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Barockpferde

Barockreiten im traditionellen Kostüm

Wissenswertes über das Barockreiten

Unter dem Barockreiten versteht man eine auf der Lehre des Reitmeisters François Robichon de la Gueriniere entwickelte Reitweise, die sowohl Elemente der klassischen Dressur, der Hohen Schule auf und über dem Boden wie auch der Bodenarbeit am langen Zügel enthält. Ursprünglich dienten die im Barockreiten gezeigten anspruchsvollen Dressurlektionen und Schulsprünge wie die Levade und die Kapriole zur Verteidigung des Reiters im Kampf. Erst als im 18. Jahrhundert die Barockpferde auf dem Schlachtfeld immer mehr an Bedeutung verloren, wurde die Reitkunst als reines Vergnügen der Adligen ausgeübt und in unterschiedlichen Reitschulen weiterentwickelt.

Barockpferde lernen Lektionen, die einst für den Krieg bestimmt waren

Heute sind die wichtigsten Elemente des Barockpferdereiten feines Reiten mit minimaler Zügeleinwirkung und unsichtbarer Hilfegebung. Die Ausbildung orientiert sich dabei immer am Vermögen des Pferdes und dauert mehrerer Jahre.

In Jerez de la Frontera sind Andalusier die typischen Barockpferde

Ziel beim Barockreiten ist neben einer größtmöglichen Harmonie, Leichtigkeit, Eleganz und Losgelassenheit auch eine maximale Versammlung und Verstärkung der Grundgangarten. Gearbeitet wird dabei ohne Zwang und in festgelegten Lektionen. Zentren mit Barockreiten sind heute die Spanische Hofreitschule in Wien, das Cadre Noir in Saumur und die Königlich-Andalusische Reitschule in Jerez de la Frontera. Oft wird in traditioneller Kleidung geritten und in Shows in pompösen Gewändern der barocken Epoche.

Das Barockpferd

Aufgrund seines Einsatzbereiches sollten Barockpferde über einen kurzen Rücken, eine runde Kruppe und einen kräftigen Körperbau verfügen, um für die Lektionen der Hohen Schule geeignet zu sein. Darüber hinaus sollten Barockpferde temperamentvoll sein, dabei aber auch menschenbezogen, lernwillig und intelligent und über einen ausgeglichenen Charakter verfügen.

Barockreiten kann man mit jeder Pferderasse Auffällig sind außerdem der aufgerichtete und gewölbte Hals und eine deutlich ausgeprägte Knieaktion, die erst die typische barocke Versammlung und den Bewegungsablauf möglich macht.

Geeignete Pferderassen

Grundsätzlich können alle Pferderassen nach den klassischen Prinzipien im Barockreiten ausgebildet werden, jedoch eignen sich die klassischen Barockpferde am besten für diese Reitweise.

Zu den typischen Barockpferderassen zählen dabei Andalusier, Berber, Lippizaner und Friese, die in ihrem Körperbau den damaligen Pferden im Zeitalter des Barocks ähneln und deshalb besonders gut für die Ausbildung zum Barockpferd geeignet sind.