Infos zur Eignung

Beistellpferde

Unreitbare Beistellpferde sind gute Gesellschafter für junge Pferde und Zuchtstuten

Wissenswertes über Beistellpferde

Unter einem Beistellpferd (auch Beisteller, Renter- oder Gnadenbrotpferd) versteht man Pferde, die aufgrund von Alter, Charakter, Gesundheitszustand oder Krankheit nicht oder nur noch bedingt reitbar sind und deshalb hauptsächlich als Gesellschaftspferd eingesetzt werden. Meistens sind es ausgediente Sportpferde oder auch schwierige Pferde, die ihren Altersruhesitz als Beistellpferd genießen dürfen.

Mit einem Beistellpferd ist für Gesellschaft unter Artgenossen gesorgt

Weil Privatpersonen mit eigenem Stall nicht immer fremde Einsteller aufnehmen, aber einen Artgenossen für Ihr Pferd suchen, ist ein Beistellpferd die optimale Lösung: es muss nicht so häufig trainiert werden und gibt dem Reitpferd den nötigen Sozialkontakt unter Artgenossen. Außerdem hilft es, auf Turnieren dem Reittier seelisch beizustehen und es zu beruhigen. So kommt es, dass Sportpferde sowie Hengste oftmals kleine Stallgefährten wie ein Shetlandpony haben.

Ein robustes Shetlandpony als Beistellpferd für einen schicken Falben

Aber auch bei charakterlich schwierigen Reitpferden werden Beisteller gerne eingesetzt. Oft verändert sich das Wesen der Tiere bereits nach kurzer Zeit, da Pferde in der Gruppe ein anderes Verhalten zeigen als wenn sie alleine gehalten werden: Sie passen sich an, ordnen sich in der natürlichen Rangordnung unter und lernen voneinander. Ältere Pferde werden darum auch gerne zu Jungpferden auf die Weide gestellt, um sie zu erziehen. Beistellpferde sollten aber auch aktiv beschäftigt werden und eignen sich sehr gut als erfahrene Begleitpferd beim Handpferde- und Wanderreiten. In heiklen Situationen strahlen sie nämlich Vertrauen und Gelassenheit auf das junge Pferd aus.

Alte Pferde im Ruhestand können als Begleitpferd wahre Dienste leisten

Das Beistellpferd

Bei der Auswahl des richtigen Gesellschaftspferdes sollte mehr auf den Charakter des Pferdes als auf seine Eignung für eine Reitsportdisziplin geachtet werden, zumal Rentnerpferde oft nur noch bedingt unterm Sattel eingesetzt werden können.

Ein Beistellpferd sollte nicht nur ein ausgeglichenes Temperament aufweisen, sondern auch über ein ausgeprägtes Sozialverhalten verfügen sowie umgänglich und robust genug für die Herdenhaltung sein, da viele Gnadenbrotpferde in Weide- und Offenstallhaltung leben. Darüber hinaus sollte es weder Krankheiten noch ärztliche Befunde haben, die für den Halter hohe Tierarztkosten verursachen würden oder das Leben des Pferdes beeinträchtigen.

Geeignete Pferderassen für Gesellschaftspferde

Grundsätzlich eignen sich alle Rassen und Typen als Beistellpferd. Im Hinblick auf die Haltung ist es am einfachsten, zwei möglichst ähnliche Rassen zu wählen oder genügsame, robuste Pferde wie Isländer, Shetlandpony und Haflinger. Vollblüter und Araber haben dagegen oft nicht nur spezielle Ansprüche an das Futter, sondern sind empfindlicher bei Hitze und Kälte. Dennoch: beim Beistellpferd kommt es auf den charakterlichen Typ an und ob sich die Pferde untereinander verstehen – nicht auf die Rasse.

Rangordnung und Sozialverhalten wird mit dem Beisteller erlernt