Infos zu Sorraia

Sorraia

Den Zusammenhang mit spanischen Pferden kann das Sorraia nicht verbergen

Äußere Merkmale

Früher wurde es nicht als besonders bedeutend betrachtet, dabei kann das Sorraia heute als Urahn aller iberischen Edelpferde angesehen werden. Es gleicht dem eleganten Genette, Lusitano und Andalusier wie ein iberisches Pferd in Miniaturformat. Dennoch besitzt es Merkmale des prähistorischen Ramskopfpferdes, weshalb Gebäude, Fellfarbe und -struktur dem Tarpan sehr ähneln. Der kleine, grobe aber hübsche Kopf besticht durch seine hoch angesetzten, langen Ohren mit rassetypisch schwarzen Spitzen. Das bodenständige Pony hat auffallend viel Hals, was charakteristisch für portugiesische und spanische Rassen ist.

Über eine gute Linie endet der Hals mit schwarzer Mähne in einem deutlich markierten Widerrist und einer steilen, langen Schulter. Häufig weist der kompakte Körper des „verbesserten“ Sorraias außergewöhnliche Gurttiefe und einen tiefen, kräftigen Rumpf auf, ebenso wie ein edles, manchmal konkaves Kopfprofil und hohe, elegante Bewegungsaktionen, was Folge des Einkreuzens mit dominantem arabischen Blut ist. Obwohl das moderne Sorraia wesentlich hübscher ist, hat es die Vitalität seiner wilden Vorfahren bewahrt. Der gerade Rücken hat kurze, trockene, zarte aber starke Beine und eine abfallende Kruppe mit tief angesetztem, in der Regel schwarzem Schweif. Sorraias kommen in den typischen Farben der Primitivpferde vor: Falbe, ein schmutziges Palomino-Gelb, oder Mausgrau, wobei dunkle Punkte, Aalstrich und gestreifte Beine auftreten. Ursprünglich 120-133cm groß, kann das Pony inzwischen durchaus 140cm und 150cm messen.

Herkunft des Sorraia

Dieses iberische Pony gilt als das Bindeglied zwischen den bodenständigen Rassen aus vorgeschichtlicher Zeit und den heutigen Rassen der Pyrenäenhalbinsel und weist somit die ersten domestizierten Pferdeahnen Europas auf.

Große Ähnlichkeit hat das Sorraia Pony mit dem Tarpan

Neben dem Tarpan vermutet man auch Asiatisches Wildpferd als Vorfahr, auch weil auf Höhlenmalereien das primitive Pony in engem Kontakt mit dem Berber steht. Da sich das spanische Pferd aus dem Sorraia entwickelte, welches im 16. Jh. prägende Auswirkungen auf die Rassevielfalt in Europa und Amerika hatte, könnten viele Rassen auf Sorraia-Blut zurückgeführt werden.

1920 entdeckte der Hippologe Dr. Ruy d`Andrade eine wildlebende Population im unzugänglichen Sumpfgebiet zwischen den Flüssen Sor und Raia, woher auch der Name stammt. Er erwarb eine kleine Zuchtherde und hielt sie unter natürlichen Lebensbedingungen und sicherte somit den Bestand, da in der sogenannten Nelkenrevolution 1975 fast alle freilebenden Tiere umkamen. Die heutige Population dürfte bei rund 120 Tieren liegen: Restbestand in Portugal, Gestüt d`Andrade und eine kleine Zuchtherde von Hippologe Dr. Schäfer in München.

Charakter und Einsatzbereich

Sorraia, Garrano (der nahe Verwandte) und der Ascturcon gelten als die bodenständigen Rassen der iberischen Halbinsel. Sie kommen auf ärmeren Böden mit wenig Futter zurecht und sind sehr unempfindlich gegen Hitze und Kälte. Jahrelange wurden sie von einheimischen Viehhirten (vaqueiros) für verschieden leichte Landwirtschaftsarbeiten eingesetzt.