Hufschutz des Jahres 2010

Logo BESW


Geklebter Hufschutz ist in der modernen Hufbearbeitung nicht mehr weg zu denken. Damit bringt man Pferde zum Laufen, denen man vor wenigen Jahrzehnten nicht oder nur wenig helfen konnte. Der geklebte Hufschutz findet heute nicht nur im orthopädischen Bereich seinen Einsatz, sondern auch teilweise im Alltag eines jeden Freizeit- oder Sportpferdes. Wenn etwa wegen großer Wanddefekte nicht mehr genagelt werden kann.

Aus England kommt eine wichtige Innovation aus dem Bereich geklebter Hufschutz: der Imprint Shoe. Die ersten Patente wurden schon vor zehn Jahren beantragt, aber seit kurzem erst tritt der Klebeschuh nach vielen Verbesserungen seinen Siegeszug in England und im Ausland an. Andrew Poynton, sein Entwickler, gehört zu den höchstdekorierten Hufschmieden Englands.

Sein Imprint Shoe zeichnet sich durch mehrere Besonderheiten aus. Der Imprint Shoe wird aus zwei verschiedenen Kunststoffen hergestellt, ist ringsum geschlossen und hat eine Zehenrichtung. Sein leicht elastischer Steg dient zur Unterstützung des Strahls.. Er besteht aus einem unteren, härteren Bodenteil, der an der Sohle für besseren Halt profiliert ist und dem oberen  thermoplastischen Klebeteil mit dem er am Huf befestigt wird.

Huf Die Anpassung an den Huf erfolgt, indem man die Klebemanschette in heißes Wasser legt. Dadurch wird sie durchsichtig und leicht formbar. Der Imprint  lässt sich so wie eine Knetmasse an den Huf anlegen. Der untere Teil bleibt während des ganzen Vorgangs hart.

In die Hufwand hat man zuvor mit einem Dremel etwa einen halben Zentimeter oberhalb der Tragrandes mehrere kleine Vertiefung gefräst. Eine an der Zehenspitze und an jeder Seitenwand drei weitere. Diese weiten sich nach innen etwas auf, so daß beim Kleben ein Schwalbenschwanzeffekt entsteht. Dann wird der Klebstoff dünn auf dem gereinigten und desinfizierten Huf aufgebracht.

Der erwärmte, weiche Imprint Shoe wird auf den vorbereiteten Huf gelegt und angedrückt. Mit dem Abkühlen härtet der Klebeteil aus, ein Vorgang, den man mit einem Vereisungsspray beschleunigt. Dabei geht der Imprint Shoe eine feste Verbindung mit der Hufwand ein, die sehr robust und langlebig ist. Nach dem Aushärten kann man Überstände und Unregelmäßigkeiten der Klebeteils mit einer Hufraspel glätten. Das Abriebverhalten des Imprint Shoe ist sehr vorbildlich und braucht den Vergleich mit den abriebfestesten Hufschutzen nicht scheuen. Auch kann der Imprint Shoe mit Stollen z.B. im Springsport verwendet werden.

Ungeahnte Möglichkeiten im orthopädischen bereich bietet das Imprint Granulat. Es kann im Grund genommen wie ein Kunsthorn eingesetzt werden und besteht aus dem gleichen Material wie die Klebeschale. Es lässt sich auch auf die gleiche Weise verarbeiten wie diese: In heißem Wasser erwärmen und weich machen, dann die gewünschte Menge formen und mit dem Erkalten wieder aushärten lassen. Auf diese Weise können Teile der Hufkapsel rekonstruiert werden. Von besonderem Interesse ist das Imprint Granulat aber, weil es an den Imprint Shoe selbst angebracht werden kann. So lassen sich besondere Unterstützungsflächen herstellen. Das Material ist derart flexibel einsetzbar und belastungsfähig, daß sogar Fohlenextensionsschuhe hergestellt werden können. Alles immer maßgeschneidert für die individuellen Bedürfnisse des Pferdes.

Wird ein Imprint Shoe einmal verloren oder abgetreten, kann er kann er mit einfachen Mitteln wieder angebracht werden. Er wird wieder ins heiße Wasser gelegt und Kleberreste werden entfernt. Mit dem Granulat wieder aufgefüllt wird er wieder auf den Huf aufgebracht. Der Imprint Shoe ist danach wieder ohne Einschränkungen voll einsatzfähig.

Fazit

Der Imprint Shoe hat der Huftechnik eine neue Technik erschlossen. Er ist außerordentlich leicht und genauso flexibel wie die Hornkapsel. Dadurch wird der Hufmechanismus nicht eingeschränkt und das Pferd erhält einen einmaligen Laufkomfort. Dabei ist er durch die härtere Bodenschicht sehr abriebfest. Eine Zehenrichtung lässt sich problemlos darstellen. Durch das Aufweichen des Klebeteils lässt er sich sehr genau anpassen und sitzt sehr fest. Bei Verlust kann er problemlos ein weiteres mal angebracht werden. Dazu kommen die umfangreichen Möglichkeiten der Modifikation durch das aus dem gleichen Material hergestellte Granulat.

Die Summe seiner Eigenschaften als auch die Qualität einzelner Eigenschaften haben wir bisher noch an keinem anderen Klebeschuh in dieser Weise beobachtet. Der Imprint Shoe hat bei kluger Vermarktung das Potential, dauerhaft als Huftechnik auf dem Markt zu bleiben. Er hat in der Huftechnik bereits jetzt einen prägenden Impuls ausgeübt und wird sicher Vorbild für weitere Innovationen dieser Art sein. Der Imprint Shoe trägt daher zu recht die Auszeichnung „Hufschutz des Jahres 2010“.

Nähere Informationen sind erhältlich bei Tel. 08055/189478 oder auf www.besw.de

 

.Umzug

Weitere Informationen