Die Tellington Trust Touch-Methode in der Reithalle Balkenhol

Fasziniert verfolgten 130 Zuschauer, wie Linda Tellington-Jones in der Reithalle der Familie Balkenhol in Rosendahl mit drei individuellen Pferdepersönlichkeiten Entspannung und Konzentration erarbeitete und die Kommunikation mit einfachen, aber eindeutigen Mitteln demonstrierte. Die Tiertrainerin kombinierte Elemente aus der Physiotherapie, dem Westernreiten und der Feldenkrais-Arbeit sowie aus ihrer eigenen "Tellington Trust Touch"-Methode zu einer interessanten und aufschlussreichen Lehrstunde des geduldigen Pferdeverstandes.

Die Tellington-Methode und ihre Anwendungsgebiete

Seit 1975 entwickelte sich die TT.E.A.M. (Tellington-Jones Pferde Bewusstheits Methode) zu einem bedeutenden Ansatz in der Ausbildung und Erziehung von Pferden sowie im Beziehungsaufbau zwischen Tier und Mensch. Dabei hanelt es sich um eine sanfte, gewaltfreie und sichere Methode der Gewöhnung von Jungpferden an den Sattel. Die Methode bietet auch Hilfe bei Verhaltensproblemen und Krankheiten und erhöht die Lernbereitschaft der Tiere. Sie wird seit 1994 auch auf andere Tierarten übertragen und seit 2004 auch bei der Behandlung von Menschen eingesetzt. 

Tellington

Die Anwendung der Methode in der Praxis

Das erste Pferd, mit dem die Kanadierin Tellington-Jones arbeitete, war das Spitzenpferd Dablino. Dessen immer noch deutlich sichtbares Misstrauen gegenüber der Berührung ließ erahnen, welch langen Weg dieses Pferd gemeinsam mit seiner Reiterin und seinem Trainer bis zu seiner WM-Teilnahme in Kentucky gegangen ist. Die 73-Jährige, die durch nicht ablassende Konzentration trotz stundenlanger Arbeit mit den Pferden beeindruckte, stieg sogar selbst in den Sattel eines extrem empfindlichen Pferdes. Diesem zeigte sie ohne Trense am Halsring einen Weg, seinem Reiter mehr Aufmerksamkeit zu widmen und weniger auf seine Umwelt zu achten.Einen jungen Schimmel mit Verladeängsten bewegte die Begründerin der Tellington-Methode mit kleinsten, geduldigen Fortschritten dazu, am Ende auf einen laut dröhnenden Holzboden zu schreiten, über den zwei Helferinnen einen Torbogen spannten.

„Wir können und wollen mit diesen Techniken natürlich die klassische Ausbildung nicht ersetzen“, erklärte Gastgeber Klaus Balkenhol, der schon seit über zwei Jahrzehnten mit Linda Tellington-Jones zusammenarbeitet und mit ihrer Hilfe komplizierten Spitzenpferde wie Gracioso oder Farbenfroh zu mehr Sicherheit im Viereck verhalf. „Aber ich denke, wir konnten hier eindrucksvoll sehen, wie sich die Ausbildung mit Lindas Methoden sinnvoll ergänzen und bereichern lässt.“