Sommerzeit ist Weidezeit – welche Pflege benötigt eine Pferdeweide?

Sommerzeit ist Weidezeit – welche Pflege benötigt eine Pferdeweide?

Pferdeherde - Weiden in der Steppe

Besondere Beanspruchung der Pferdeweide

Im Gegensatz zu einer Rinderweide oder einer rein zur Grasproduktion genutzten Wiese ist eine Pferdeweide besonders starker Beanspruchung ausgesetzt. Der enorme Bewegungsdrang der Pferde macht die Sommerweide zur Laufweide, das bedeutet, die Grasnarbe muss besonders dicht, tragfähig und elastisch beschaffen sein, um der hohen Trittbelastung standzuhalten. Die meist beschlagenen Hufe der Pferde und der gleichzeitige tiefe Verbiss lassen schnell tiefe Löcher vor allem im Untergras der Pferdeweide entstehen, die immer wieder mit der Walze eingeebnet werden müssen. Zudem macht es Sinn, von Zeit zu Zeit Weidegras nach zu säen: Untergräser wie das Deutsche Weidelgras, Rotschwingel oder Lieschgras erlauben eine schnelle Regeneration der Narbe und bringen zusätzliche Arten auf die Sommerweide. Zudem sind zwecks Schonung der Grasnarbe rechteckige, langgezogene Weiden zu bevorzugen, da die Pferde eine lange Strecke rennen können, weniger abrupte Stopps und Wendungen einlegen müssen und somit weniger Löcher im Boden entstehen. Auf jeden Fall ist der Erhalt der Grasnarbe bei der Pflege der Pferdeweide als oberste Priorität zu betrachten.

Weidepflege mit Traktor

Optimale Pflege der Sommerweide

Die Weidepflege selbst beginnt im Optimalfall bereits im März. Wenn die Weide frostfrei und größtenteils abgetrocknet ist, kommt nach dem Auslesen von größeren Stöcken und Steinen die Wiesenwalze zum Einsatz. Durch den Druck der Walzen wird die Pferdeweide eingeebnet, Maulwurfshügel und Löcher in der Grasnarbe angeglichen und Wühlmäuse bekämpft. Zur Belüftung des Bodens wird im Anschluss mit der Wiesenegge die Grasnarbe aufgelockert und gleichzeitig werden alte Gräser und Moos entfernt. Dann kann die erste Düngung mit Kali, Phosphor und Stickstoff erfolgen, die zweite Düngung erfolgt nach dem ersten Weidegang. Zwei bis vier Wochen danach kann die Wiese wieder beweidet werden. Etwa um die Osterzeit ist eine Düngung mit Kalkstickstoff sinnvoll. Die Erfahrung hat gezeigt, dass reiner Stickstoff für die Pferdeweide eher ungeeignet ist, da zwar das Wachstum der Obergräser beschleunigt wird, doch im Gegenzug die Untergräser schlecht nachwachsen können und zudem das Gras für Pferde zu fett und reichhaltig wird. Kalkstickstoff hingegen fördert das Wachstum der Untergräser, dämmt das Wachstum von Forsytien und Löwenzahn ein, wirkt einer Übersäuerung des Bodens entgegen und vernichtet gleichzeitig die Larven und Eier von Magen-Darm-Parasiten und Lungenwürmern. Brennnesseln lassen sich durch regelmäßiges Mähen in Schach halten. Nach jeder Weidephase sollten die Kotplätze – die sogenannten Gailstellen – abgeäpfelt und ausgeschnitten werden, um der rasanten Verbreitung von Parasiten entgegen zu wirken. Sinnvoll wäre es, Schafe und Rinder auf der Pferdeweide mitweiden zu lassen, ein zusätzliches Mähen der Gailstellen wäre hinfällig, da diese auch hier das Gras abweiden und damit den Parasiten den Garaus machen.

mehr Informationen zum Thema Weidemanagement

Rinder und Schafe auf der Pferdeweide