Domestikation

Domestikation

Die Domestikation der Pferde begann vor etwa 5000 Jahren, als frühe Zivilisationen im Fernen Osten Pferde an menschliche Nähe gewöhnten .

Da aber auf Höhlenmalereien bereits Zeichnungen gefunden wurden, welche eine Art Zaumzeug darstellen, ist es durchaus möglich, das auch schon frühere Kulturen in der Lage gewesen sind, Pferdearten zu zähmen und für ihre Zwecke zu gebrauchen. Die Begegnung Mensch - Pferd begann sicherlich durch die Jagd.
Im Verlauf der Zeit wurden dann die ersten Pferde gefangen und gezähmt. Schnell merkte der Mensch, das er Pferde für die Beförderung von Waren und anderen Gegenständen gut einsetzen konnte. So wurde aus dem wegen seines Fleisches gejagten Pferd das domestizierte Packpferd. Geritten wurden Pferde wohl als erstes von den Persern, die bereits 500 v. Chr. schon über eine mächtige Kavallerie verfügten. Ihre Gegner benutzen die Pferde damals noch überwiegend zum Ziehen der schweren Kampfwagen.

Nach und nach wurde das Pferd für alle möglichen Arbeiten eingesetzt, in erster Linie als Lasttier, das änderte sich bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts kaum. Als Lasttier wurden zunächst kleinere Arten herangezogen, die größeren und kräftigeren Tiere setzte man im Krieg ein.
Mit der Erfindung der Schußwaffen, dem Ablegen der Rüstung und durch immer leichteres Gerät wurden diese kräftigen Pferde bald nicht mehr für den Krieg gebraucht und konnten für andere Arbeiten herangezogen werden.

Die Industrialisierung nahm ihren Lauf und die Pferde wurden für den Transport von Waren und anderen Gütern eingesetzt. Hierfür bevorzugte man nun die großen und kräftigen Pferde, wie zum Beispiel das Shire Horse. Es wurden somit vermehrt Kaltblüter gezüchtet. Diese spielten auch in der Landwirtschaft ein große Rolle, das Pferd löste den Ochsen vor dem Pflug und bei anderen Aufgaben ab.
So wurde früher der Acker geflügt...
Einspänner während eines SchauprogrammsIm 19 Jahrhundert dann wurden immer mehr Straßen gebaut, die Kutschen wurden immer leichter, die Kunst der Kutschenbauer erlebte eine Blüte. Für diese leichten Kutschen bevorzugte man nun leichtere Pferde, wie Traber und Hackneys. Der Fortschritt ging weiter.
Eisenbahn und motorisierte Wagen wurden eingeführt und das Pferd verlor immer mehr an Bedeutung, die Zugrassen schienen vom Aussterben bedroht zu sein. Doch auch schon damals gab es kluge Köpfe die erkannten, das der Einsatz von Pferden auf kurzen und v.a. unwegsamen Strecken immer noch am Preiswertesten ist. So sind uns bis ins heutige Jahrhundert viele der Kaltblüter, und natürlich auch der anderen Rassen, erhalten geblieben.
Die Kaltblüter werden heute in der Landwirtschaft kaum noch eingesetzt, aber beim Holzrücken im Wald kommen sie immer mehr wieder zum Einsatz. Wir finden sie, besonders das Shire Horse, auf Showveranstaltungen unter dem Sattel, sehen diese prächtigen Pferde bei Paraden und Umzügen vor der Kutsche. Und zum Glück befördern viele traditionsverbundene Brauereien ihre Bierfässer bei Umzügen immer noch mit prächtig anzusehenden Kaltblütern und Kutschen.
Reiter in einem australischen StocksattelDie kleineren, leichteren, Rassen haben ihren Einsatz heute sowohl bei der Arbeit, als auch in Freizeit und Sport.
So gibt es in vielen Ländern die "Berittene Polizei", eine der bekanntesten ist die Royal Canadian Mounted Police. In Texas werden Pferde immer noch traditionsgemäß für das Treiben mit Rindern eingesetzt und der Pferdesport wird immer beliebter. Eine der ältesten Pferdesportarten ist das Jagen. Zu Beginn jagte man zu Pferde den Hirsch, in den englischsprachigen Ländern jagt man heute den Fuchs. Polo ist eine weitere altbekannte Sportart, die möglicherweise aus Persien stammt. Pferderennen sind seit vielen hundert Jahren auf der ganzen Welt beliebt, ebenso der Trab- und Galoppsport. Aber auch das Gespannfahren findet immer mehr Zuschauer und erfreut sich wachsender Begeisterung.

Weil die Pferdezucht sich nun mehr auf den Wettbewerb als auf militärischen Nutzen konzentrierte, wurden immer edlere Pferde gezüchtet, sogar für das Gespannfahren.

Viele Rassen konnten dadurch immer höhere Qualitätsansprüche erfüllen. Besonders deutlich wird dies bei vielen europäischen Warmblutrassen wie z.B. dem Schwedischen Warmblut, dem Hannoveraner, dem Holsteiner oder dem Trakhener
Verbessert wurden die Zuchten durch das Einbringen von Vollblütern, Arabern, und anderen.
Miki und Gerry

Die Einsatzgebiete der Pferde sind also heute wieder sehr vielfältig.