Bandagieren

Bandagen schützen die Pferdebeine gegen äußere Verletzungen durch Stöße, Schläge oder Streichen. Bandagen sind vor allem bei jungen Pferden, deren Bewegungen noch zu unkontrolliert sind, zu empfehlen sowie im Gelände und zum Springen. Nicht sachgemäß angelegte Bandagen können Blutstauungen, Druckschäden und Bewegungsstörungen hervorrufen. Sandkörner, die beim Reiten durch tiefen Sand zwischen Bein und Bandage geraten, verursachen leicht Scheuerstellen und Entzündungen. Durchnäßte Bandagen soll man abnehmen, sie ziehen sich beim Trocknen zusammen und behindern die Blutzirkulation. Zum Bandagieren braucht man eine 1,80 bis 3,00 m lange und 10 bis 15 cm breite wollene oder elastische Bandage.
Die Bandage ist zunächst sorgfältig fest und gerade zusammenzurollen, so daß das Bandende nach innen zu liegen kommt. Eine schief oder locker aufgerollte Bandage rollt sich schlecht ab. Alle störenden Fremdkörper (Sand, Strohhalme, usw.) sind aus der Bandage und vom Pferdebein zu entfernen.
Beim Anlegen der Bandage muß das Pferd mit dem Bein fest durchtreten. Man legt die Bandage an das Bein an, dann wickelt man von oben nach unten bis um den Fesselkopf und wieder aufwärts, wobei die Wicklungen etwas schräg gelegt werden.
Die Fesselbeuge bleibt frei. Es ist wichtig, daß die Bandagen beim Wickeln völlig glatt und gleichmäßig anliegen, daß sich keine Faltne bilden und sie nirgends drücken. Bei gut angelegten Bandagen erscheint das Bein überall gleichmäßig dick.
Ein sorgfältiges Zubinden ist wichtig.
Mit den Bändern, die mit dem Fingernagel glattgestrichen werden, darf das Bein nicht eingeschnürt werden. Die Schleifen dürfen nur in sich fest angezogen sein.
Die Knoten müssen außen sitzen und dürfen nicht auf die Sehnen drücken.
Die Enden der Schleifen müssen gut gesichert und weggesteckt werden. Die Gefahr, daß sich die Bandage während des Rittes löst, läßt sich ausschalten, indem man die Bänder zusätzlich mit Isolierband umklebt oder Bandagenriemchen verwendet. Den gleichen Zweck erfüllen in Größe und Form passende Filz-, Leder- oder Plastikgamaschen.