Interview mit Michael Middel, Leading Breeder 2012

Interview mit Michael Middel, Leading Breeder 2012

Im exklusiven Interview der Deutschen Quarter Horse Association spricht Michael Middel über seine Pferde und die Leidenschaft der American Quarter Horse Zucht:

Was bedeutet Ihnen diese Auszeichnung?

M.M.: „Der Titel DQHA Leading Breeder 2012 hat für mich eine sehr große Bedeutung. Er bestätigt mir, dass ich mit meiner Zucht den richtigen Weg eingeschlagen habe. Es zeigt mir aber auch, dass meine Kunden mit den von mir gezüchteten Pferden zufrieden und erfolgreich sind. Und so geht ein herzliches Dankeschön nicht nur an meine Familie und mein Team, sondern ganz besonders auch an die Besitzer, Trainer und Vorsteller meiner ‚Babys‘.“

Michael Middel ist Leading Breeder 2012

Seit wann züchten Sie und wie haben Sie Ihre Begeisterung für Quarter Horses und die Pferdezucht heraus gefunden?

M.M.: „Ich wurde schon im Kindesalter mit dem Pferdevirus infiziert. Meine Liebe zum American Quarter Horse entdeckte ich im Alter von 12 Jahren bei Peter Heer, dem späteren Züchter des erfolgreichen deutschen Allround Pferdes Slack League.

Mein erstes Quarter Horse Sheera The Princess kaufte ich als Jährling 1995, showte sie zunächst in Halterklassen, bildete sie später selbst aus und gewann mit ihr als Zwanzigjähriger 1999 die DQHA Pleasure Maturity. Mit dem Reiten war es jedoch nicht getan, ich wollte selber Pferde dieser herrlichen Rasse züchten und so erblickte 2002 das erste Fohlen das Licht in meinem Stall in Oberveischede bei Olpe. Das war ein großartiges Erlebnis und hat mich sehr geprägt.“

Wie viele Stuten und Fohlen stehen aktuell bei Ihnen im Stall?

M.M.: „Derzeit habe ich fünf aktive Zuchtstuten im Stall: Call Me Sweet Blaze (DQHA Elitestute, Dam of Hunter Celebration Reserve Champion), Huntin A Dream (DQHA Elitestute, 7. in der 2YO Western Pleasure auf dem All American Congress unter Rusty Green), Hot Mahogany (142 AQHA Points in Open, Amateur & Youth, AQHA Incentive Fund Money 3680,35 $, NSBA Money 768 $), Ms Good Stuf (DQHA Elitestute, Vollschwester zum All American Congress Champion Lil Miss Good Stuf), Sheera The Princess (DQHA Elite Stute, DQHA Western Pleasure Maturity Champion).

Max und Dreamin aus der Zucht von Michael Middel

Hinzu kommt meine „Graue Eminenz“ Rap Zee, jetzt im Alter von 27 Jahren immer noch kerngesund und munter. Rap Zee hat über 120 AQHA Performance Points,  erreichte 2005 auf der DQHA Stutenschau als 19jährige die Gesamtnote 8,40 und erhielt das Prädikat Elite- und Leistungsstute. 22jährig holte sie auf der Q8 die Bronze Medaille in Broodmare Halter. Ihr letztes Fohlen Rapzodee In Blue hatte sie im Jahr 2010 und genießt seither ihr Dasein als Rentnerin und Babysitterin auf unseren Wiesen.

Neben der nun dreijährigen Rapzodee In Blue habe ich aktuell noch drei 2012er Fohlen im Stall. Für 2013 erwarte ich fünf Fohlen von den Hengsten Aint It The Blues, Nite Chip, RL Best Of Sudden und VS Code Red.“

Wie viele Fohlen haben Sie schon gezogen?

M.M.: „Bisher erblickten 32 Quarter Horses in meinem Stall das Licht der Welt. 29 davon habe ich selbst gezüchtet.“

Ein Fohlen von Leading Sire 2012: Nite Chip

Wie werden die Quarter Horses gehalten?

M.M.: „Sowohl die Zuchtstuten als auch die Fohlen und Showpferde werden nachts im Stall und tagsüber in Herdenhaltung auf unseren insgesamt 20 Hektar Weiden gehalten. Hierbei sind die Pferde stets unter Beobachtung und werden mehrfach täglich gehandelt. Bei den Fohlengeburten bin ich stets selbst dabei und lege besonderen Wert auf die Prägung der Fohlen. Der tägliche Umgang mit viel Liebe und Natural Horsemanship sowie das Aufwachsen in der Herde und mit anderen Fohlen macht aus den scheuen Neugeborenen respektvolle, menschenbezogene Freizeit- und Showpartner.

Die Pferdehaltung im eigenen Stall bedeutet zwar viel Arbeit, aber ich habe in meinen Eltern und meinen Freunden vom Team Michael Middel Quarter Horses große Unterstützung, wofür ich sehr dankbar bin. Denn es ist mir sehr wichtig meinen Pferden eine optimale und möglichst artgerechte Haltung zu bieten. Auch bei der Fütterung meiner Quarter Horses bin ich sehr eigen, achte auf ausgewogenes gutes Kraftfutter und produziere das Raufutter für meine Pferde sogar selbst auf dem familieneigenen Land. Nur so habe ich direkten Einfluss auf eine optimale Entwicklung meiner Fohlen.“

Durch frühe Prägung zum menschenbezogen Freizeitpartner

Welches sind Ihre Lieblingsdisziplinen?

M.M.: „Meine Lieblingsdisziplin ist natürlich die Western Pleasure. Leider komme ich nur noch sehr selten zum Reiten… Dann natürlich die Halter. Die Arbeit mit den jungen Pferden liegt mir einfach am Herzen und ich möchte ihnen einen behutsamen Start in ihre Showkarriere ermöglichen.“

Was ist Ihnen wichtig bei der Anpaarung?

M.M.: „Mein Zuchtziel ist ein anatomisch möglichst korrektes und gesundes Reitpferd mit einwandfreiem Charakter. Ich mache mir gerne persönlich ein Bild von den Hengsten, auch von den US Hengsten. Mit dem Ergebnis einer gezielten Anpaarung möchte ich ja möglichst eine Verbesserung der Eltern erzielen und hier verlasse ich mich nur ungerne auf Fotos der Hengste. Mit meinen Zuchtprodukten soll auch ein Amateur gut zurecht kommen können, daher lege ich auch bei den Hengsten Wert auf Rittigkeit und einen umgänglichen Charakter.“

Vielen Dank für das Interview und weiterhin alles Gute und viel Erfolg für Sie und Ihre Pferde!

(Fotos: DQHA, Leading Sire Nite Chip: Art & Light)

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