Rechtliche Fälle zum Thema Verwahrvertrag Teil 2/3

Gefahrensituation beim Raus- und Reinlaufen

In einer anderen typischen Konstellation eines Schadens beim Herausbringen und Hereinholen des Pferdes stellte das LG Frankenthal dagegen fest, dass den Pensionsbetrieb keine Schuld und damit keine Schadensersatzpflicht trifft: Eine Herde von insgesamt 15 eingestellten Pferden war wie immer und der Pferdebesitzerin bekannt in der Gruppe von der Weide freilaufend zum Stall geholt worden, das besagte Pferd war dann beim Abbiegen in den Stalltrakt gestürzt und hatte sich schwere Verletzungen zugezogen.

Das folgende Gerichtsurteil

Das Gericht entschied hier, dass das Hereinlaufen nicht nachweisbar Grund für den Sturz des Pferdes gewesen sei. Ein zu schnelles Laufen und das damit einhergehende Verletzungsrisiko könne dem Pensionsbetrieb nicht angelastet werden.

Longiertraining vor dem Pferdestall

Ähnlich urteilte das LG Heilbronn in einem Fall, bei dem der Pensionsstallbetreiber vertraglich die Aufgabe übernommen hatte, das Pferd zu bewegen. Das Pferd brach sich dabei anlässlich des Laufenlassens in der Reithalle das Bein. Das Gericht sah dies als schicksalhaften Unfall an, so dass der Pensionsstallbesitzer nicht haften musste.

Fütterungsprobleme und deren rechtliche Folgen

Krank wegen schlechtem Futter?

Auch das Thema Füttern gibt immer wieder Anlass zur Auseinandersetzung. So klagte ein Pferdebesitzer auf Kostenersatz einer Kolikoperation, da seiner Meinung nach verschimmeltes Heu gefüttert worden war. Das LG Frankenthal wies die Klage ab, da andere Pferde gesund geblieben waren und es sich bei dem Heu nur um qualitativ geringwertigeres Heu gehandelt habe.

In einem ähnlichen Fall ging es um eine Stute, bei der eine Kolik auftrat und die durch Reißen der Magenwände aufgrund übermäßiger Futtermassen sodann verstarb. Das OLG Frankfurt urteilte hier zu Gunsten des Stutenbesitzers.

Nachweipflicht für den Pensionsbetrieb

Denn der beklagte Pferdepensionsbetrieb konnte keinen Nachweis erbringen, dass ein anderer Grund vorläge, aufgrund dessen die Stute verstorben war. Das Oberlandesgericht stellte in diesem Fall sogar fest, dass selbst dann, wenn die Ursache des Todes der Stute gänzlich unaufgeklärt geblieben wäre, den Pensionsbetreiber die Beweislast getroffen hätte und er einen Nachweis über sein Nichtverschulden hätte erbringen müssen.

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Matt liegt die Stute in ihrer Box