Müssen Weiden „abgeäppelt“ werden?

In vielen Ställen ist es ein leidiges Problem: das Abäppeln. Jetzt im Sommer kann dieses Thema ganz schön für Aufregung sorgen. Viele Betriebinhaber lassen die Pferdeäpfel nämlich auf den Koppeln liegen, verteilen die „Haufen“ nur hin und wieder mit dem Trecker, bevor sie die Weiden mähen. In anderen Ställen gehört das regelmäßige Aufsammeln der Pferdeäpfel zur eher lästigen Pflicht der Einsteller. Wenn das Gras hoch ist oder es lange geregnet hat, ist es ganz schön schwierig, den Mist herauszuhaken.

Das Absammeln des Pferdekotes ist allerdings nach Ansicht von Fachleuten überaus wichtig, um eine Weide optimal zu pflegen. Pferde scheiden mit ihrem Kot auch die Eier und Larven von Würmern aus, die im Pferdedarm leben. Diese Wurmlarven und Eier setzen sich, wenn die Pferdeäpfel nicht beseitigt werden, auf die Futterpflanzen und werden von den Pferden wieder aufgenommen.
In der freien Wildbahn war das früher kein Problem, denn da kehrte ein Pferd selten wieder an den gleichen Platz zum Fressen zurück. Unser Pferde sind eingezäunt und können nicht ausweichen. Deshalb ist ein sorgfältiges Weidemanagement unbedingt notwendig. Ungepflegte Weiden weisen vor allem in der Nähe der Pferdeäpfel einen sehr hohen Befall mit Wurmlarven auf und die Pferde schützen sich oft selbst, indem sie das Gras rund herum nicht fressen.

Eine regelmäßige Säuberung der Weide - mindestens zweimal in der Woche - bei der so viel Mist wie möglich entfernt wird, ist deshalb unumgänglich. Wer genügend Platz hat, sollte außerdem Weiden unterschiedlich nutzen und die Pferde mindestens einmal, am besten zur Mitte des Sommers nach einer Entwurmung, auf eine andere Koppel stellen. Nach der ersten Beweidung kann die Koppel nachgemäht werden, damit Larven oder Wurmeier mit den fallenden Halmen nach oben kommen und dort schneller „vertrocknen“. Erst nach zwei bis drei Wochen lässt man die Pferde auf diese abgemähte Weide zurück, wenn heiße Tage die Larven abgetötet haben. Larveneier sind zäh und gegen alles Mögliche resistent, aber große Hitze vertragen sie nicht. An besonders heißen Tagen kann man die Fläche auch mit einer Kettenegge bearbeiten, so werden restliche Pferdeäpfel verteilt, die Sonne kann sie austrocknen und mit ein bisschen Glück sterben die Wurmlarven und -eier ab. Eine zusätzliche Beweidung mit Rindern oder Schafen schließlich hat den Vorteil, dass diese Tiere auch rund um die Geilstellen fressen und damit viele Wurmeier mit aufnehmen, ohne sich selbst damit zu schaden.  

Bleibt die Frage, ob es ein Möglichkeit gibt, sich die lästige und zeitaufwendige Arbeit des Abäppelns zu erleichtern? Seit einiger Zeit wird auch in Deutschland sogenannte „Trafalgar Paddock Cleaner“ angeboten. Dabei handelt es sich um eine Art Staubsauger für Paddocks und Pferdeweiden. Dieses Gerät ähnelt den bekannten Laubsaugern für Gärten. Das Gerät wurde in England entwickelt und hat sich dort schon bewährt. Mehr Infos hier.

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