Dressur

Dressur

Das Wort "Dressur" stammt von dem französischen Verb "dresser" ab, welches im Zusammenhang mit Pferden, die Reit- und Fahrpferdeausgebildung bedeutet.


Der Sinn der Dressur ist es, ein voll gymnastiziertes Pferd zu präsentieren, das dem Reiter auf die kleinste Anweisung hin gehorcht.


Merke:
Das Dressurreiten beinhaltet die gymnasitische Durchbildung und sorgsame Erziehung des Pferdes, um dessen natürliche Anlagen voll zu entwickeln, seine Leistungsfähigkeit zu erhöhen, seine Gesundheit zu erhalten und schließlich die Harmonie zwischen Reiter und Pferd zu erreichen.

Bevor der Reiter an eine fortgeschrittene Ausbildung denkt, muß er zunächst eine vielseitige Grundausbildung erhalten und den wahren Zweck des Dressurreitens verstanden haben.
Er muß diese Kriterien in Theorie und Praxis sicher beherschen.
Auch sollte er bereit sein, immer hinzuzulernen.

Keinesfalls darf der Reiter Dressur mit Abrichten verwechseln.
Das Beibringen von Kunststücken oder Tricks ist nicht Ziel der Dressurausbildung.
Die Kriterien der Ausbildungsskala sind stets zu berücksichtigen.


Klassische Reitweise:

Die Dressur beruht auf dem Ausbildungssystem des griechischen Soldaten, Historikers und Landwirtschaftsspezialisten Xenophon (ca. 430 - 355 v. Chr.), der über das Reiten als eine Kunst und Wissenschaft schrieb.
Fast tausend Jahre später inspirierten seine Schriften die Reiter der Renaissance, die das praktizierten, was wir jetzt als "Klassische Reitkunst" bezeichnen.
Sie erreichte ihren Höhepunkt im 18. Jahrhundert mit dem Werk von François Robichon de la Guériniére (1688 - 1751), den man den Vater der Klassischen Reiterei nennt.
Sein Buch "Ecole de la Cavalerie" ist die reiterliche Bibel, der spanischen Hofreitschule in Wien (gegr. 1572), in welcher seine Lehre rein erhalten wird.
Guériniére vervollkommnete die gymnastischen Übungen - das Schulterherein (l´ épaule en dedans) - sowie viele Schulübungen, die auch heute noch ausgeführt werden.


Dressur als Wettkampfdisziplin:

Die Vorläufer der heutigen Turniere waren die Sichtungsprüfungen für die Militärakademien im 19. Jahrhundert.
Diese individuellen Prüfungen wurden erstmals im Jahre 1912 bei den Olympischen Spielen durchgeführt, und die Manschaftsprüfung wurde im Jahre 1928 bei den Olympischen Spielen in Amsterdam eingeführt. Die schwierigsten Übungen, wie Piaffe und Passage, sah man zum erstenmal bei den Olympischen Spielen in Los Angeles im Jahre 1932, den versammelten Galopp und die Pirouette bei den Olympischen Spielen in Berlin 1936.


Dressurprüfungen und -turniere:

Einfache Prüfungen finden auf einem Dressurviereck von 20 mal 40 Meter statt, während die internationalen Prüfungen auf mittlerem oder höchstem Niveau auf einem Dressurviereck von 20 mal 60 Meter geritten werden.


Die Noten werden wie folgt ausgelegt:

10 - ausgezeichnet
9 - sehr gut
8 - gut
7 - ziemlich gut
6 - zufriedenstellend
5 - ausreichend
4 - nicht ausreichend
3 - ziemlich schlecht
2 - schlecht
1 - sehr schlecht
0 - nicht ausgeführt