Arabisches Vollblut

 
Arabisches Vollblut

Herkunft zentralarabisches Hochland
Stockmaß Hengste 151-155 cm (maximal 160 cm) Stuten 148-152 cm (maximal 158 cm)
Charakter Feingliedriges, temperamentvolles Pferd von ausgeprägtem Adel; freundlicher, Menschenbezogener Charakter; Pferde aus Leistungszuchten von überragender Härte und Ausdauer.
Besonderheiten Gangarten: Schritt, Trab, Galopp, Schwerpunkt Galopp. (vereinzelt Veranlagung zu lateralen Gängen) Verwendung Rennpferd, Distanz. Gangmechanik leichtfüßig und tänzerisch, Trab flach und federnd, mit hoher Kopf- und Schweifhaltung, schnelle Reaktionen in gutem Gleichgewicht. Beschreibung Der Inbegriff des schönen Pferdes, trockener Kopf mit geradem oder konkaven Profil (Araberknick), die Augen sind groß, die Ohren klein und sichelförmig. Der leichte, geschwungene Hals entspringt einer nicht immer idealen Schulter, das Mittelstück ist kurz und relativ kräftig. Kurze, waagerechte Kruppe mit Hochangesetztem Schweif, der wie eine Fahne getragen wird. Die Extremitäten sind trocken, hin und wieder leicht verstellt, aber von unverwüstlicher Qualität. Der Galopp ist leicht, schnell und ausdauernd, der Trab schwebend, der Schritt etwas kurz. Alle Farben außer Schecken. Der Araber ist das älteste reinrassige Pferd. Es gibt Beweise dafür, dass er sich aus einer Gruppe prähistorischer Wildpferde entwickelt und sich über Asien bis zum Nahen Osten verbreitet hat. 8 000 Jahre alte Felsmalereien in Südlibyen zeigen ein Pferd, das dem modernen Araber bemerkenswert ähnlich sieht. Der Araber wurde in verschiedenen Ländern gefangen und domestiziert. Daraus haben sich unterschiedliche Zweige entwickelt. Trotzdem bleiben die Pferde der Beduinen-Araber die berühmtesten ihrer Art; sie sind als Original- oder Elitearaber bekannt. Die Beduinen brauchten Pferde, die zäh genug waren, um im rauen Wüstenklima leben zu können, die aber auch schön genug aussahen, um stolz auf sie zu sein. Ihre selektive Zucht betreiben die Beduinen möglicherweise schon seit 2000 Jahren. Stuten werden nach Ausdauer und Mut, Hengste dagegen nach Schönheit und Intelligenz ausgewählt. Die Beduinen haben immer großen Wert auf die Reinheit der Stammbäume gelegt; nur echte Asil - Pferde (asil = reinen Blutes) wurden in der Zucht eingesetzt. Um die Charaktermerkmale der Tiere zu verstärken, wurde Inzucht betrieben, ein Mittel, das in Europa im Verdacht steht, die Schwächen der Pferde zu vermehren. Bei der Entwicklung der Araberzucht hat der Islam eine große Rolle gespielt. Als das islamische Reich sich im B. Jahrhundert ausdehnte, erkannte der Prophet Mohammed die Bedeutung eines zähen und wendigen Pferdes für die Schlachten. Er befahl seinen Anhängern, sich der Pferdepflege mit größter Sorgfalt zu widmen und schrieb, dass dem Menschen für jedes Gerstenkorn, das er dem Pferd zu fressen gebe, eine Sünde im Himmel vergeben werden solle. Mit der Ausdehnung des Islam fand der Araber seinen Weg nach Westeuropa, wo seine besondere Überlegenheit gegenüber den schweren Streitrössern der Europäer bald offensichtlich wurde. Nachdem die Mauren aus Spanien vertrieben worden waren, kreuzte man die zurückgebliebenen Araberpferde mit einheimischen Rassen, um so eine neue Kampfpferdrasse - den Andalusier - zu entwickeln. Dieser war immer noch groß und stark, aber auch schnell und sehr wendig. Das Ansehen, das der Araber durch seine Ausdauer, Schnelligkeit und Wendigkeit erworben hatte, machte diese Rasse schnell berühmt. Aufgrund der Fähigkeit, Körperbau und Gesundheit, die leichte und fließende Aktion, seine Ausdauer und seine Sanftmut an all seine Nachkommen weiterzuvererben, war der Araber in ganz Europa begehrt, wenn neue Rassen entwickelt oder einheimische Rassen verbessert werden sollten. So hat er mehr als jeder andere Einfluss auf die Pferdearten der Welt genommen. In allen Warmblütern wie auch in vielen Ponys fließt etwas Araberblut. Die Popularität der Araberpferde ist immer noch ungebrochen, und ihre Zucht wird auf der ganzen Welt betrieben. Trotzdem besteht die Gefahr, dass wahllose Zucht - um den Bedarf zu decken - zu einem Qualitätsverlust führt. Der Araber ist aber nicht nur für Kreuzungen geeignet, er ist auch ein exzellentes Reitpferd. Obwohl reinrassige Araber nicht bei der Military eingesetzt werden, eignen sie sich gut für Querfeldeinrennen.