Pferde: Knochenbrüche

Ein Knochenbruch beim Pferd ist eine ernste Verletzung. Jeder Pferdebesitzer fürchtet sich davor, dass seinem Vierbeiner so etwas zustößt. Schließlich kann sich ein Pferd überall so eine Verletzung zuziehen: beim Springtraining, beim Laufen lassen oder beim wilden Koppelspiel mit den vierbeinigen Pferdefreunden. Meistens sind die Beine betroffen, aber es sind auch Brüche der Wirbelsäule, des Kiefers und der Rippen möglich.

Allerdings bedeutet heute ein Knochenbruch nicht automatisch, dass für das Pferd das Todesurteil gesprochen ist. In Tierkliniken ist es dank modernster Operationstechniken bei einfachen Brüchen durchaus möglich, das Leben des Vierbeiners zu retten.

Symptome
Ein Pferd, das einen Bruch erleide,  ist „stocklahm“. Meistens wird das betroffene Bein überhaupt nicht belastet. Der Vierbeiner zeigt im ganzen Verhalten große Schmerzen. Bei offenen Brüchen sieht man den Knochen oder Knochensplitter durch die Haut ragen.

Ursachen
Die meisten Brüche entsehen im Bereich des Fesselbeins. Dies ist der Knochen zwischen dem Hufgelenk und dem Mittelhand- b.z.w. Mittelfußknochen. Besonders gefährdet sind die vorderen Beine des Pferdes. Beim Springen wirken bei der Landung sehr starke Dreh-, Druck- und Abwehrkräfte auf das Fesselbein ein. Dabei können leicht Fissuren (Bruchlinien) oder auch Brüche entstehen. Die vorderen und hinteren Griffel- und Röhrbeine (die beiden Knochen unterhalb des Vorderfußwurzelgelenkes und des Sprunggelenkes) können ebenfalls schnell brechen, da dieser Bereich kaum durch Muskeln und Fettgewebe geschützt ist.

Bei starken Belastungen im Sport oder auch durch äußere Gewaltanwendung ist häufig das schmale Griffelbein betroffen. Oft geht das Pferd erst undeutlich lahm. Eine genaue Diagnose ist nur durch eine Röntgenuntersuchung möglich. Es ist möglich, das abgesprengte Frakturstück des Griffelbeins chirurgisch zu entfernen.

Nicht selten sind auch Hufbeinfrakturen. Pferde, die futterneidisch gegen die Boxenwand ihres Nachbarn treten, können sich solche Verletzungen zuziehen. Das Pferd ist dann hochgradig lahm, eine genaue Diagnose ist auch nur röntgenologisch möglich.

Behandlung
Wenn der Verdacht eines Bruches besteht, darf das Pferd keinen Zentimeter bewegt werden. Der Tierarzt muss sofort verständigt werden. Ein Transport in die Klinik ist erst möglich, wenn das betroffene Bein geschient wurde. In der Klink wird er Vierbeiner dann geröntgt. Ob das Pferd zu retten ist, hängt davon ab, ob es sich um einen „glatten Bruch“ handelt und davon, wo sich der Bruch befindet. Alle Brüche in der Nähe von Gelenken haben schlechte Heilungschancen. Oft ist eine Operation unvermeidbar. Bei der sogenannten Osteosynthese werden die Bruchenden mit Schrauben und Platten wieder verbunden. ‚
Eine weitere Möglichkeit ist, das betroffene Bein mit Gips oder einem Fieberglasverband ruhig zu stellen.
Nach einer Operation und auch mit Gipsverband muss das Pferd im Stall stehen. Bis zur endgültigen Heilung können Monate vergehen. Nicht immer kann das Pferd dann wieder so wie vor dem Bruch eingesetzt werden. 20.11.2009/wem

Weitere Informationen