Shagya-Araber Symposium der ISG 2009

Shagya-Araber Schauprogramm der ISG

„Fit für die Zukunft“

Unter diesem Motto stand das diesjährige Shagya-Araber Symposium der ISG (Internationale Shagya-Araber Gesellschaft e.V.) auf dem sich in der malerischen Landschaft der Holsteinischen Schweiz vom 12. - 14.06.09 internationale Vertreter der weltweit verbreiteten Zuchtverbände in Futterkamp trafen. Zunächst wurden am Freitag den 12.06.09 die Deligierten in 2 Gruppen (englisch und deutschsprachig) auf einem Rundgang durch das Lehr- und Versuchszentrum und die Baulehrshau in Futterkamp geführt , wo einige der Teilnehmer auch übernachteten. Nach einer kurzen Kaffeepause ging es mit interessanten Vorträgen und Diskussionen weiter, die für die nicht deutschsprachigen Teilnehmer synchron ins Englische übersetzt wurden. Zunächst berichtete Dr. Volker Sill von der Tierklinik Bargteheide über die Entstehungsgeschichte des Distanzreitens, das ursprünglich ja kein Sport, sondern ein oft kriegsentscheidender Nachrichtendienst war, bei dem es auf schnelle und zuverlässige Übermittlung der Nachrichten durch Meldereiter ankam. Hier lag auch der Sinn und Ursprung der Shagya-Araberzucht(früher Araberrasse genannt).Von Handys und E-Mails, heutzutage selbstverständlich, konnte man damals noch nicht einmal träumen. Es wurde darauf eingegangen, was ein Distanzpferd ausmacht und was bei Zucht, Aufzucht und Ausbildung zu beachten ist. Der 1. Distanzweltmeiser in Achen 2006 ist  der in Babolna gezogene Shagya-Araberwallach „Hungares“ unter dem Spanier Miguel Vila Ubach. Um das Imageproblem des Shagya-Arabers entbrannte unter Leitung des ISG- Vorsitzenden Ahmed Al Samarraie eine sehr rege Diskussion. Über die Vorteile des Shagya-Arabers als Reit- und Fahrpferd für jedermann, mit enormen Kostenvorteilen in der Haltung gegenüber anderen Rassen durch eine außergewöhnlich gute Gesundheit und Langlebigkeit, Genügsamkeit, Fruchtbarkeit und vor allem die Vielseitigkeit in den Einsatzmöglichkeiten, war man sich sofort einig. Die Diskussion entbrannte beim – nicht vorhandenen, oder durch den Araber im Namen, - negativ besetzten Image. Als Ursache des Problems und der daraus entstandenen Folge des Absatz- und Zuchtrückgangs( in Deutschland wurden in den letzten Jahren nur um die 80 Shagyafohlen geboren) stellte sich die in allen Ländern mangelnde Werbung für den Shagya-Araber und die in der öffentlichen Wahrnehmung fehlende Differenzierung zum Vollblutaraber heraus. Am Samstag den 13.06.09 ging es schon morgens um 9 Uhr mit einem Vortrag von Dr. S. Reinecke von der Landwirtschaftskammer Schleswig- Holstein über Selektion, Leistungsprüfung, Zuchtwertschätzung und Zuchtprogramm weiter. Der Zuchtleiter des ZSAA, Peter Pracht demonstriete anhand des Zuchtprogramms “Horsebase”, das den Shagya-Araberzüchtern beim ZSAA zur Verfügung steht die Zuchtauswahlmöglichkeiten in der Praxis. Nach einer kurzen Pause referierte Frau Mählmann von der Tierärztlichen Hochschule Hannover über Melanome, ihre medizinische Bedeutung, Verlaufsformen und Behandlungsmöglichkeiten, sowie die genetische Bedeutung(Melanome treten überwiegend bei Schimmeln aller Rassen auf), Datenerhebung und Zuchtprogramme. Peter Pracht erläuterte das Vorkommen von Melanomen beim Shagya-Araber, bei dem Schimmel über 70 % der Population ausmachen. Am Nachmittag ging es dann in der großen Reithalle mit einem Schauprogramm weiter. Zu Beginn zeigten Stuten und Hengste ihr Talent beim Freispringen, anschließend wurde der Ablauf eines Distanzrittes mit Tierarztkontrollen und der vom ZSAA angebotene Wesenstest für die Selektion auf Nervenstärke demonstriert. Nach einer kurzen Kaffeepause folgten dann als Höhepunkt einige sehr gut vorgestellte Schaubilder mit einem Pas de Deux im spanischen Stiel, einer Dressurvorführung des dänischen Hengstes Dartan,danach wurde die Arbeit am langen Zügel vorgestellt und einige Kinder aus der Umgebung zeigten , das auch sie problemlos mit den Shagyas zurechtkommen. Nach Dressurhighlights des Hengstes Peron zeigte der Shagyawallach Kalid Mersuch unter seiner Besitzerin die Arbeit mit der Garrocha. Zum Abschuß wurde nach der Vorstellung der Reitpferde für jedermann und 2 Springvorstellungen noch die Musterung eines Fohlens gezeigt. Schade war nur , das das Schauprogramm ohne musikalische Begleitung stattfinden musste. Sehr gut wurde auch der Stand mit verschiedenen Shagya-Artikeln, vom Shagya-Aufkleber fürs Auto bis zu bestickten Polo-Shirts, Pullis und Schabracken angenommen, mit denen die Züchter und Besitzer die Möglichkeit bekamen so auch optisch Werbung für ihre Pferde zu machen. Bestellungen von Artikeln für die Shagya- Werbung sind auch in Zukunft über das “Shagya-Araber Gestüt Klein Wisch” möglich. Infos über www.shagya-zucht.de Am Sonntag den 14.06.09 fand dann die Deligiertenversammlung statt. Anschließend war Zeit für einen gemütlichen Nachmittag auf dem Shagya-Araber Gestüt Mühlen von Familie Weiss.
Als nächster offizieller Termin findet die 12. Bundesleistungsschau des ZSAA am 07.-09. August in Kreuth/Oberpfalz statt. Folgende Prüfungen stehen auf dem

Programm: • ZSAA-Turniersport-HLP
• ZSAA-Western-HLP
• Stutenleistungsprüfung nach LPO • LPO-Prüfungen Dressur, Springen und Gelände von Kl.E - Kl. L/M
• Paltra Cup und Mitterbichl Cup
• Int. Reitpferdechampionate Distanzritte • national CEN 39, 60,80,90km
• und international
• CEIJYR*80 und 100km, CEIJYR**120km
• CEI*80 und 100, CEI**120, CEI***160 km
• VDD-Jungpferdechampionat Der ZSAA freut sich über eine große Zahl von Zuschauern, die sich  in Kreuth selbst ein Bild von der Leistungsfähigkeit der arabischen Pferde machen können.
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Shagyas, die vergessenen Leistungspferde

Es gibt eine Pferderasse, die kann das meiste - besser als die meisten. Und die meisten haben noch nie von ihr gehört. Und es sind keine Araber, obwohl sie immer noch "Shagya-Araber" heißen...