Pferde: Strahlfäule

Strahlfäule ist nicht zu überriechen. Beim Auskratzen stinkt es unangenehm nach faulen Eiern. Im Strahl bilden sich Hohlräume, sogenannte Taschen und Ritzen, die mit einer schmierigen Masse gefüllt sind. Das Strahlhorn ist insgesamt weicher. Wenn die Strahlfäule nicht behandelt wird, kann sich das Horn sogar auflösen. Strahlfäule wird durch spindelförmige Bakterien verursacht, die im Pferdedarm leben und mit dem Kot ausgeschieden werden. Ursachen Meistens entsteht Strahlfäule, wenn die Hufe nicht hinreichend gepflegt werden. In schlecht gemisteten Boxen oder auf matschigen, kotverschmutzten Paddocks finden die Bakterien einen idealen Nährboden. Wenn die Hufe nicht regelmäßig ausgekratzt und von einem Hufschmied ausgeschnitten werden, können ebenfalls Fäulnisherde entstehen. Wenn Pferde nicht genügend bewegt werden, kann ebenfalls Strahlfäule leicht entstehen. Der Strahl wird in der Bewegung auf den Boden gedrückt, wodurch die Hornhaut besser durchblutet und weniger anfällig für Erkrankungen wird. Krankheitsverlauf Die Strahlfäule breitet sich normalerweise von der mittleren bis zu den seitlichen Strahlfurchen aus, bis schließlich der gesamte Strahl Fäulnisherde aufweist. Die Fäule kann sich bis zu den Hornballen ausbreiten, wo sich das Horn dann in Fetzen ablöst. Schließlich wird die empfindliche Lederhaut freigelegt. Wenn diese mit dem Hufkratzer berührt wird, zuckt das erkrankte Pferd meistens zusammen und zieht seinen Fuß vor Schmerz weg. Behandlung Strahlfäule wird von Tierärzten und Hufschmieden in erster Linie mit Desinfektionsmitteln behandelt. Zunächst müssen aber die verfaulten Hornteile entfernt werden. Dann gibt es verschiedene Medikamente, mit denen die Strahlfäule bekämpft wird. Jodoformäther (vier- bis zehnprozentig) und Kupfervitriol werden althergebracht immer noch von Tierärzten und Hufschmieden empfohlen. Allerdings ist diese Behandlungsweise nicht unumstritten. Diese Substanzen sind sehr scharf und entziehen den Horn Wasser. Die Folge: Der Strahl schrumpft, und es entstehen Risse, wodurch neue Fäulnisherde entstehen können. Deshalb verwenden andere Tierärzte und Hufschmiede z.B. eine Wasserstoffperoxid-Lösung oder eine Zinksulfatlösung. Oft wird zur besseren Wirkung, die verwendetet Substanz mit einer Mullbinde in den betroffenen Huf gedrückt. Vorbeugung Saubere, gut gepflegte Hufe sind die beste Vorbeugung. Besonders sollten Reiter darauf achten, alle Hufe regelmäßig bis in die kleinste Ecke auszukratzen. Hin und wieder sollte die Sohle auch mit einer Bürste und warmen Wasser gesäubert werden. Der Stall sollte regelmäßig gemistet, Koppeln und Paddocks jeden Tag abgeäppelt werden. Dann hat die Strahlfäule keine Chance. (wem)

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