Bornasche Krankheit beim Pferd

Bornasche Krankheit beim Pferd

Die Bornasche Krankheit oder auch Borna-Krankheit ist erstmals 1885 in der Stadt Borna geschichtlich erwähnt und beschrieben worden, ein ganzes Regiment der Kavallerie ist an der Krankheit gestorben. Bekannt ist das Krankheitsbild wohl schon seit 1660. Verursacher der Bornaschen Krankheit ist der Borna-Desease-Virus (BDV), kurz Borna-Virus genannt. Bei der möglichen Auslösung der viralen Infektionskrankheit werden Gehirn und Rückenmark sowie das gesamte Nervensystem des Pferdes oder Schafes befallen. Bezeichnet wird die Krankheit auch als „Kopfkrankheit“ oder „Seuchenhaft ansteckende Gehirn-Rückenmarks-Entzündung der Pferde bzw. der Einhufer“. Der Virus ist verwandt mit Tollwut-, Masern- und Staupe-Erregern und kann auch auf den Mensch übertragen werden. Im Normalfall bilden sich bei einer Infektion Antikörper und die Krankheit selbst bricht nicht zwangsläufig aus. Die Erkrankungsrate infizierter Pferde liegt bei 5 Prozent, die Todesrate bei erkrankten Pferden bei 90 Prozent. Umgekehrt betrachtet liegt also die Überlebensrate infizierter Tiere bei über 90 Prozent.

Bornasche Krankheit - Ursachen und Symptome

Araber mit irrem Blick

Vom Wirtstier Pferd oder Schaf erfolgt die Übertragung des Borna-Virus direkt über Speichel, Augen- oder Nasensekrete, Schweiß und Urin oder durch Einatmung über die Atemluft. Die häufigste Ansteckungen durch den Borna-Virus wurden in den Monaten April bis Juni nachgewiesen, die Inkubationszeit liegt beim Freizeitpferd bei etwa zwei Wochen, bei anderen Tieren erfolgt der eigentliche Ausbruch der Krankheit oft erst nach Monaten. Es lassen sich zahlreiche klassische Symptome nennen: Apathie und starke Reizbarkeit durch Licht und Lärm neben schläfrigem Erscheinungsbild. Es können Kaubeschwerden wie das „Leerkauen“, also Kauen ohne Nahrung, oder völlige Futterverweigerung auftreten, oftmals Temperaturerhöhung, Überempfindlichkeit einzelner Hautareale, Depression, Aggressivität gegen andere, Absondern von der Herde, Spasmen und Speicheln. Im weiteren Verlauf kommt es zu neurologischen Störungen, Kreislaufen, Kopftiefhaltung, Orientierungslosigkeit, Koordinationsschwierigkeiten, Einbrechen der Beine sowie Lähmungserscheinungen des Augennervs oder der Zunge. Im Endstadium kommt es zu Fieberschüben bis hin zu Festliegen mit Ruderbewegungen. In den letzten Jahren ließen sich allerdings oft nur Einzelsymptome oder untypische Symptome bei erkrankten Freizeitpferden wie wiederkehrende Koliken, Muskelzucken, Kopfschütteln, chronische Lahmheiten oder Standanomalien.

Behandlung und Prävention

Der Nachweis des Borna-Virus erfolgt über einen Antikörpernachweis beim lebenden Tier per Titer-Test von Gehirnflüssigkeit oder Blutserum. Bei toten Tieren wird das Hirngewebe direkt untersucht. Ohne Laboruntersuchung ist keine sichere Diagnose möglich, da viele Symptome denen anderer Krankheiten entsprechen oder ähnlich sind, wie der Tetanus, Tollwut, Hirnhautentzündung oder Gehirntumoren. Leider ist eine Therapie der Bornaschen Krankheit nur eingeschränkt möglich, betroffene Tiere müssen aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr in der Regel getötet werden. Aktuell werden jedoch antivirale Medikamente sowie vom Menschen bekannte Psychopharmaka eingesetzt, die teilweise Wirkung zeigen. Der zuletzt zugelassene Impfstoff gegen den Borna-Virus wurde aufgrund starker Zweifel an der Wirksamkeit 1992 verboten, sodass heute weder Prophylaxe noch Prävention möglich sind. Heute tritt das Borna-Virus nachweisbar weltweit auf, neben Pferden und Schafen sind Fälle infizierter Katzen, Kaninchen, Ratten, Mäuse, Strauße, Papageien und Zootiere bekannt. Seit Februar 2011 ist der Borna-Virus in Deutschland nicht mehr als Tierseuche meldepflichtig. Tierarzt bei Untersuchung