Dülmener

Dülmener

Im späten Mittelalter entstanden in vielen Sumpfgebieten Westfalens, den Brüchen, sogenannte Wildgestüte oder Wildbahnen. Meist waren es die zuständigen Feudalherren, die sich den Besitz an den dort lebenden Wildpferden sicherten, die vermutlich schon seit Urzeiten dort vorhanden waren.
Mitte des 19. Jahrhunderts wurden durch Landreformen fast alle Wildgestüte aufgelöst. Erhalten blieb nur der Meerfelder Bruch bei Dülmen.
Um Wildpferde im zoologischen Sinne handelt es sich bei den heutigen Dülmenern nicht. Vermischungen mit entlaufenen Hauspferden hinterließen schon vor Jahrhunderten Erbmerkmale demoestizierter Tiere, wie Hängemähne, Stirnschopf, untterschiedliche Farben, weiße Abzeichen. Zur Blutauffrischung werden seit langem auch Hengste verschiedener Ponyrasse eingesetzt.
Drei Farben dominieren bei den Dülmener Wildlingen: Dunkelbraune mit Mehlmaul, Mausgraue und Falben.
Das ganze Jahr über leben die durchschnittlich 1,25 bis 1,35 m großen Ponys im Freien zwischen Hoch- und Niederwald, Wiesenflächen, Sümpfen und Buschland. Durch die natürliche Auslese wachsen nur gesunde und zähe Ponys heran, die an Anspruchslosigkeit und Widerstandskraft ihres gleichen suchen.
Die einjährigen Hengste werden jährlich am letzten Samstag im Mai herausgefangen und versteigert.
Obwohl 'Wild' aufgewachsen gelten die Dülmener als Gutmüdig, Gelehrig und Leistungsbereit.