Hufrehe: Mögliche Ursachen der tückischen Entzündung

Hufrehe: Mögliche Ursachen der tückischen Entzündung

Ist die Huflederhaut des Pferdes entzündet, so spricht man von Hufrehe. Die Blutzirkulation im Bereich des Pferdehufs wird gestört, was zu einem Blutstau führt, der im Extremfall zur Ablösung der Hornkapsel vom Hufbein führen kann. Die Ursachen für Hufrehe können verschiedenster Art sein. Das Ergebnis der Krankheit ist stets identisch: Der Aufhängeapparat des Hufbeins wird zerstört.

• Belastungsrehe

Diese Rehe-Art entsteht durch eine Überbelastung des Pferdehufes, die durch langes Laufen auf harten Böden (Marschrehe, Straßenrehe) aber auch durch lange Stallphasen (Stallrehe) ausgelöst werden kann. Diese Art der Rehe durch mechanische Überbelastung kommt eher selten vor. Besonders bei der Schonung eines angeschlagenen Pferdebeins kann es schnell zur Überbelastung des gegenüberliegenden Beins kommen.

Shetlandpony beim Grasen• Futterrehe

Die am häufigsten auftretende Rehe-Ursache wird durch falsche Fütterung des Vierbeiners hervorgerufen. Stoffwechselstörungen, verursacht durch kohlenhydratreiche Nahrung, führen zur Abtötung rohfaserverdauenden Bakterien in der Darmflora und damit zur Freisetzung von Giftstoffen, die über das Blut in die Huflederhaut gelangen. Besonders bei der Fütterung von leichtverdaulichen Kohlehydraten wie Stärke und Fruktan ist Vorsicht geboten. Diese sind in Getreide und Weidegras in hohen Mengen enthalten.

Giftpflanzen_Wicken• Vergiftungsrehe

Diese Art von Hufrehe ist der Futterrehe sehr ähnlich und entsteht durch die Aufnahme von Giftpflanzen. Dazu zählen überwiegend Wicken, Robinie, Rizinus, Eicheln sowie des Weiteren Pestizide, Schimmelpilze und Pilzsporen.

• Geburtsrehe

Bleiben nach der Geburt Teile der Nachgeburt im Mutterleib, so werden diese Zersetzt und dabei Giftstoffe produziert, die ins Blut gelangen.

Andere Ursachen als Auslöser für Hufrehe sind möglich. So tritt die Krankheit oft als Folgeerkrankung von Koliken, Durchfallerkrankungen, Darmentzündungen und vielen weiteren Infektionen auf.