Pferdehaltungskosten im Überblick

Zwar heißt es so schön "Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul", dennoch sollten die Kosten für die Haltung eines Pferdes nicht unterschätzt werden. Was ein Pferd im Unterhalt tatsächlich kostet, hängt stark von der Haltungsform und Gegend ab. Grundsätzlich muss mit einer Reihe von Fixkosten gerechnet werden. 

Zwei Ponys schauen neugierig aus der Box

Kostenaufstellung bei der Pferdehaltung

Die Kosten für die Unterbringung von Pferden hängen ganz von der Haltungsform ab. Ob ein Pferd in einem Pensionsstall in einer Box steht oder in einem Offenstall bzw. auf einer Weide, macht also einen maßgeblichen Unterschied – und das nicht nur im Hinblick auf die Fixkosten. Auch das Wohl des Pferdes hängt von der Haltungsform ab. Die Kosten für einen Pensionsstall schwanken wiederum stark, abhängig von dem enthaltenen Service, wie zum Beispiel der Fütterung, dem Misten und ob die Pferde täglich auf die Koppel gebracht und wieder hereingeholt werden. Meist liegen die monatlichen Kosten bei dieser Haltungsform zwischen 300 und 600 Euro. Weidenhaltung oder Offenstallhaltung ist grundsätzlich günstiger. Die monatlichen Kosten liegen hier zwischen etwa 100 und 250 Euro. 

 Tierarztkosten, Hufschmied, Impfungen und Co.

Damit ist es allerdings längst noch nicht getan. Bei der Frage "Was kostet ein Pferd im Unterhalt?" spielen noch etwaige andere Kostenpunkte eine Rolle. So müssen Pferde und Ponys in regelmäßigen Intervallen geimpft werden. Etwa alle zwei Jahre muss gegen Tetanus geimpft werden (ca. 20 Euro), einmal im Jahr wird gegen Tollwut geimpft (etwa 40 Euro) und alle sechs Monate ist eine Herpes- und Influenza-Impfung fällig (etwa 60 Euro). Hinzu kommen Wurmkuren, die essenziell für die Gesundheit des Pferdes sind. Rund viermal im Jahr sollten die Vierbeiner entwurmt werden (durchschnittlich 15 Euro). Doch damit hören die Tierarztkosten meist leider noch nicht auf. Verletzt sich ein Pferd auf der Koppel oder der Weide, entstehen weitere Kosten. Auch Koliken sind bei Pferden keine Seltenheit. Daher sollten Pferdebesitzer monatlich ein zusätzliches Budget zwischen 30 und 50 Euro einplanen. Unabhängig davon, ob ein Pferd beschlagen ist oder nicht, muss es regelmäßig zum Hufschmied. Etwa alle acht Wochen müssen die Hufe kontrolliert und ausgeschnitten bzw. neu beschlagen werden.

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Die Kosten liegen bei einem nicht beschlagenen Pferd zwischen 30 und 60 Euro und bei Pferden mit Eisen zwischen 80 und 120 Euro. Ein ganz wichtiger Aspekt ist bei Pferdehaltern eine Haftpflichtversicherung. Diese kann je nach Deckungssumme jährlich zwischen rund 90 und 300 Euro kosten. Auch eine Operation kann ein großes Loch in den Geldbeutel reißen. Daher ist es ratsam, eine entsprechende OP-Versicherung mit abzuschließen. Die Beitragskosten liegen hier monatlich zwischen etwa 7 und 30 Euro. Zu den genannten Kostenpunkten hinzukommen die Ausgaben für die Ausrüstung, Leckerlis, Anfahrtskosten und Co. Und last but not least lässt sich feststellen, dass die Pferdehaltung in den nördlichen Gefilden günstiger ist als beispielsweise in Süddeutschland. Resümierend ist also festzuhalten, dass Pferdehaltung ein großer Kostenpunkt ist. Bevor der Entschluss zum Kauf eines eigenen Pferdes gefällt wird, sollten daher alle Kostenpunkte gründlich und sauber durchkalkuliert werden.

(Fotos: @angelikaseubert - Fotolia.com, @virgonira - Fotolia.com)