Infos zu Berber

Berber

Berber in der Wüste

Äußere Merkmale

Bei dem Berber handelt es sich um einen harmonisch gebauten Quadratpferdetyp mit kräftigem Hals und großen, hellen Augen. Seine Nüstern sind fein und geweitet und die Hufen sind klein und aus hartem Horn. Der Berber ist ein edles Pferd und weist Ähnlichkeit zum iberischen Pferd auf. Mit einer mittleren Größe von 1,45 bis 1,57 m erkennt man das nordafrikanische Pferd zusätzlich an seinem tiefen Schweifansatz. Alle Farben bis auf Scheckungen und Stichelhaare kommen vor. Hauptsächlich sind Schimmel, Braune und Füchse vertreten, seltener kommen Rappen, Falben und Isabellen vor. 

Berberpferde in traditioneller Tracht und ReitweiseHerkunft der Berberpferde

Der Berber hat seinen Ursprung an den Küsten Marokkos, Algeriens und Tunesiens und zählt zu den Gründerrassen weltweit. Sein Name kommt vom Wort Barbary und bedeutet fremd und unbekannt. Zeugnis über die Vorfahren der Berberpferde liefern 3000 Jahre alte Bilder von Pferden an Felswänden. Bei diesen Pferden handelte es sich damals um Reittiere von verschiedenen Bevölkerungsgruppen aus dem indoeuropäischen Raum, die sich in Nordafrika niederließen.

Diese alte Pferderasse beeinflusste im Laufe der Geschichte fast jede andere Pferde-, aber auch viele Ponyrassen wie zum Beispiel das Foutanke Pferd, Dongolavi, Nigerianisches Pony, Mpar Pony, Mbayar Pony oder das Fleuve Pferd. Den größten Einfluss hatte die Berberrasse jedoch auf den Andalusier, während der 700 Jahre langen Herrschaft Nordafrikas über Spanien. Bei der islamischen Eroberung Nordafrikas wurden Araber in die nordafrikanische Rasse eingekreuzt, die Rasse Araber-Berber entstand. 

Berber

Der Berber in Reinform war vom Aussterben bedroht. Im 20. Jahrhundert diente das Berberpferd im gesamten Maghreb als Fortbewegungsmittel zwischen den Ortschaften im Personenverkehr. Durch die fortschreitende Motorisierung wurden die nordafrikanischen Pferde aber immer unbedeutender und zu französischen Schlachthöfen abtransportiert. Hinzu kamen hohe Verluste durch den Einsatz der Berberpferde durch die deutschen Soldaten im Zweiten Weltkrieg und eine Pferdepestepidemie 1967. So überlebten nur wenige Berber ohne Papiere und wurden von Liebhabern dieser Pferderasse weitergezüchtet. Der reinrassige Berber ist selbst in seiner Heimat zu einer Seltenheit geworden. Heute sind die Zuchtverbände in der Weltorganisation des Berberpferdes (OMCB) zusammengeschlossen. Hauptzuchtgebiet dieser Rasse sind Nordafrika, Frankreich und Deutschland. 

Charakter und Einsatzbereich

Das Berberpferd gilt als einfach im Umgang, genügsam und vital bis ins hohe Alter. Seine Wendigkeit und Ausdauer sowie sein ausgeglichenes Wesen und seine Nervenstärke machten ihn zum beliebten Freizeit- und Wanderreitpferd. Das widerstandsfähige Pferd ist sehr schnell und robust und wird gerne als Distanz- und Geländereitpferd sowie als Polopferd verwendet. Zu den üblichen Gangarten beherrschen einige Berber die Gangarten Tölt und Hetwahr. 

Prunkvolles Brustgeschirr und Trense mit traditionellem Schmuck