Hufrehe beim Pferd

PferdehufeDie Hufrehe, auch Laminitis genannt, ist eine Entzündung der Huflederhaut beim Pferd. Vielfältige Ursachen führen dabei zu einer Störung der Blutzirkulation im Huflederhaut-Bereich. Der darauffolgende Blutstau verursacht große Schmerzen beim Reittier und führt im Extremfall zu einer Ablösung des Hufbeins von der Hornkapsel.

Mögliche Ursachen der Hufrehe

Hufrehe kann durch verschiedene Gegebenheiten ausgelöst werden. So ist eine Überfütterung des Pferdes mit kohlenhydratreicher Nahrung, die Futterrehe, die häufigste Rehe-Art. Auch bei mechanischer Überbelastung des Pferdes sowie bei Vergiftung des Pferdes durch bestimmte Pflanzen und Pilze kann die Rehe eine Folge sein. Als Nebenwirkung von Koliken und anderen Darmentzündungen kann die Rehe auch vermehrt auftreten. Der Artikel „Hufrehe: Mögliche Ursachen der tückischen Entzündung “ stellt die Hufrehe-Arten übersichtlich dar.

Krankheitsverlauf und Symptome

Pferdehufe_BeschlagBei einer Entzündung der Huflederhaut kommt es bereits nach wenigen Stunden zu Durchblutungsstörungen. Flüssigkeit und Blutkörperchen treten aus den Blutgefäßen der Lederhautblättchen aus und verursachen eine Schwellung. Bald entsteht durch fehlende Möglichkeiten zur Ausdehnung ein Druck, der zu starken Schmerzen beim Pferd führt.

Bereits nach zwei Krankheitstagen ist von einer chronischen Hufrehe die Rede: Das Hufbein sinkt in die Kapsel ab, der Huf rotiert um das Hufgelenk oder eine Kombination beider Fehlstellungen tritt auf. In extremen Fällen ist der Druck der Hufbeinspitze auf die Sohle so hoch, dass diese dem Druck weicht und sich verformt oder ein Hufbeindurchbruch durch die Sohle auftritt. Im letzten Schritt löst sich dann die Hufkapsel komplett ab, man sprich vom Ausschuhen.

Begleitet wird die Hufrehe von Symptomen wie verhaltenem und steifem Gang im Anfangsstadium bis zur Bewegungsverweigerung im Endstadium. Das Pferd hebt abwechselnd die befallenen Hufe an, um diese zu entlasten. Die Schritte werden immer flacher und kürzer. Im Stehen stellt der Vierbeiner die Hinterbeine weit unter den Körper und positioniert seine Vorderbeine weit vorne zur Entlastung. Auch am befallenen Huf ist die Rehe von außen erkennbar: Die Blättchenschicht zwischen Hufwand und Sohle verfärbt sich gelb oder rot, der Huf wird knollig und schnabelförmig.

Ponys und übergewichtige Pferde besonders gefährdet

Da die Futterrehe am häufigsten vorkommt, sind besonders übergewichtige und leichtfuttrige Pferde gefährdet. Auch bei Ponys wie zum Beispiel Shetty  oder Welsh Pony  taucht die Krankheit überdurchschnittlich oft auf. Eine besondere Gefährdung bestimmter Pferderassen ist nicht bekannt.

Shetlandpony beim Grasen

Behandlung und Vorbeugung von Hufrehe

Bei Hufrehe handelt es sich um einen Notfall, welcher sofort behandelt werden muss. Dafür ist das Tier auf weichen Boden zu stellen. Zudem sollten befallene Hufen durch kaltes Wasser gekühlt werden. Außerdem ist es zu empfehlen dem Pferd das Hufeisen abzunehmen. Die weitere Behandlung erfolgt durch einen Tierarzt. Hier kommen mehrere Behandlungsmöglichkeiten bei Hufrehe  zum Einsatz, darunter ein Rehe-Gips, Aderlass oder das Höherstellen der Trachten. Der Heilungsprozess kann von einigen Monaten bis zu mehreren Jahren dauern, eine regelmäßige Nachkontrolle bei einem einmal an Hufrehe erkranktem Pferd bleibt notwendig.

Um die langwierige und tückische Pferdekrankheit zu vermeiden, ist es wichtig dem Pferd genügend Bewegungsfreiheit zu bieten. Trotzdem sollten Trab und Galopp auf harten Untergründen vermieden werden. Außerdem sollte eine tägliche Hufpflege zur Routine werden. Um Vergiftungsrehe ausschließen zu können, sollten weiterhin Giftpflanzen und Pilze beim Weidegang von der Weide entfernt werden. Bei Futterrehe ist besondere Vorsicht geboten: Hier sollte unbedingt Übergewicht beim Pferd vermieden werden und überwiegend rohfaserreiches Heu und Haferstroh gefüttert werden. Abrupte Futterumstellungen gerade im Frühjahr sind zu vermeiden. Ist ein Pferd einmal an Futterrehe erkrankt, muss besonders auf die Ernährung geachtet werden. Solche Pferde sollten zur Vorbeugung von Hufrehe nur wenig Koppelgang haben oder einen Maulkorb bzw. eine Fressbremse  tragen.