Giftpflanzen im Hochsommer

Erste Hilfe: Aktivkohle für den Notfall

Wenn es im Sommer richtig heiß wird, flüchtet man beim Ausritt gerne in schattenreiche Laubwälder um der sengenden Sonne zu entfliehen. Doch am Waldesrand und auch auf Waldlichtungen ist die Tollkirsche häufig anzutreffen, eine der gefährlichsten Giftpflanzen für ihren Liebling. Seien Sie auf der Hut! Aktivkohle kann im Akutfall hilfreich sein und sollte in jedem Erste-Hilfe-Set für Pferde enthalten sein. Die Aktivkohle bindet die Giftstoffe während des Verdauungsprozesses. Im Notfall sollte selbstverständlich der Tierarzt zu Rate gezogen werden. Weiterhin im Sommer zahlreich anzutreffen ist die so genannte Zypressenwolfsmilch, vor allem auf trockenen Äckern, Wiesen und am Wegesrand. 

Giftige Pflanzen_Zypressenwolfsmilch

Zypressenwolfsmilch auf Feld und Wiese

Die Zypressenwolfsmilch ist, wie eingangs erwähnt, meist auf trockenem Feld- und Wiesengelände zu finden. Als sommergrüne Pflanze erstreckt sich die Blütezeit von Mai bis September, die Pflanze erscheint bläulich-grün, krautig, mit intensiven fast zitronengelben Blütenständen. Die Pflanze ist in ganz Europa verbreitet und wächst bis zu einer Höhe von ca. 30 cm. Wie der Name schon sagt zählt sie zu den Wolfsmilchgewächsen. Der scharf riechende Milchsaft ist in der gesamten Pflanze vorhanden, somit sind alle Pflanzenteile hochgiftig für Rinder, Schafe und auch Pferde. Direkter Augenkontakt mit dem Pflanzensaft führt bei Pferden zu schwer heilbaren Augenentzündungen. Aufgrund des intensiven scharfen Geruchs wird die Zypressenwolfsmilch zwar häufig gemieden, doch auch nach der Trocknung bleibt die Giftwirkung im Heu erhalten. Der Verzehr führt zu Schleimhautreizungen in Maul und im Magen-Darm-Trakt bis hin zu meist blutigem Durchfall, Krämpfen und Koliken. Bei starker Vergiftung treten Herzrhythmusstörungen auf, selten bis hin zum Herzstillstand. Es wird zur Gabe von Aktivkohle und Abführmittel geraten, das Tier sollte dem Tierarzt vorgeführt werden.

TollkirscheAtropa Belladonna – die Tollkirsche

In ganz Europa, Asien und Nordafrika verbreitet wächst die Tollkirsche, bevorzugt in Laub- und Mischwäldern und am Waldrand, aber auch auf humusreichen Ton- und Lehmböden. Die Pflanze erreicht eine Höhe von etwa 1,5 Metern und ist für Vögel ungiftig, nicht jedoch für Säugetiere. Schon vor 10.000 bis 20.000 Jahren war die Giftwirkung dem Menschen wohlbekannt, in der europäischen Steinzeit wurde das Gift v.a. als Pfeilgift verwendet. Die Tollkirsche blüht von Juni bis September, Früchte trägt sie von August bis September. Dabei sind an der mit dunkelgrünen Blättern versehenen Pflanze gleichzeitig Blüten, unreife und reife Früchte vorhanden. Im reifen Zustand sind die Früchte etwa kirschgroß und tiefschwarz gefärbt mit violettem Saft. Dabei sind alle Pflanzenteile hochgiftig, die Wurzel enthält die höchste Giftstoffkonzentration. Auch im getrockneten Zustand bleibt die Giftwirkung erhalten. Vergiftungserscheinungen sind erkennbar an sehr stark geweiteten Pupillen, beschleunigtem Puls- und Herzschlag, Unruhe, Zittern, starkem Durst, trockenen Schleimhäuten. Meist folgen Darmlähmung und Krämpfe bis hin zu Lähmungserscheinungen die v.a. nach starkem Schwitzen des Pferdes auftreten können, im schlimmsten Fall gefolgt von einer Atemlähmung. Auch bei einer Vergiftung durch Tollkirsche ist der Einsatz von Aktivkohle sinnvoll, es sollte zudem dringend der Tierarzt verständigt werden.