Durchfall bei Pferden

Pferde haben einen sehr empfindlichen Verdauungsapparat. Sie besitzen einen ca. 19 bis 30 Meter langen Dünndarm, der sich leicht verknoten kann. Außerdem sind Pferde nicht in der Lage, sich zu übergeben. Das liegt daran, dass zwischen ihrem Magen und der Speiseröhre ein sehr kräftiger Schließmuskel sitzt, der verhindert, dass der Speisebrei den Rückwärtsgang einschlägt. Darum sind Durchfallerkrankungen beim Pferd ernst zu nehmen.

Durchfall entsteht, wenn der Wasserhaushalt im Darm aus dem Gleichgewicht gerät. Der Kot verdünnt und riecht sauer bis faulig. Diese Erkrankung kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden:

  • Stress
  • Plötzliche Unterkühlung
  • Fütterungsfehler, z.B. verdorbenes Futter, schimmeligen Heu
  • Fremdkörper, z.B. Sand
  • Zu schnelle Futterumstellung
  • Infektionen
  • Gifte, z.B. Holzschutzmittel an Boxenwänden
  • Starker Befall mit Würmern oder anderen Parasiten

Schlechtes Futter oder zu große Mengen an kohlenhydratreichem Kraftfutter lösen am häufigsten Durchfall aus. Im Frühjahr sollte man die Pferde erst langsam an das frische Gras auf den Koppeln gewöhnen. Im Herbst ist es wichtig, die Heu- oder Silageration erst allmählich erhöhen.

Das Gespräch mit dem Tierarzt gibt Aufschluss

Wenn das Pferd Fieber hat, muss sofort der Tierarzt gerufen werden. Unter Umständen ist der Durchfall nur ein Symptom für eine ernsthafte Infektion. Wenn der Durchfall länger als drei Tage dauert, verliert das Pferd zu viel Flüssigkeit und beginnt auszutrocknen. Diese Phase kann lebensbedrohlich sein. Normalerweise reicht es aber aus, dem Pferd eine strikte Diät zu verordnen. Keine Möhren, Gras oder Äpfel füttern. Statt dessen bekommt der kranke Vierbeiner gutes Heu und reichlich frisches Wasser. Wichtig ist auch, die Darmflora zu unterstützen. Hier haben sich Hausmittel bewährt. Viele Tierärzte empfehlen, dem Futter jeden Tag einen Becher Joghurt unterzumischen. Tee aus Kamille oder Fenchel, der ebenfalls über das Futter gegossen wird, beschleunigt die Heilung. Leinsamen helfen, die Darmtätigkeit zu aktivieren. Meistens muss Leinsamen vorher aufgekocht werden, aber es gibt auch Produkte, bei denen dies nicht erforderlich ist.

Optimal für die Verdauung ist ständiger Zugang zu Heu

Damit Durchfall erst gar nicht entsteht, sollte auf eine ausgewogene und artgerechte Fütterung geachtet werden. Das Pferd ist ein Steppentier und sein Magen darauf eingestellt, den ganzen Tag faserreiche Nahrung zu verdauen. Daher ist es auch wichtig, Heu einige Zeit vor dem Kraftfutter zu füttern, um die Speichelproduktion anzuregen. Ideal ist es, wenn die Vierbeiner jeder Zeit Zugang zu Heu und Stroh zum Knabbern haben. Jedes Pferd sollte zudem regelmäßig entwurmt werden.

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