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Schützen Sie Ihr Pferd vor Giftpflanzen!

Giftpflanzen und ihre Wirkung auf Pferde

Gerade im Sommer ist man häufig mit seinem Pferd in freier Wildbahn oder im Wald unterwegs und leicht kann es passieren, dass das geliebte Reittier von gefährlichen Wild- oder Zuchtpflanzen nascht. Denn das ursprüngliche Futterverhalten von wild lebenden Pferden, welches auch durch das Zusammenleben der Tiere in Herden erlernt wurde, ist bei den heutigen Reit- und Freizeitpferden nicht mehr vorhanden. Wild lebende Pferde fressen von sich aus keine für sie giftigen Pflanzen. Doch durch die heutzutage vorherrschende Domestikation des Pferdes und die völlig andere Art des Aufwachsens ist die Fähigkeit der Tiere, Giftpflanzen von unschädlichen Pflanzen zu unterscheiden und zu meiden, nur noch sehr schwach ausgeprägt bzw. kaum noch vorhanden. Daher möchten wir an dieser Stelle einige Giftpflanzen erläutern und Tipps für die rasche Behandlung ihres Pferdes anführen.

Sehr verbreitet: Adlerfarn und Buchsbaum

Der Adlerfarn zählt zu der Familie der Farnpflanzen und ist eine der ältesten und am weitesten verbreitete Pflanze der Welt. Gegenüber unterschiedlichen klimatischen Bedingungen zeigt sich diese Giftpflanze sehr anpassungsfähig und vor allem auf mangelhaft gepflegten Weiden fühlt sie sich sehr heimisch, aber auch in Wäldern, auf Waldwiesen und Lichtungen ist der Adlerfarn häufig anzutreffen. Als Vergiftungserscheinungen können auftreten: Erregungszustände, nervöse Störungen bis hin zu Bewegungsstörungen, Berührungsempfindlichkeit, oft gefolgt von krampfartige Zuckungen und blutigem Durchfall/Harn. Besteht mehr als ein Fünftel der Weide aus Adlerfarn, ist mit Vergiftungen zu rechnen, wobei die Giftkonzentration in jüngeren Pflanzen am höchsten ist und über die Zeit der Sporenbildung von Juli bis September noch zunimmt. Die Giftwirkung ist auch im Heu noch nachzuweisen. Bei Vermutung einer Adlerfarnvergiftung ist das farnhaltige Pferdefutter sofort abzusetzen, Vitamin B1 zu verabreichen und der Tierarzt zu rufen. 

Auch der immergrüne Buchsbaum, meist als Zierpflanze anzutreffen, zählt zu den gefährlichen Giftpflanzen. Bereits der Verzehr von 750 Gramm Blätter kann beim Pferd zum Tod führen, daher sollte besondere Vorsicht gelten, denn alle Pflanzenteile, v.a. die Blüten und die junge RinGiftige Pflanzen_Buchsbaumde,  sind hochtoxisch. In Mitteleuropa wächst der Buchsbaum in freier Natur am besten in trockenen Buschwäldern, v.a. in warmen Hanglagen, allerdings findet er viel häufiger Verwendung als Zierpflanze, z.B. als Zaun- oder Beetbegrenzung. Bei einer Vergiftung kommt es zu Erbrechen, Schwindel, Koliken, Durchfall und Krämpfen bis hin zu Störungen des Zentralnervensystems bis hin zum Tod durch Atemlähmung. Als Gegenmaßnahme wird zu einer Magenspülung durch den Tierarzt geraten. (Foto li.: Buchsbaum)

Giftiger Hahnenfuss – Häufige Weidepflanze

In leuchtendem Gelb ist der Hahnenfuss auf Pferde- und Rinderweiden häufig und meist massenhaft anzutreffen.Giftige Pflanzen_Hahnenfuss Bevorzugt wächst die Pflanze auf sumpfigem Gelände, an Wegrändern und in Gebüschen.Währende der Blütezeit von Mai bis September ist die Giftkonzentration in der Pflanze am höchsten, allerdings treten Vergiftungen meist nur nach dem Verzehr sehr großer Mengen auf und führen selten zum Tod. Im Heu kann die Pflanze bedenkenlos verbleiben, da durch die Trocknung die Giftwirkung verloren geht. Anzeichen für eine Vergiftung sind oftmals Schwellungen der Schleimhäute, Entzündung der Mundschleimhaut und des Magen-Darm-Traktes, Atembeschwerden, starker Speichelfluss, später auch Kolik und Durchfall. Bei Verdacht auf den Verzehr dieser Giftpflanze am besten den Tierarzt zu Rate ziehen.