Distanzritt

Distanzritt

Ein Wettbewerb über eine längere Entfernung, meist zwischen 35 und 100 km, durch teils unwegsames Gelände. Gewertet wird nicht nur die gebrauchte Zeit, sondern auch, und vor allem, der Zustand des Pferdes während und am Schluss des Rittes.

Wie läuft ein Distanzritt eigentlich ab?

Von der Anmeldung bis zur Siegerehrung eines Einführungsrittes.

Die Disziplin ?Distanzreiten? ist längst nicht so populär wie beispielsweise die Reitsportarten Dressur, Springen, Military, Fahren oder Voltigieren, um nur einige Beispiele zu nennen. Dabei etabliert sich am Rande des öffentlichen Geschehens eine Szene, die immer mehr Freunde gewinnt und zunehmend wächst. Und das völlig zu recht. Gehört doch der Distanzsport zu einem der pferdefreundlichsten und -gerechtesten Disziplinen überhaupt, und findet er doch vornehmlich mitten in der Natur bei jeder Witterung statt.
Darüber hinaus stellt er höchste Ansprüche an die Fähigkeiten des Pferdes, den Ehrgeiz sowie das Durchhaltevermögen des Reiters und fördert auf faszinierende Weise das Vertrauensverhältnis zwischen Vier- und Zweibeiner.

Die Ausschreibung und formalen

Voraussetzungen Bei einem Distanzritt geht es darum, eine Tages-Strecke von mindestens 30, höchstens 160 km in kürzester Zeit mit einem Pferd in guter Konstitution und Pulswerten von höchstens 64 pro Minute zurückzulegen. Unterwegs gibt es keine Gelände-Hindernisse wie etwa bei Trecking- oder Wanderritten.

Es gibt vier unterschiedliche Arten von Distanzritten:
Einführungsritte:
bis zu 40 km
(Mindestalter Pferd: 5 Jahre)

Kurze Distanz-Ritte (KDR):
40 bis 59 km
(Mindestalter Pferd: 6 Jahre)

Mittlere Distanz-Ritte (MDR):
60 bis 79 km
(Mindestalter Pferd: 6 Jahre)

Lange Distanz-Ritte (LDR):
80 bis 160 km
(Mindestalter Pferd: 7 Jahre)


Wer sich für Termine der jährlich bundesweit stattfindenden Distanzritte interessiert, beschafft sich die entsprechenden Informationen am besten direkt beim Verein Deutscher Distanzreiter (VDD), Hattingen, (Tel. 02324-23841) oder in den regional erhältlichen Zeitschriften, wie ?Bayern: Pferde, Zucht und Sport? in Bayern. Letzere monatlich erscheinende Zeitschrift gibt auf den gelben Seiten regelmäßig Auskunft darüber, wann, wo und welche Turniere stattfinden. Die detaillierten Ausschreibungsunterlagen kann der Interessierte dann beim jeweiligen Veranstalter anfordern und sich daraufhin schriftlich gegen eine geringe Nenngebühr anmelden. Anmeldebestätigungen seitens der Veranstalter kommen nicht; der Teilnehmer wird jedoch informiert, wenn er aufgrund der zu hohen Teilnehmerzahl nicht mehr zum Start zugelassen werden kann. So liegt in der Regel bei den Einführungsritten oder Kurzen Distanz-Ritten die Mindesteilnehmerzahl bei 15 und maximal dürfen 30 Reiter starten.

In den Ausschreibungsunterlagen wird genau bekanntgegeben, welche Art von Strecke/Boden den Reiter erwartet - kilometermäßig verteilt auf Beton/Asphalt, befestigte und unbefestigte Wege - sowie eine Empfehlung ausgesprochen, ob Hufbeschlag erforderlich ist oder nicht. Weitere Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, werden offengelegt, beispielsweise wie alt Reiter und Pferd mindestens sein müssen, daß keine atembeengende Zäumung, keine Sporen und meist auch keine Gerten (Ausnahme Hengste) benutzt werden dürfen. Durch derartige Klauseln will der VDD sicherstellen, daß das Pferd freiwillig und gerne etliche Kilometer läuft. Mit anderen Worten: ein eher triebiges Pferd wird wohl selten zum guten Distanzpferd. - Bei kühler Witterung ist eine Decke am Pferd mitzuführen und fast immer besteht für Jugendliche Helmpflicht.

Außerdem geben die Veranstaltungsunterlagen Aufschluß darüber, bei wieviel Minuten die Höchstzeit liegt - erfahrungsgemäß 270 Minuten für 30 km - und wieviel Zeit erlaubt ist: Beispiel 180 Minuten. In diesem Fall scheidet der Teilnehmer bei Überschreiten der 270 aus, bei mehr als 180 Minuten erhält er Strafpunkte.


Die Anreise

Bereits für die Teilnahme an einem Einführungsritt von nur 30 km, ist es ratsam, seinen Sportpartner schon zu Hause auf alle Eventualitäten in Ruhe vorzubereiten. Das heißt, abgesehen von dem erforderlichen Training und der nötigen Grundkondition, kombiniert mit der richtigen Menge und Art des Futters, sollte das Pferd auch bereitwillig in den Hänger hinein- und auch wieder hinausgehen. Es gibt kaum etwas Strapaziöseres als nach einem anstrengenden Distanzritt - vielleicht bei hohen Temperaturen und schwierigem Gelände - die Heimreise antreten zu wollen und das Pferd spielt nicht mit. Da kann es passieren, daß alle übrigen Starter den Ort des Geschehens längst verlassen haben und man selbst steht immer noch schweißgebadet mit seinem Pferd vor der Rampe und weiß nicht, wie man es davon überzeugen soll, daß im Hänger kein Ungeheuer wartet. Da wird Mensch und Tier oft einiges an Nerven und Geduld abverlangt.


Die Anmeldung

Bei Ritten, die über eine längere Strecke ab 60 km gehen und die eine Anreise von über 150 km erfordern, bietet es sich an, bereits am Vortag anzureisen. So sind Pferd und Reiter am nächsten Tag erholt und nicht bereits durch?s Fahren mit dem Hänger gestreßt. Am frühen Morgen, meist ab 7.00 Uhr, kann man seine Anwesenheit bei der Anmeldung kundtun, das Startgeld bezahlen und erhält seine sogenannte Check-Karte, auf der - während des Rittes - alles Nennenswerte und Auffallende am Pferd eingetragen wird. Außerdem verteilt der Veranstalter Streckenkarten, die, neben den mit Kalk oder Flatterbändern gekennzeichneten Wegen, Orientierung bieten, wenn man mit sich und seinem Pferd allein ist.


Die Voruntersuchung: Limit 64

Bei größeren Ritten oder wenn mehrere Ritte parallel stattfinden, findet die Voruntersuchung schon einen Tag vor dem Ritt und zusätzlich am Turniertag statt. Bei kurzen Distanzen werden die Pferde nur am Veranstaltungstag auf Herz und Nieren geprüft.

Das Distanzreiten stellt wohl die pferdefreundlichste Reitsportart überhaupt dar, weil es - außer bei der Military, wo es ähnlich zugeht - keinen Reitsport gibt, bei der die Gesundheit und das Wohlergehen des Pferdes derart im Mittelpunkt stehen. Das macht das Distanzreiten zu einem äußerst sympathischen Hobby. Abgesehen vom A und O bei Distanzen: dem Puls und der Atmung, wird das Pferd rundum durchgecheckt, das heißt, vom Körperbau bis hin zu Sattel- und Trensenlage bleibt dem kritischen Auge des Veterinärs nichts verborgen. Da kann es passieren, daß ein Pferd aufgrund einer Fehlstellung des Vorderbeins nicht zum Start zugelassen wird, obwohl es ansonsten gesund und lahmfrei ist. Oder ein Teilnehmer scheidet aus, weil das Zahnfleisch seines Pferd durch das Gebiß wund und blutig gerieben ist. Es kommt auch immer wieder vor, daß der Reiter keine Startberechtigung erhält, da sein Pferd deutlichen Satteldruck aufweist. - Mit anderen Worten: Der Distanzsport soll durchaus auch dazu erziehen, mit dem Pferd absolut korrekt umzugehen und es nicht durch unpassende Sättel, Zäume oder Beanspruchungen zu quälen.

Die Voruntersuchung dient vorwiegend dem Zweck, die normalen Puls- und Atemwerte des Pferdes zu ermitteln, um zu überprüfen, ob sie das Pferd nach dem Ritt (Nachuntersuchung) wieder erreicht. Ist das der Fall, so zeugt dies von guter Kondition, also entsprechendem Training und idealem Regenerierungsvermögen des Tieres. Hat ein Pferd zum Beispiel bei der Voruntersuchung einen Pulswert von 40 pro Minute, sollte dieser Wert bei der Nachuntersuchung ebenso bei 40 oder nah dran liegen. Die normalerweise noch akzeptierten Werte liegen bei 64; wird dieser Wert auch nach einer genau festgelegten Ruhephase nicht erreicht, werden Reiter und Pferd disqualifiziert.

Selbstverständlich muß das Pferd auch vorgetrabt werden, um mögliche Unreinheiten im Gang oder - was auch vorkommt - klappernde, sprich lose Eisen zu entdecken. Starke Rückenempfindlichkeit des Pferdes kann darauf hinweisen, daß es der Beanspruchung, über Stunden hinweg in abwechslungsreichem Gelände einen Reiter zu tragen, nicht gewachsen ist.

Insgesamt entscheidend bei der Voruntersuchung ist, daß das Pferd - neben akzeptablen Puls- und Atemwerten - einen guten Gesamteindruck macht und Sattel- und Geschirrlage sowie Bewegungsapparat in Ordnung sind.


Die Vorbesprechung

Der Veranstalter gibt bei der Vorbesprechung, die circa eine halbe Stunde vor Beginn stattfindet, einen kurzen Überblick der Gesamtstrecke mit Hinweisen darauf, ob irgendwo besonders schwierige Teilstrecken zu überwinden sind oder wo sehr umsichtig geritten werden soll, etwa auf ausgezeichneten Wanderwegen. - Müssen gefährliche Straßen mit hohem Verkehrsaufkommen, überquert werden, stehen oft Veranstaltungs-Helfer bereit, die den Teams den Weg freihalten.


Der Start

Bei kurzen Ritten gibt es alle drei Minuten den Einzel- oder Gruppenstart (mit höchstens drei Reitern), bei längeren erfolgt meist der Massenstart, bei dem alle Teilnehmer zum selben Zeitpunkt losreiten. Es ist Geschmackssache, ob der Reiter die Zeit vor dem Start nutzt, um sein Pferd aufzuwärmen, um so direkt im Trab loslegen zu können oder ob er die ersten 15 Minuten des Ritts im Schritt zurücklegt, mit dem Argument, daß es ohnehin genügend Kilometer zu laufen habe. Das muß jeder Reiter selbst entscheiden. Es liegt auch im Ermessen des einzelnen, wie er sich die Reitzeit aufteilt, also ob er die 30 km einfach durch drei teilt, um seine Teilabschnitte zu ermitteln. Das heißt, er hat dann zwischen den einzelnen Vet- Cheks Streckeà jeweils 10 km zu absolvieren und kann sich die dafür zur Verfügung stehende Zeit ausrechnen, auf einem kleinen Handzettel notieren und mit sich am Pferd führen. Manche Teams legen die Distanzen lieber rein intuitiv zurück und verlassen sich auf ihr Gespür, wann und wie lange sie schnell oder langsam reiten.


Erste Teilstrecke

Oft ist die erste Teilstrecke die schwierigste, da Pferd und Reiter sich noch aufwärmen müssen. Ist der Muskelapparat erst einmal auf Hochtouren gebracht, läuft er - bei richtiger Dosierung - meist wie von selbst, und das Pferd erinnert sich wieder, worauf es ankommt. Üblicherweise sind die Reit-Wege sehr gut markiert, so daß Verreiten im Grunde genommen unmöglich gemacht wird. Dennoch ist die Versuchung groß, bei schönen Waldwegen der Hauptroute zu folgen, anstatt immer wieder auf dem Boden - gerade bei Wege-Gabelungen - die weißen Kalk-Punkte zu verfolgen. Der Reiter sollte bei ?Kreuzungen? immer im Tempo runtergehen, um sich zunächst einen Überblick zu verschaffen und dann noch im Trab die richtige neue Richtung einzuschlagen. So gewinnt er wertvolle Minuten und spart Energie. Witzig am Rande: es gibt auch Pferde, die nach einer gewissen Distanz-Erfahrung selbständig nach den Markierungen suchen und so ihren Reiter erheblich unterstützen.


Erster Vet-Check

Im Laufe der Zeit wird jeder Reiter sein Pferd so gut einschätzen können, daß er, auch ohne Puls-Meßgerät, weiß, in welchen Situationen sich sein Pferd aufregt, sprich: dessen Pulswerte hochgehen. Darauf sollte er stets Rücksicht nehmen, um sich möglichst nur kurze Zeit in den Vet-Checks aufzuhalten. So hat es sich bewährt, einige Kilometer vor dem Vet-Check vom Pferd zu steigen, es zu führen, mit Wort und Tat zu beruhigen, es vielleicht sogar ein wenig grasen zu lassen, ihm ein Lied zu singen oder anderes tun, von dem der Reiter weiß, daß es eine beruhigende Wirkung auf seinen Vierbeiner hat. Dann läuft das Pferd bereits cool in den Check, mit Werten unter 64, so daß der Ritt direkt fortgesetzt werden kann.


Zweite Teilstrecke und zweiter Vet-Check:

Zur Entlastung des Pferdes und um sich selbst zu trainieren, steigen viele Distanzler immer wieder zwischendurch vom Pferd und führen es, sei es im Schritt oder im Trab. Besonders bei starkem Gefälle und krassen Steigungen tut man dem Pferd damit einen Gefallen und letztlich auch sich selbst, da das Pferd frischer ist, wenn man es wieder besteigt. Liegt der erste Vet-Check unbeanstandet hinter einem, so läuft ?es? in der zweiten Teilstrecke häufig automatisch. Pferd und Reiter haben ihren Rhythmus gefunden und bewegen sich mühelos und harmonisch in der Landschaft.

Im zweiten Vet-Check werden wieder Atem und Puls (muß unter 64 liegen) kontrolliert, ebenso wie der Gesamteindruck (dazu gehören eventuelle Druckstellen). Im Gegensatz zum ersten Vet-Check muß das Pferd diesmal nicht an der Hand im Trab vorgeführt werden.

Dritte Teilstrecke und Ziel

Häufig begegnet man unterwegs anderen Reitern, die ein ähnliches Tempo haben und reitet mit ihnen gemeinsam einen Teil der Strecke. Da kann man Erfahrungen austauschen, sich im Gespräch ein wenig ablenken von der Anstrengung, und vielleicht reitet man auch zusammen in?s Ziel, wenn die Reitweisen übereinstimmen. Manche reiten beispielsweise gerne kurze Stücke im Schritt, dann im relativ hohen Tempo im Trab oder Galopp über lange einladende Wege, um sich dann auf eher ?schlechtem? Geläuf (großes Gestein, hart wie Beton) wieder im Schritt zu entspannen. Andere hingegen bevorzugen das gleichmäßige Tempo im langsameren Trab über beinah jeden Untergrund.

Im Endeffekt ist das Wie unwesentlich. Hauptsache ist, daß der Reiter sein Pferd gesund zum Ziel bringt, mit dem Potential, noch etliche weitere Kilometer zu laufen. Innerhalb der Maximalzeit im Ziel einzulaufen, ist natürlich auch erstrebenswert. Bei Ankunft und 20 Minuten danach wird das Pferd erneut von den Tierärzten auf den Kopf gestellt, um sicherzustellen, daß es nicht überfordert wurde. Haben Reiter und Pferd diese Kontrolle positiv überstanden, dürfen sie zwei Stunden später zur Nachuntersuchung kommen. In der Zwischenzeit sollte das Pferd sachgemäß ?runtergekühlt? und bestmöglich akklimatisiert werden.

Die Nachuntersuchung und Siegerehrung
Die Nachuntersuchung ist ebenso gründlich wie die Voruntersuchung. Hat der Reiter diese Klippe überwunden, so darf ihm schon mal ein Stein vom Herzen fallen und er und sein Pferd fallen in die Wertung. Die Siegerehrung findet immer im Anschluß an die Nachuntersuchung des letzten, in?s Ziel eingelaufenen Reiters statt. Ergebnislisten werden mit der Post nachgeschickt.


Der Paddock

Hin und wieder bieten die Veranstalter Boxen oder Ständer zur Unterbringung der Distanz-Pferde an. Meistens stehen die Pferde allerdings vor und nach dem Ritt auf einem Paddock. Die Übernachtung des Pferdes auf dem selbst mitgebrachten Paddock (und E-Zaun) will praktiziert sein. Mit Pferden, die üblicherweise in Boxen gehalten werden, sollte möglichst vorher zu Hause geübt werden, damit es für sie nicht völlig neu ist, auf einer Fläche von circa 20 qm im Freien bei Wind und Wetter zu stehen und die Nacht zu verbringen. Unbefangener Umgang mit Regendecken ist dafür von Vorteil. Auch das Fressen und Saufen aus Eimern ist gewöhnungsbedürftig. - Normalerweise haben die Pferde aber keine Probleme damit.

 

Die Ausrüstung

Es ist sehr nützlich, eine individuelle Checkliste zu erstellen, die alles enthält, was der Reiter zu einem Distanzritt mitnehmen muß. (Beispiel: siehe Kasten). Diese Liste dient vor jedem Ritt dazu, sich durch ?Abhacken? davon zu überzeugen, daß nichts vergessen wurde.


Checkliste für den Distanzreiter

Ausrüstung Pferd
Sattel
Trense
Satteldecke
Halfter, Strick (2 mal)
Putzzeug/Schweißmesser
2 Eimer
Abschwitzdecke
Regendecke
Fahrradschlüssel (Stollen)
Hänger-Schloß
Paddock plus Batterie
1 Nagel-Nachziehzange
Führstrick !
Longe
Zinkpaste

Erste Hilfe für Pferd und Reiter

Transportgamaschen und Bandagen

Ausrüstung Reiter
2 Lederriemen für den Sattel
1 (Regen-)Jacke
Reitkappe
Reitstiefeletten (plus evtl. Mini-Chaps)
bequeme Reithose (ohne Besatz)
1 Klarsichthülle (Wegebeschreibung)
1 Bauchjacke ! (für Getränke)
Taschenlampe
2 Schlafsäcke
Fotoapparat
1 Uhr
Geld/Telefonkarte (für unterwegs zum Telefonieren)
Stift
Taschenmesser
Sonnencreme
Ausschreibung für Ritt
Straßenkarte

Verpflegung Pferd
2 Portionen Hafer
1 Portion Kops
2 Säcke Heu, 1 Sack Stroh (für Paddock)

Verpflegung Reiter
Getränke (für Autofahrt und den Ritt)
beliebiges Essen (Pfefferminz, Mars...)
Packung Traubenzucker

Ansonsten sind der Art der Ausrüstung des Pferdes keine Grenzen gesetzt. Mit welchem Sattel, welchem Zaumzeug und in welcher Kleidung der Distanzler startet, bleibt ihm allein überlassen. Nur bequem und sachgemäß für sich und sein Pferd muß es sein. Kleine Utensilien wie Schwämme oder Hufkratzer - am Sattel befestigt - sollten allerdings nirgends fehlen. - Zwar werden eigens für die Distanz-Reiterei Sättel von unterschiedlichen Firmen hergestellt, ob sie jedoch für jedes Pferd und jeden Reiter immer erforderlich sind, sollte jeder selber entscheiden. Oft reicht ein gut passender Marken-Vielseitigkeitssattel vollkommen aus.


Das Pferd und der Reiter

Genauso bunt wie das Bild der Reiter, ist die Palette der an Distanzritten teilnehmenden Pferde. Da kommt es weder auf Größe und Schönheit, noch auf Farbe, Rasse, Alter und Geschlecht an. Grundsätzlich kann jedes gesunde Pferd, das eine natürliche Lauffreude mitbringt, erfolgreich Distanzritte überstehen. Vergleichbar einem Marathonläufer, muß das Distanzpferd entsprechend auf- und bei Bedarf wieder abgebaut werden. Und das geht mit beinah jeder Rasse.

Gleichgültig ob Haflinger, Isländer, Deutsches Reitpony, Apalloosa, Knappstrupper, Deutsches Warmblut, Vollblut-, Anglo- und Shagya-Araber, Vollblüter, russische Rassen wie Budjonny, Tersker, Orlow-Traber oder Achal-Tekkiner, ja sogar Tenessee Walking Horse, um längst nicht jede Pferderasse aufgelistet zu haben - alle haben bei genügendem und sachgerechtem Training eine Chance, an der Spitze mitzulaufen. Die Erfahrung jedoch zeigt, daß meist die kleineren, hochblütigen Pferde die beste Veranlagung für diesen Hochleistungssport mitbringen.

Voraussetzung für den Erfolg sind allerdings neben dem bereits erwähnten Vorwärtsdrang noch andere Eigenschaften, die in den übrigen Reitsportdisziplinen nicht zwingend im Vordergrund stehen. Dazu gehören: Mut, Nervenstärke, Umgänglichkeit, Ausdauer, Schnelligkeit, Unkompliziertheit, Kampfgeist sowie die Fähigkeit, sich jederzeit entspannen zu können. Das heißt auch, immer und überall fressen und saufen, sowie an jedem Platz harnen zu können (nicht nur in der eigenen Box oder dem vertrauten Offenstall), sobald sich die Gelegenheit bietet. Jede freie Minute im Wettkampf muß vom Pferd genutzt werden, um neue Energien zu tanken. Auch der Reiter muß über eine hohe Grundkondition verfügen, um gerade Mittlere Distanz-Ritte oder Lange Distanz-Ritte unbeschadet zu beenden.

Zusammenfassend läßt sich feststellen, daß Distanzritte dem Pferd wie dem Reiter einiges abverlangen, andererseits aber dem Reiter höchste Gefühle und viel Spaß in der noch intakten Umwelt mit dem Partner Pferd vermitteln. Und daß der Distanzsport eine gut funktionierende Partnerschaft zwischen Pferd und Reiter bedingt und vor allem fördert, versteht sich von selbst. Denn, wenn das Pferd nicht will, ?läuft? da gar nichts. Wenn es aber will, kann der Mensch beruhigt sein, daß er dem Pferd das ermöglicht, was es besonders gerne macht: Laufen in der Natur.

Autorin: Andrea Stercken
Mehr Infos gibt es auf Distanzcheck.de