Araber-Berber

 
Araber-Berber

Herkunft Die Pferde werden in Nordafrika gezüchtet.

Stockmaß

Charakter

150 cm

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Exterieurbeschreibung
Der Araber-Berber soll das beste seiner beiden Ursprungsrassen in sich vereinen. Gewünscht wird das Erscheinungsbild eines im Quadrattyp stehenden, abgerundeten und harmonischen Pferdes. Der Kopf soll schmal und trocken sein und einen edlen Ausdruck haben. Das Profil wünscht man sich leicht gewölbt, Ramsnasen können ebenso vorkommen wie die typischen Hechtköpfe der Araber. Das Genick soll lang mit einer eleganten Kopfhaltung sein. Den Hals wünscht man sich lang mit einer deutlich längeren, muskulöseren und imposant geschwungenen Oberlinie, wie wir es auch vom Andalusier her kennen. Der Winkel der Schulter sollte ebenso wie der der Kruppe harmonisch sein, die Brustmuskulatur wünscht man sich ausgeprägt und die Brust selbst nicht zu schmal. Der Übergang zwischen Hals und dem hohen Widerrist soll fließend und harmonisch sein. Der Araber-Berber verfügt über eine starke Gurtentiefe und sein Rücken ist kurz und stark. Die Hufe sind mittelgroß und hart. Der Sehnen- und Bänderapparat ist recht hoch belastbar. Das Langhaar ist etwas spärlicher als das des Berbers, dennoch reicht die dicke, Füllige Mähne mitunter bis zur Schulter. Der Schweif reicht manchmal bis zum Boden. Es kommen alle Farben vor, oft haben die Pferde sogar einen Metallschimmer im Fell. Das Stockmaß liegt bei 150 cm. Zuchtgeschichte Der Araber-Berber ist ein Kreuzungsprodukt aus dem Araber und dem Berber. Er ist vor ca. 1.000 Jahren entstanden, in der Absicht, ein robustes und zugleich bewegliches und mutiges Kriegs- und Gebrauchspferd zu schaffen. Die Mähr, dass die Berber und Araber-Berber von den Beduinen geschaffen wurden, lässt sich ebenso wie das Allah schuf es aus einer Hand voll Wind in den Bereich nette Kindergeschichten packen. Nur zur Richtigstellung sollte an dieser Stelle einmal gesagt werden, dass Beduine (oder Bedu, was auch der Name eines Volksstammes in Saudi-Arabien ist) die Bezeichnung für einen nomadisch lebenden Menschenstamm im Mittleren und Vorderen Orient ist. Nordafrika gehört nicht zu dieser Region, jedoch wird im französischen Sprachgebrauch ein nordafrikanischer Nomade auch immer als bedouin bezeichnet, woher dieser Irrtum kommen mag. Die Berber hingegen, also die Urbevölkerung aus Marokko und den umliegenden nordafrikanischen Ländern ? ein Gebiet, das auch als Maghreb bezeichnet wird ? sind sesshaft oder leben aufgrund der kargen Weiden und Agrarflächen im Hochland gezwungenermaßen halb nomadisch, sie ziehen dem Futter hinterher.
Als dann die Franzosen im 7. Jahrhundert Marokko besetzten, versuchten sie nach bester europäischer Manier auch eine gewisse Regelung in die Pferdezucht zu bringen. Denn viel zu lange wurde in Frankreich, heute das quantitativ größte Zuchtland von Berbern außerhalb Nordafrikas, jeder Mensch und jedes Pferd aus Marokko, Tunesien, Libyen und Algerien einfach als Barb bezeichnet. Auch eines der königlichen Lehrpferde, das Antoine de Plunivel wegen seines hervorragenden Charakters und Gebäudes sehr schätzte, war Le Bonite, ein Barb. Ob nun reiner Berber oder Araber-Berber, wird man wohl nicht mehr sagen können, jedenfalls war Bonite nur eines von vielen Pferden aus dem Maghreb, welches sich zu jener Zeit in Königs- und Fürstenhäusern Europas größter Beliebtheit erfreute.
Nach und nach verdrängt dieser neue Pferdeschlag den alten Schlag des reinen Berbers, was so weit führte, dass der reine Berber heute schon vom Aussterben bedroht angesehen werden kann. Die Berber hatten schlichtweg etwas in ihren Augen Besseres gefunden.
Der Adel Marokkos zum Beispiel, ebenso wie das Königshaus, hält sich stets eine große Anzahl repräsentativer Araber-Berber, welche man schon fast als Nationalschatz Marokkos bezeichnen könnte. Es gibt kein großes Fest, bei dem nicht auch diese Pferde dabei sind. Weltruhm erlangten die tanzenden Pferde von Khénifra im Hochland Marokkos. Sieht man sich diese Pferde jedoch genauer an, entdeckt man deutlich arabische Einflüsse, demnach ist es wahrscheinlich, dass es sich bei den Fantasia-Pferden eher um Araber-Berber als um reine Berber handelt, da diese wesentlich schneller in den Reaktionen sind.
Leistung Es sind reine Gebrauchspferde, die oft auch als Fantasia-Pferde bei den Reiterspielen der Feste geritten werden. Sie haben gute Bewegungen für die Dressur und sind oft auch gangveranlagt.