erstkunden handelt und bereits ein Geschäft erfolgreich abgewickelt wurde.

Eine neue Schlichtungsstelle im Internet soll übrigens Verbrauchern bei Streitigkeiten mit Online-Händlern helfen. Unter www.ombudsmann.de werde Hilfestellung für eine außergerichtliche Einigung gegeben, so die Verbraucher Initiative in Berlin.
Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz
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  • Autor: Manuel Müller
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