Reitsportartikel: Reitstiefel

Die richtige Größe ausmessen

Reitstiefel gibt es als Gummi-Reitstiefel und als Reitstiefel aus Leder. Gummireitstiefel sind natürlich parktisch und im Vergleich zu Lederreitstiefeln billiger, aber auf Dauer nur für Reitanfänger, Kinder und Jugendliche geeignet. Reitstiefel aus Leder sind teuer, aber ein solcher Kauf lohnt sich. Wenn die Reitstiefel richtig gepflegt werden, halten sie mehrere Jahre. 

Lederreitstiefel sollten allerdings perfekt passen, ansonsten verursachen sie Druck- und Scheuerstellen. Beim Kauf eines Reitstiefels aus Leder werden drei Größenangaben benötigt:
Schuhgröße, also z.B. 39
Wadenumfang: Umfang der Wade an der dicksten Stelle mit Reithose in Zentimetern gemessen. Dabei bedenken, dass der Wadenumfang morgens geringer ist als abends. Deshalb lieber am Abend messen.
Schafthöhe vom Fußboden (ohne Schuhe) bis zum Anfang der Kniekehle, sitzend gemessen.
Aus diesen Größenangaben also z.B. Schuhgröße 39, Schafthöhe 44 cm und Wadenumfang 37 ergibt sich dann das passende Modell des jeweiligen Herstellers. 

Die meisten Fachverkäufer wissen dies und messen das Bein des Reiters vor der Anprobe. Es gibt aber auch Mitarbeiter (die vielleicht zur Aushilfe im Geschäft sind), die sich nicht so gut auskennen. Deshalb kann es nicht schaden, die eigene Größe vorher ausgemessen zu haben.

Zu Beginn sind neue Reitstiefel sehr schön, aber auch sehr hart und drücken extrem in den Kniekehlen. Die Folge: wunde Stellen, die schlecht verheilen und auch blaue Flecken. Fachleute empfehlen, die Stiefel zunächst ungefähr 30 Stunden einzulaufen und sich dann erst damit auf das Pferd zu setzen. 30 Stunden mit harten, unbequemen Reitstiefeln durch`s Haus laufen macht nicht gerade viel Spaß. Soll man dabei vielleicht Treppen steigen? Oder Staubsaugen? Das ist nicht jedermanns Sache.

Wer das umgehen will, kann einen Lederkeil innen in den Absatz drücken. Dann stehen die Beine etwas höher und kommen beim Reiten nicht immer mit dem oberen Rand des Reitstiefels in Berührung. Allerdings nützt auch diese Vorsichtsmaßnahme nicht viel. Es entstehen trotzdem in der Kniekehle Scheuerstellen, die nicht heilen, weil sie beim nächsten Ritt wieder aufgescheuert werden. Erst nach vielen Reitstunden dehnt sich das Leder langsam, sodass sich die Reitstiefel beim Reiten angenehm anfühlen: „Schön, wenn der Schmerz nachlässt!“ (wem)
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  • Autor: Manuel Müller
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