Entwicklungsgeschichte

Entwicklungsgeschichte

Der früheste Vorfahre des heutigen Pferdes war als Hyracotherium (früher Ehohippus bezeichnet) bekannt. Man fand die Reste eines solchen Vorfahren in Nordamerika.
Solche Funde gab es aber auch in Europa. Dabei handelte es sich um Tiere in der Größe eines Lamm mit vier Zehen an den Vorder- und drei Zehen an den Hinterbeinen. Der Lebensraum dieser Tiere waren die Wälder und Sümpfe vor etwa 38 - 50 Millionen Jahren. Als Teile der Erdoberfläche durch die Klimaveränderungen kühler und trockener wurden, entstanden die ersten Grasflächen. Die ersten Pferdearten bekamen nun schon längere Beine, wurden dadurch schneller und hatten an allen vier Beinen nur noch drei Zehen. Diese Pferde unterscheidete man in die Gruppen der "Grasenden" und "Weidenden". Die Grasenden waren größer und konnte das Futter bereits besser verwerten. In dieser Gruppe entwickelten sich dann die einzehigen Pferde. Die Pferde, davon gehen wir aus, hatten ihren Ursprung in Nord- und Mittelamerika. Über die Bering-Landbrücke gelangten sie nach Russland, Alaska und Europa. Als diese Landbrücke im Wasser unterging wurden die Pferde auf den nun entstandenen Kontinenten voneinander getrennt und entwickelten sich "alleine" weiter.
Die einzige nun vorhandene Pferdeart wird Equus genannt, wovon die meisten gegen Ende der Eiszeit ausgestorben sind. Die in Europa und Asien überlebenden Rassen verzweigten sich später.
Alles begann vierzehig mit dem Hyracotherium, dieses spaltete sich vor ca. 55 Millionen Jahren in die Gruppe Haplohippus und die Gruppe der Phalaeotherien. Weiter entwickelt hat sich aber nur das Hyracotherium. Diese Familie teilte sich in der Zeit vor 5 - 36 Millionen Jahren in die Gruppen: Anchitherium, Hyppohippus, Hippariongrupper, Archeohippus, Stylohipparium, Cormohipparion, Neohipparion, Nannihipparion und Calippus (Dreizeher) und in Hippodiongruppe, Dinihippus und unser heutiges Equus (Einzeher). Alle Tiere, die an jedem Fuß nur eine Zehe besitzen (einzehigen Huf), gehören zur Familie der Einhufer (lat. Equus).
So erkennt man leicht die Verwandten des Pferdes wie Zebra, Esel und Halbesel. Heute aber haben wir das Shetlandpony und den Shire Horse! Wie also entwickelte sich die Vielzahl der Ponys, Warm- und Kaltblüter? Wie oben geschrieben lebten die Vorfahren unseres heutigen Pferdes in Amerika, sind dort aber aus noch nicht erforschten Gründen ausgestorben. Durch die "spanische Eroberung" des Landes kamen die Pferde wieder nach Amerika zurück. Pferde die entkommen konnten verwilderten oder wurden von den Indianern gefangen. Sie waren also die Vorfahren der Mustangs. Die ersten und primitiven Pferde, die vor Jahren aus Amerika auswanderten, waren die Ahnen der späteren Zebras und Esel. Diese wanderten in den mittleren Osten, nach Asien und Afrika, als das Klima noch tropisch war.
Aus den Vorfahren entwickelten sich drei große Gruppen von Pferden, die Kaltblüter im Norden und die Vollblüter im Süden. Ein kleiner Pferdetyp (Ponys) verbreitete sich über Europa und Asien. Diese kleinen Pferde sind spezialisiert auf das Überleben unter schwierigsten Bedingungen. Den ursprünglichen, meist britischen Rassen, wie dem Exmoor-Pony und Shetland-Pony, wuchsen ein sehr dichtes Fell und lange, buschige Mähnen und Schweife zum Schutz gegen Kälte und Nässe. Seine Vorfahren kamen in das unwirtschaftliche Nordeuropa nach der letzten Eiszeit. Mit ihrer enormen Größe von über 1,80 Metern und ihrem kolossalen Gewicht trotzten sie ihren natürlichen Feinden und konnten der Kälte gut widerstehen. Der Araber ist die älteste Vollblutrasse. Mit seinem schlanken Körperbau, den großen Nüstern, dem feinen Haarkleid ist er an das Leben im heißen Wüstenklima sehr gut angepasst. Ähnlich dem Achal-Tekkiner in Asien.
Die Domestikation des Pferdes soll nach Meinung einiger Experten im asiatischen Rußland zu suchen sein (sie behaupten das der Stammvater aller heutigen Hauspferde das Przewalski Pferd sei, benannt nach seinem Entdecker, dem russischen Forscher Przewalski), andere glauben das es Assyrien oder Babylonien war.
Wir dürfen davon ausgehen, das das Pferd damals in erster Linie zur Fleischgewinnung gejagt und später gehalten wurde, wodurch es sich an den Menschen gewöhnte. Die nomadischen Pferdehalter waren es wohl die entdeckten, das Pferde Waren und Ausrüstungsgegenstände gut tragen konnten und so wurde das Pferd also zum Packtier. Obwohl der Mensch sicherlich früh mit dem Reiten begonnen hat wurden Pferde in den historischen Kriegen der ersten Zivilisationen, wie den Ägyptern und Griechen, hauptsächlich als Pack- und Zugtiere eingesetzt. Von den Persern aber wissen wir das es exzellente Reiter waren. Sie verfügten um 500 v. Chr. bereits über eine mächtige Kavallerie. Auch die alten Griechen verstanden sich, im Gegensatz zu den Römer, bereits auf die Kunst des Reitens.