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Vorsicht bei Lungenentzündung!

Ursachen und Symptome der Pneumonie

Eine reine Unterkühlung oder Frieren des Pferdes ist nach neuester Erkenntnis nicht als Ursache einer Lungenentzündung, einer sogenannten akuten Bronchopneumonie, anzusehen. In den meisten Fällen sind Influenza-, Herpes- oder andere Viren Auslöser, oft wird die geschwächte Lunge im Anschluss von Bakterien befallen. Dieses Stadium wird als sekundäre Erkrankung betrachtet und schwächt die Lunge stärker als die ursprüngliche Vireninfektion. Durch Eiterbakterien entwickelt sich eine besonders unangenehme eitrige Lungenentzündung. Auch Unterernährung und schlechte Haltung, wo Freizeitpferde dauerhaft Schmutz, Staub, Rauch, Allergenen wie Schimmel oder anderen Schadstoffen ausgesetzt sind sowie vernachlässigte Impfungen können ebenfalls Bronchitis oder sogar Pneumonien auslösen. Eingeatmete Krankheitskeime oder schwere Darminfektionen durch Salmonellen oder Kolibakterien können auch als Verursacher in Frage kommen. Gerade bei Fohlen kommt auch die Nabelinfektion als Ursache in Frage, neben einem noch nicht völlig ausgereiften Immunsystem. Zu erwähnen ist auch der Sonderfall der Aspirationspneumonie, in diesem Fall gelangen nach einer schweren Schlundverstopfung Bakterien aus dem in der Speiseröhre gestauten Speisebrei in die Lunge. lungenentzündung_fohlen

Im Gegensatz zur chronischen Bronchitis hat das Pferd bei der Pneumonie hohes Fieber und im Blutbild zeigt sich eine erhöhte Zahl an weißen Blutkörperchen. Nach sechs Wochen geht die unbehandelte Lungenentzündung über in einen chronischen Verlauf. Die Tiere zeigen sich matt bis apathisch, verspüren wenig Appetit und haben meist eine erhöhte Herz- und Atemtätigkeit. Sie geraten schnell in Atemnot, schwitzen und zittern, zum Teil zeigen sich Husten und schleimiger bis eitriger Nasenausfluss.

Verlauf und Folgen der Lungenentzündung

Eine unbehandelte Krankheit geht über in eine chronische Lungenentzündung, die viel schwerer auszukurieren ist. Bei einer folgenden sogenannten gangränösen Pneumonie verfault Lungengewebe und das Pferd vergiftet sich von innen. Auf jeden Fall wird Lungengewebe zerstört, es kann nicht mehr genug Sauerstoff aufgenommen werden und als Folge kommt es zu einem dauerhaften Sauerstoffmangel, der Herz, Rückenmark, Gehirn und andere Organe schädigt, vor allem im Zusammenspiel mit Stoffwechselgiften von Bakterien. Gerade bei Fohlen kann der Krankheitsverlauf oft tödlich enden, vor allem bei ganz jungen Fohlen. Eine besonders schwerwiegende Folge einer unbehandelten Lungenentzündung ist das Lungenemphysem. Da die Luft aus den geschädigten Lungenbläschen, die durch die Entzündung dort vermehrt angesammelt ist, nicht über das normale Ausatmen abtransportiert werden kann, wird die Lunge überbläht. In diesem Fall ist das Pferd dazu gezwungen, diese Luft durch aktive Anspannung der Bauchmuskeln auszupressen. Dieses Krankheitsbild wird als Dämpfigkeit bezeichnet und gilt als unheilbar. Es ist äußerlich erkennbar an einer Einkerbung des Körpers zwischen Bauchmuskeln und Rippenbogen, der sogenannten Dampfrinne.

Behandlung und Prävention

lungenentzündung_boxenruhe

Das betroffene Pferd unmittelbar in einem staubfreien, warmen und trockenen Stall unterbringen und Boxenruhe verordnen. Auf jeden Fall muss ein Tierarzt hinzu gezogen werden. Die Bakterien werden mit einem hochdosierten, abhängig von den zu erwartenden Erregern ausgewählten Antibiotikum bekämpft. Mit schleimlösenden Sekretolytika wird die Atemnot gelindert und die verengten Bronchien mit einem Broncholytikum geweitet, evtl. ist auch die Gabe von Sauerstoff notwendig. Fohlen bekommen meist zusätzlich Plasmatransfusionen und Nährlösungen über den Tropf. Die Behandlungsdauer erfolgt nach Rückgang des Fiebers noch weitere 4 – 5 Tage. Bis dahin muss unbedingt die Boxenruhe eingehalten werden und für frische Luft und staubfreies Futter gesorgt sein. Um einer Pneumonie vorzubeugen, sind Bewegung, frische Luft, gesundes Futter in staubfreier Umgebung bestens geeignet, um die Lunge gesund und das Immunsystem intakt zu halten. Auch werden regelmäßige Grippeimpfungen gegen Herpes- und Influenzaerregern, vor allem bei Fohlen, empfohlen um eine Lungenentzündung möglichst von vorn herein zu vermeiden.