Parasitäre Infektion: Piroplasmose

Parasitäre Infektion: Piroplasmose

Diese parasitäre Infektion tritt vor allem bei Pferden aus wärmeren Regionen wie Südeuropa, Mittel- und Südamerika, Aufrika und dem Nahen Osten auf und wird durch Zecken auf das Reittier übertragen. Aber auch in Deutschland sind seltene Fälle der Piroplasmose bekannt.

AuwaldzeckeErreger gelangen über Zecken ins Blut der Pferde

Bei den Erregern handelt es sich um einzellige Mikroorganismen namens Babesia caballi und Theileria equi. Die kleinen Protozoen durchleben mehrere Stadien ihrer Entwicklung in der Auwaldzecke, die Ihnen als Wirt dient und gerne an Flussläufen und in Waldgebieten haust. Bei einem Zeckenbiss gelangen die Erreger, wie auch bei der Borreliose , über den Speichel der Zecke in den Organismus des Pferdes. Dort findet in der Regel nach zwei bis drei Wochen Inkubationszeit eine Vermehrung der Protozoen statt, bevor sich die Parasiten in den roten Blutkörperchen des Pferdes vermehren und diese zerstören.

Pferde in gefährdeten Gebieten entwickeln Immunität

Nicht die Pferde, die in den betroffenen wärmeren Gebieten leben, sind als Risikopatienten zu bezeichnen. Diese Pferde entwickeln Antikörper gegen die Parasiten können aber trotzdem als Überträger der Krankheit dienen. Deswegen sind besonders Pferde während Auslandsreisen in solche Endemiegebiete gefährdet, Fohlen weniger als ausgewachsene Pferde.

PferdeaugeInfektion kann in latenter oder akuter Form auftreten

Während einer latenten Piroplasmose kann das Pferd die Erreger bis zu vier Jahren in sich tragen, ohne dass die Krankheit ausbricht. Zu dieser Zeit fungiert das Reittier als Wirt für die Parasiten und kann andere Tiere infizieren. Kommt es dann zu einem Ausbruch der Krankheit so treten Symptome wie erhöhter Pulsschlag und Atemfrequenz, Appetitlosigkeit, Fieberschübe mit Temperaturen bis zu 41° Celsius und Schweißausbrüche auf. Die Bindehäute des Pferdes färben sich gelblich, was besonders im Auge gut sichtbar wird. Schwellungen sind festzustellen, der Harn ist blutig gefärbt.  Der Vierbeiner wirkt teilnahmslos und zeigt leichte Koliksymptome. Es kann eine Vergrößerung der Leber und Milz sowie akutes Nierenversagen auftreten.

Kommt es zu einer chronischen Erkrankung des Pferdes an Piroplasmose, so magert das Tier ab und verliert an Kraft. Beim schleichenden Krankheitsverlauf lässt sich auch eine Blutarmut feststellen.  Bei einer schweren oder akuten Infektion ist das Tier lebensbedrohlich erkrankt. Die akute Piroplasmose führt in etwa 50 Prozent der Fälle durch ein Lungenödem oder einen tödlichen Schock, verursacht durch Verengung kleiner Blutgefäße im Gehirn, zum Tod.

Behandlung und Heilungschancen des Pferdes bei Piroplasmose

Erfolgt die Diagnose der Infektion mithilfe der Blutuntersuchung, so erhält das Tier eine Antibiotikum-Therapie. Bei weit fortgeschrittener Zerstörung der roten Blutkörperchen ist eine Bluttransfusion notwendig. Ein Impfstoff existiert zwar, ist aber in Deutschland nicht erhältlich. Durch eine Impfung wird die Piroplasmose nicht verhindert, lediglich die Verlaufsform wird abgemildert.