Die Gangarten des Pferdes – der Tölt

Die Gangarten des Pferdes – der Tölt

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Takt und Fußfolge

Der Tölt ist eine gelaufene Gangart im Viertakt mit acht Phasen. Die Beinfolge entspricht der des Schrittes, jedoch fußt das Pferd lateral ab. Während beim Schritt immer zwei oder drei Beine das Pferd tragen, wechseln sich im Tölt die Ein- und Zweibeinstützen ab: Vorne links (Einbeinstütze rechtes Hinterbein), rechts vorne (laterale Zweibeinstütze), rechts hinten (Einbeinstütze rechtes Vorderbein), links hinten (diagonale Zweibeinstütze), rechts hinten (diagonale Zweibeinstütze). Der Bodenkontakt bleibt somit konstant erhalten und Sprung- oder Schwebephasen gibt es nicht. Dadurch bewegt sich der Rücken weder auf noch ab, sodass  es ein erschütterungsfreies Fortbewegen darstellt und der Reiter weich und ruhig im Sattel sitzt. Will man überprüfen ob der Tölt taktrein ist, reitet man vorzugsweise über Asphalt oder ein sogenanntes Sounding Board, einen langen Brettersteg, der das „tacka-tacka-tacka-tacka“ laut und deutlich wiedergibt.

Formen des Tölts

Man unterscheidet je nach Reitstil, Rasse und Fußfolge verschiedene Varianten, die zwischen Schritt- und Galoppgeschwindigkeit (Renntölt) geritten werden. Zum einen gibt es neben den Töltbewegungen der Isländer den Paso Llano der Paso Peruanos und den Paso Corto, Largo bzw. Classic Fino (kurzer, langer bzw. Klassischer feiner Schritt) der Paso Fino-Pferde, wobei der Classic Fino genetisch fixiert ist und nur von wenigen Pferden gezeigt wird. Sie unterscheiden sich vor allem in Schrittlänge und Tempo, das Gesamtbild der Bewegungsaktion bleibt erhalten: Die Hinterhand ist gut untergesetzt um der Vorhand genügend Aufrichtung und Raumgriff für spektakuläre Beinaktionen zu bieten. Kleine Verschiebungen der Fußfolge erzeugen neue Formen der Gangart, sodass vom Passtölter bis zum Trabtölter alles vertreten ist. Neben dem südamerikanischen Trocha  gibt es zum Beispiel auch den Marcha der brasilianischen Mangalarga Marcadores, ein langsamer bis mittelschneller, ähnlicher Viertakt mit mindestens einem Bein am Boden. Des Weiteren ist der Rack eine ähnliche Töltbewegung, bei der das Tennessee Walking Horse zur Kadenzierung kurze Stopps einbauen soll (ebenso beim Slow Gait). Im Flat und Running Walk bleiben sogar drei Beine am Boden und sorgen für eine höhere Gangsicherheit.

Island-Pferd-Tölt-Turnier-Quelle Daniel Waßmuth

Besonderheiten und Einsatz

Die Veranlagung zum Tölt hatten ursprünglich viele Pferde, doch anhand bevorzugter Einsatzgebiete wurde vermehrt der Trab in der Zucht verfolgt. Der Tölt steckt dennoch bei einigen in den Genen bzw. kann antrainiert werden. Naturtölter zeigen freiwillig ihr Gangpotenzial und laufen meist taktreiner. Einige typische Rassen mit dieser speziellen Gangart sind Saddlebreds, Araber-Berber und Töltende Traber. Auf längeren Strecken schätzen besonders Wanderreiter den Tölt wegen der ermüdungsfreien und rückenschonenden Wirkung. Sehr geeignet ist die Gangart daher auch bei Menschen mit Wirbelsäulenproblemen in der Hippotherapie.

(Foto oben: Paso Fino del Baltico; Foto unten: Daniel Waßmuth)

Weitere Gangarten des Pferdes


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