Pferd International 2011 – Weltklasse-Reitsport mit über 60.000 Zuschauern

Pferd International 2011 – Weltklasse-Reitsport mit über 60.000 Zuschauern

Starreiterin aus Bad Wörishofen gewinnt Finalprüfung der WDM: Herzrufs Erbe tanzt mit Ulla Salzgeber zum Kürsieg

„Das war meine beste Vorstellung überhaupt, es hat mir ungeheuer Spaß gemacht“, kommentierte Ulla Salzgeber ihren Kürsieg im A-Finale der WDM in München. Pferd International 2011 Ulla SalzgeberDie Bad Wörishofenerin gewann im Rahmen von Pferd International auf der Olympia-Reitanlage mit ihrem beeindruckenden Fuchswallach Herzrufs Erbe die Grand Prix Kür, konnte am Ende satte 83,12 Prozent für sich verbuchen. Tausende von Zuschauern säumten die NÜRNBERGER Dressurarena und sorgten für die entsprechende Stimmung. „Wir haben jetzt ein tolles deutsches Team“, zog Ulla Salzgeber auch mit Blick auf die überzeugenden Dressur-Vorstellungen von Matthias Alexander Rath und Totilas am Donnerstag und Freitag Bilanz. „Da werden sich die Holländer künftig wieder anstrengen müssen.“ Anja Plönzke hatte schon für einen zweiten deutschen Triumph vorgebaut: die Wiesbadenerin hatte mit Le Mont d’Or nach eigener Aussage eine „hippologische Weltreise“ hinter sich, an allen vier WDM-Stationen (Florida, Hickstead, Cannes und München) teilgenommen und diese so erfolgreich bestritten, dass ihr letztendlich der Gesamtsieg nicht mehr zu nehmen war. Anthony Kees (WDM) und Hans-Peter Schmidt (NÜRNBERGER Versicherung) übergaben vor großem Publikum den Scheck über 25.000 Euro.

„Ich habe heute meine persönliche Bestleistung erbracht, ich bin so glücklich“, strahlte der Zweitplatzierte der Kür, Christoph Koschel, der mit Donnperignon 82,52 Prozent erritten hatte. Und auch Isabell Werth, die ihren „Hannes“ auf den dritten Platz lenkte, zeigte sich begeistert. Das sei Weltklassesport gewesen, alle seien am obersten Limit geritten, kommentierte Chefrichterin Kathrina Wüst die Vorstellungen der Aktiven. Und auch Hans-Peter Schmidt zeigte sich rundum begeistert: „Was ich heute hier erlebt habe, das habe ich in den letzten 50 Jahren so noch nicht gesehen“, sagte der Chef des Bayerischen Reit- und Fahrverbandes, der zugleich als Aufsichtsratsvorsitzender der NÜRNBERGER Versicherungen agiert.

Spitzensport vom Feinsten auch im Springparcours

Pferd International 2011 Markus MerschformanVor vollen Tribünen fand da am Sonntagnachmittag der Große Preis des Staatsministeriums für Landwirtschaft und Forsten statt, ein CSI***-Springen mit Stechen über die Bühne. 60 Aktive hatten ihre Pferde gemeldet, am Ende schafften 12 den Sprung ins Stechen. Und da lieferte einer die schnellste Nullrunde ab, der damit überhaupt nicht gerechnet hatte. Markus Merschformann aus Münster hatte den erst neunjährigen Farewell gesattelt, der zum ersten Mal einen so schweren Springparcours bewältigen musste. „So große Plätze kennt der noch gar nicht“, so der Springprofi, der den Wallach erst seit einem Jahr in Beritt hat. Die silberne Schleife ersprang sich der Schweizer Paul Estermann mit Castlefield Eclipse, der Franz-Joseph Dahlmann (Albersloh) mit dem bayerischen Wallach Luke McDonald auf den dritten Platz verwies. „Ich habe das Pferd vor zwei Jahren hier in München Probe geritten und dann mit dem Besitzer vereinbart, ihn zu mir zu stellen“, erinnerte sich „Beppi“ Dahlmann. Mit seinem tollen Erfolg bei Pferd International schloss sich jetzt der Kreis. „Wir haben hier absoluten Weltklasse-Springsport gesehen“, resümierte Parcourschef Werner Deeg nach dem letzten Springen. Mit solchen Reitern und einem derartigen Team mache das Bauen des Springparcours ungeheuren Spaß. Auch die Veranstaltungsleiter Dr. Erich Herrgen und Bernhard Graf von Ballestrem zollten dem Helferteam großen Respekt. „Das war eine tolle Veranstaltung und werden versuchen, auch nächstes Jahr wieder etwas Derartiges auf die Beine zu stellen“, so Herrgen, der sich über einen Besucherrekord von über 60.000 Zuschauern freuen konnte.  (Fotos: Maximilian Schreiner)