Dualaktivierung bei Pferden

Dualaktivierung bei Pferden

Dualaktivierung bedeutet Gehirnjogging für Pferde. Dies wird durch verschiedene Bodenübungen mit Stangen, Pylonen und Fahnen erreicht. Die Stangen und Fahnen sind gelb und blau, denn die Vierbeiner können diese Farben besonders gut erkennen. Das haben Studien aus Amerika bestätigt.

Mehr Losgelassenheit für Vierbeiner

Die Farbreize sollen die linke und rechte Gehirnhälfte der Pferde aktivieren, denn normalerweise ist die linke Gehirnhälfte mehr im Einsatz. Hinzu kommt, dass gespeicherte Informationen aus der linken Gehirnhälfte nicht automatisch an die rechte Gehirnhälfte weiter gegeben werden. Ein Beispiel: Ein Pferd läuft ohne Probleme an einem aufgespannten Sonnenschirm vorbei, den es mit dem linken Auge erkannt hat. Auf dem Rückweg, wenn das Pferd den Schirm mit dem rechten Auge sieht, springt es auf einmal erschrocken zu Seite.

Durch die Übungen der Dualaktivierung soll der Informationsaustausch zwischen beiden Gehirnhälften verbessert werden. Die Folge: Die Pferde werden ausbalancierter und gelassener. In der Praxis sieht das Training ganz ähnlich wie "normale" Bodenarbeit aus. Es werden z.B. verschiedene Parcours aufgebaut, allerdings nur mit gelben und blauen Stangen, Pylonen und Fahnen. Dabei sind die gelben und blauen Elemente einmal auf der linken und dann auf der rechten Seite angeordnet. Das Pferd soll dann sehr häufig die Hand wechseln, um die entsprechenden Impulse für die linke und rechte Gehirnhälfte auszulösen. Später können diese Übungen auch beim Longieren und unter dem Sattel ausgeführt werden.

Michael Gleitner entwickelte Methode der Dualaktivierung

Der bekannte Ausbilder hat sich ich mit seiner Ausbildungsmethode "Be Strict" bereits einen Namen gemacht. Später entwickelte er zusammen mit anderen renommierten Trainern das Prinzip der Dualaktivierung. Diese Ausbildungsmethode ist für alle Pferde geeignet, die nicht richtig ausbalanciert sind oder Probleme mit der Koordination haben. Aber auch Vierbeiner, die sehr nervös und ängstlich sind und bei jede Gelegenheit scheuen, finden durch die Dualaktivierung mehr Selbstvertrauen. Das Training ist zudem für alle Reitweisen geeignet. Die Methode der Dualaktivierung ist eigentlich nichts Neues, sondern basiert auf bereits bekanntem Wissen. Aufgrund der Lage des Fohlens im Bauch der Mutter besitzt jedes Pferd eine natürliche Schiefe. Die klassische Dressur hat zum Ziel, jedes auszubildende Pferd gerade zu richten. Nur ein gerade gerichtetes Pferd kann sich losgelassen und entspannt unter dem Reiter bewegen. Es ist auch bekannt, dass man das Pferd sowohl auf der linken als auf der rechten Seite trainieren muss.